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Markkleeberg Verklappungen im Zwenkauer See sorgen für Wirbel
Region Markkleeberg Verklappungen im Zwenkauer See sorgen für Wirbel
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09:01 13.06.2019
Das Verklappungsschiff fährt regelmäßig die von einem Sachverständigen ausgesuchte Stelle im See an. Quelle: Gislinde Redepenning
Zwenkau

Für viel Wirbel – nicht nur im Wasser – sorgen derzeit die Verklappungen von Auflastschüttungen, die im Zuge des Harthkanal-Baus im Zwenkauer See versenkt werden. Während der Tagebausanierer Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) die Harmlosigkeit und die Notwendigkeit des Verfahrens betont, sind sich da manche Badegäste, Bootsbesitzer und um das Ökosystem besorgte Bürger nicht so sicher.

Der künftige Harthkanal ist als schiffbare Gewässerverbindung zwischen Cospudener und Zwenkauer See nicht nur für die touristische Erschließung des Gewässerverbundes im Leipziger Neuseenlandes wichtig. Er soll auch die Ableitung von Überschuss- und Bewirtschaftungswasser des Zwenkauer Sees sowie die Entleerung von gespeichertem Hochwasser in den Cospudener See mit Verbindung zum Floßgraben und zur Pleiße gewährleisten.

Kippenboden wird abgetragen

Im Februar hatte die LMBV mitgeteilt, dass die Auflastschüttungen, die 2016 zur Baugrundverdichtung auf dem losen Kippenboden aufgetragen worden waren, von März bis August diesen Jahres entfernt werden. Das verwendete Material werde zur Herstellung der erforderlichen Ebenen am Hochwasserschutztor am Zwenkauer See und am Schleusenbauwerk am Cospudener See sowie für Geländeprofilierungen genutzt. Für die eigentliche Schleuse werde auch Kippenboden abgetragen.

Untersuchungen hätten ergeben, dass der Baugrund im Bereich des Harthkanals zwischen 1969 und 1998 aus bis zu 60 Meter mächtigen Schüttböden der Tagebaue Zwenkau und Cospuden entstanden ist. Sie bestünden vorwiegend aus Sand-Schluff-Gemischen mit stark inhomogener Struktur, breiiger bis steifer Konsistenz und sehr lockerer Lagerung. Damit gelten sie als „nicht einbaufähig“ und könnten nicht zur weiteren Geländeregulierung genutzt werden.

Video zeigt Verwirbelungen

Im Bereich der Verklappstelle, die ein Sachverständiger für Geotechnik ausgewählt hat, ist der Zwenkauer See rund 40 Meter tief. Das Verklappungsschiff steuert regelmäßig einen darüber schwimmenden U-förmigen Rahmen an. Geovliesvorhänge an den drei Seiten reichten fast bis an den Seegrund und sollten die absinkenden Verklappmassen steuern. So erklärt die LMBV das Verfahren. Nach Einschätzung des Sachverständigen erzeuge die Verklappung keine unzulässigen Beeinflussungen. Die Anwendung dieser Technologie werde auch weiterhin erforderlich sein.

Ob die Verwirbelungen, die durch die verklappten Massen entstehen, tatsächlich völlig harmlos sind, fragt sich neben anderen Patrick Schakel, im SPD-Ortsverein Schkeuditz verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit, auf seiner Facebook-Seite. Er hat ein Video gepostet, dass die Verklappung von oben dokumentiert. Ganz deutlich zu erkennen sind die weit reichenden Verdriftungen, die das vergleichsweise kleine Schiff hervorruft. Seine Vermutung: „Das kann doch nicht gesund sein fürs Ökosystem.“

Ist es doch, sagt die LMBV. Eine Schädigung für den See, der sich darin entwickelnden Tier- und Pflanzenwelt, sei nicht zu befürchten. Die durch die Verklappung zeitweilig auftretenden Eintrübungen seien leider nicht gänzlich zu verhindern. Derzeit werde nach Möglichkeiten gesucht, die entstehende Wassertrübung weiter zu minimieren.

Alle erforderlichen berg- und wasserrechtlich notwendigen, derzeit laufenden Sanierungsmaßnahmen hätten jedenfalls Vorrang vor dem Gemeingebrauch und den einzelnen, seitens der LMBV gestatteten Nutzungen. Das macht der Tagebausanierer in einer Stellungnahme sehr deutlich. Die Maßnahme sei von der Landesdirektion Sachsen genehmigt und der Zwenkauer See, der sich noch in Herstellung und im Wesentlichen in Eigentum der LMBV befinde, unterliege noch dem Bergrecht.

Von Gislinde Redepenning

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