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Markkleeberg Vom Bäcker zum Seelsorger: Frank Bohne strebt gutes Miteinander an
Region Markkleeberg Vom Bäcker zum Seelsorger: Frank Bohne strebt gutes Miteinander an
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18:03 08.05.2019
Frank Bohne will Werte und Sinn vermitteln sowie gemeinsam mit den Menschen der Stadt Antworten finden. Quelle: Foto: Armin Kühne
Markkleeberg

Frank Bohne (54) ist der neue erste Pfarrer der Martin-Luther-Kirchgemeinde und der mit ihr verschwesterten Kirchgemeinde Großstädteln-Großdeuben. Seinen Start beschreibt der 54-Jährige mit Worten wie „Ankommen“, „Zuhören“ und „Erfahren“. „Ich möchte erst einmal zuhören, was den Kirchenvorstehern wichtig ist. Erfahren, wie der Ort tickt“, sagt Bohne.

Wer den Seelsorger im Gespräch mit anderen erlebt, spürt, dass ihm das gute Miteinander wichtig ist. Dazu gehöre auch, dorthin zu gehen, wo die Markkleeberger sind, auf die vielen Stadt- und Ortsfeste beispielsweise. Orte, an denen man Menschen erreichen könne.

Familie Bohne freut sich über Vertrauen

Begegnen wird man dem neuen Pfarrer bald auch gut sichtbar auf den Straßen der Stadt: „Ich will kurze Strecken künftig eher mit dem Rad fahren. Das ist praktischer.“ Zur Zeit nutzt Frank Bohne allerdings das Auto, um seine neue Dienststelle zu erreichen. „Wir wohnen noch in einem alten Pfarrhaus in Böhlen zur Miete“, erzählt er. Wir, das ist seine Ehefrau Ines, die im evangelischen Kindergarten Markkleeberg-Ost tätig ist. Und das sind die beiden Söhne Simon (10) und Jonathan (12). „Als Familie freuen wir uns über die Entscheidung der Kirchenvorstände und das damit verbundene Vertrauen“, sagt der Geistliche über sein neues Amt. Verändernd bleibe man, was man ist. Dieser Satz gefalle ihm, denn er beschreibe „Veränderung als Gewinn, als Bestandteil meines Weges, den ich als Mensch, als Glaubender wie als Pfarrer gehe.“

Aufgewachsen ist Frank Bohne in einem Bäckerhaushalt in Bad Lausick. „Junge Gemeinde und Jugendarbeit führten mich zum Theologiestudium nach Leipzig.“ Die erste Pfarrstelle hatte der junge Geistliche im erzgebirgischen Bärenstein, wo er auch einige Jahre als Seelsorger für Spätaussiedler tätig war. „Neben traditionellen Formen Neues auszuprobieren, Menschen zur Mitarbeit zu gewinnen, war herausfordernd und beglückend zugleich.“ 2012 wurde Frank Bohne ans Institut für Seelsorge und Gemeindepraxis Leipzig berufen und mit der Ausbildung von Vikaren und Pfarrern in den ersten Amtsjahren beauftragt.

Nun also die Martin-Luther-Kirchgemeinde Markkleeberg, wo der Geistliche für 3200 Gemeindeglieder zuständig ist. Er freue sich auf seine Aufgaben als Pfarrer, auf die Gottesdienste, Taufen, Konfirmationen, Hochzeiten, Trauerfeiern oder die Arbeit mit den Konfirmanden. „Weiterentwickeln möchte ich die Arbeit mit Familien und Kindern, etwa durch erlebnispädagogische Angebote. Feste der zweiten Reihe, wie Himmelfahrt oder der Reformationstag, könnten ebenfalls noch mehr in den Vordergrund gerückt werden.“

Offenes Ohr für Kommunalpolitik

Markkleeberg gehöre zu den wachsenden Städte, in denen Menschen aus unterschiedlichem Milieus leben, so der Geistliche: „Aufgabe der Kirchen ist es auch, Menschen zusammenzuführen, Werte und Sinn zu vermitteln. Das ist wichtig, wenn eine Gesellschaft nicht auseinanderfliegen soll. Ich habe nicht den Anspruch, für alle möglichen Probleme eine Lösung zu haben, gemeinsam gilt es Antworten zu finden.“ Das weiß auch das SPD-Mitglied Frank Bohne, der die Partei in seiner einstigen Heimat Bad Lausick mitbegründet und sich im Erzgebirge in der Kommunalpolitik engagiert hat. Auch in Markkleeberg möchte er für kommunalpolitische Belange ein offenes Ohr behalten, hofft auf gute Kontakte zu engagierten Menschen demokratischer Parteien.

Bleibt zu wünschen, dass Frank Bohne auch seine Backkunst einbringen wird. Schließlich hat er als junger Mann drei Jahre in diesem Beruf gearbeitet. „Das Backen und Predigen lässt sich gut miteinander verbinden“, findet der Pfarrer und denkt an Veranstaltungen, „in denen wir gemeinsam Brot, Osterlämmchen oder Reformationsbrötchen backen.“ Essen halte Leib und Seele zusammen, sagt der Volksmund. Nichts anderes wolle christlicher Glaube: Nahrung sein für den Leib und die Seele.

Von Ingrid Hildebrandt

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