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Markkleeberg Über Umweg zum Azubi
Region Markkleeberg Über Umweg zum Azubi
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18:07 10.02.2011
Von Ulrike Witt
Schauen optimistisch in die Zukunft: Renate Neumann, Gerhard Langner, Azubi Marcel Gerbach und Andreas Hoffmann (von links) Quelle: André Kempner
Markkleeberg

Auf dem Weg dahin musste Gerbach – wie viele andere auch – einen Umweg nehmen. Der führte ihn nach dem Realschulabschluss und zahlreichen Absagen im vergangenen Sommer erst einmal zum Jobcenter Leipziger Land. Fallmanagerin Renate Neumann, die etwa 70 jugendliche Arbeitslose bis 25 Jahre betreut, vermittelte Gerbach schließlich zur Isip-Weiterbildungsgesellschaft.

„Wir machen die jungen Leute fit, damit sie auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß fassen können“, erklärt Geschäftsführer Gerhard Langner in den Isip-Lehrwerkstätten im Gewerbegebiet Großstädteln. Offiziell wird das als Berufsausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung (BaE) geführt. Für Gerbach war es zumindest ein Einstieg ins Berufsleben.

Dass die Isip nur eine kurze Zwischenstation sein würde, ahnte er beim Praktikumsbeginn im November noch nicht.„Das hat von Anfang an gepasst: Marcel ist sehr pünktlich, setzt Anweisungen um, fragt nach und vor allem – er denkt mit“, lobt Elektrotechnikermeister Andreas Hoffmann seinen neuen Auszubildenden. Das konnte er bislang nicht über jeden Lehrling sagen. „Ich musste auch schon mal ein Ausbildungverhältnis lösen, weil es absolut nicht ging“, so Hoffmann. Gerbach will nun dran bleiben: „Ich wollte schon immer was Handwerkliches machen. Gut, dass es doch noch geklappt hat.“

Jürgen Thieroff, Teamleiter im Jobcenter Markkleeberg, freut sich auch über den Erfolg. „Seit etwa drei Jahren nähern sich Angebot und Nachfrage an. Das hängt mit der rückläufigen Zahl der Schulabgänger und der steigenden Zahl der dualen Ausbildungsplätze zusammen“, erläutert er. Getrübt werde das Bild allerdings durch ein gravierendes Problem: „Viele Jugendliche werden den Anforderungen einfach nicht mehr gerecht.“ Genau da setzt Langner mit seinem Angebot an. Doch auch das Jobcenter, das derzeit 148 arbeitslose Jugendliche aus Markkleeberg, Zwenkau, Böhlen und Großpösna betreut, hat sich darauf eingestellt. „Wenn es Probleme in der Berufsschule gibt, bitte sofort anrufen. Wir können Nachhilfestunden vermitteln“, so Thieroff.

Gerbach schmunzelt: Diese Woche hat er Berufsschule und fährt täglich nach Wiederitzsch. Der Azubi weiß, dass er sich „reinhängen“ muss, damit er in dreieinhalb Jahren seinen Facharbeiter als Elektroniker in der Tasche hat. Dass das auch die 50 anderen Jugendlichen packen, die aktuell bei der Isip lernen, dafür wollen Langner, Thieroff, Neumann und Wirtschaftsförderin Kerstin Kaiser ihre Zusammenarbeit noch intensivieren.

Ulrike Witt

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