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Markkleeberg Überdachte Holzbrücke führt über Gösel
Region Markkleeberg Überdachte Holzbrücke führt über Gösel
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08:06 25.01.2017
Der aufgerissene Flusslauf der Gösel bedeutet für Ausflügler am Störmthaler See lange Umwege. Eine Brücke soll ab Sommer Abhilfe schaffen.
Der aufgerissene Flusslauf der Gösel bedeutet für Ausflügler am Störmthaler See lange Umwege. Eine Brücke soll ab Sommer Abhilfe schaffen.   Quelle: Andre Kempner
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Seit Jahren müssen Ausflügler am Störmthaler See einen langen Umweg nehmen, wenn sie im Süden des Gewässers irgendwie über die Gösel wollen. Die hatte nach mehreren Hochwassern ihr Bachbett zu einem regelrechten Canyon aufgerissen. Jetzt ist Abhilfe in Sicht.

Der „Göselcanyon“ findet sich inzwischen in mehreren Ausflugsführern als besonders eindrucksvolles Stück Natur wieder. Auch Geologen unternehmen regelmäßig Führungen zu dem metertief aufgerissenen Boden, dessen Schichtung offenliegt. Die meisten Radfahrer und Fußgänger schimpfen jedoch über den langen Umweg, zu dem der Canyon sie zwingt. Denn die Gösel hatte auch die kleine Brücke weggespült, die früher über den damals noch kleinen Bach führte und den Rundweg schloss.

Als „Interimslösung“ zur Beseitigung von Hochwasserschäden werde nun eine überdachte Holzbrücke errichtet, teilte Jenny Findeisen von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) jetzt auf Anfrage mit. Die Brücke werde eine Spannweite von 18 Metern und eine Durchgangsbreite von drei Metern haben. Die Firma Beton- und Ingenieurbau Böhlen errichte das Bauwerk bis spätestens Ende Mai. Die Baustelle sei formell eröffnet, die Bauanlaufberatung war vor einigen Tagen. Wie es dort hieß, solle mit dem Bau begonnen werden, sobald der Winter nachlasse. Auf jeden Fall noch vor dem Sommer soll der Rundweg um den Störmthaler See wieder geschlossen sein.

Der See wird dann mit der überdachten Holzbrücke eine weitere Neuerung haben. Es ist die erste ihrer Art im Südraum, nutzt eine hierzulande fast wieder vergessene Technik. Vier größere, so genannte „gedeckte Brücken“ gibt es noch in Sachsen, sie stehen meist unter Denkmalschutz. In älteren Hollywoodfilmen und solchen aus dem Süden Deutschlands sind derartige Bauwerke öfter zu sehen. Am See wäre es nach der ersten Hubbrücke am Gewässerverbund und der ersten Pylonbrücke über die B 2 eine dritte kleine Premiere. Ästhetische Gründe spielten laut LMBV jedoch keine Rolle für die Wahl der Brückenart. Die Überdachung erfolge wegen der Statik, erklärt Findeisen. „Dies reduziert die Gründung und senkt Kosten.“

Ohnehin ist die Brücke nur ein Interim. Über die Frage des eigentlichen Brückenneubaus soll aber erst gesprochen werden, wenn klar ist, wie die Gösel endgültig an den See angebunden wird. Wie berichtet, wird im Rahmen der LMBV untersucht, wie die durch den Bergbau gekappte Gösel hochwassersicher gemacht werden kann. Ende Januar werde dazu eine Studie vorliegen, so die LMBV. Im Rahmen der Planung wäre dann zu prüfen, ob ein Brückenbauwerk zu errichten wäre oder ob Alternativen in Fragen kommen. „Dazu ist wahrscheinlich ein Planfeststellungsverfahren durchzuführen“, heißt es.

Von Jörg ter Vehn