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Markkleeberg Vom Schüler zum Lehrer
Region Markkleeberg Vom Schüler zum Lehrer
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17:32 07.02.2011
Markkleeberg

Vor einem halben Jahr kam Sven Kühnast an seine neue Arbeitsstelle und übernahm damit den Posten von Roland Kramm, der einige Jahre in Kairo arbeiten wird. Schulleiter Ditmar Apel steht die Zufriedenheit über die Neubesetzung ins Gesicht geschrieben: „Herr Kühnast ist richtig bei uns angekommen und behält die Traditionen bei, für die wir bekannt sind.“

Kühnast ist auch bei Weitem kein Neuling auf dem Gebiet. Schon im Kindergartenalter begann seine musikalische Laufbahn, die sich später festigte – an eben der Schule, an der er heute selbst als Lehrer arbeitet. Möglich, dass die RHS ihn in den 80er Jahren zu dem gemacht hat, was er heute ist: Dirigent mehrerer Chöre und Leiter der musischen Vertiefung. „Während meiner Schuljahre hier kam der Wunsch auf, als Dirigent und Lehrer arbeiten zu wollen“, sagt er. Die schon fast logische Konsequenz waren das Studium auf Lehramt in den Fächern Musik und Latein an der Universität Leipzig und der Abschluss als Diplomdirigent, Schwerpunkt Chöre, an der Hochschule der Künste in Berlin.

Mit Chören hat Kühnast langjährige Erfahrungen. Kaum eine Gesangsgruppe in Leipzig und Berlin, die er nicht einmal geleitet hätte: ob als Assistent beim Kammerchor, als Leiter des Studentenchores in Leipzig oder Dirigent in Berlin. Für den Niederländischen Rundfunkchor fungiert er noch immer als Gastdirigent. Heute konzentriert sich Kühnast auf wenige Vokalensembles, unter anderem den Denkmalchor für das Völkerschlachtdenkmal. „Da kommt bei den einzelnen mehr raus“, begründet er. „Genau so jemanden wie ihn brauchen wir hier an der Schule“, macht Apel deutlich. Denn die musische Vertiefung habe nicht nur für die Schule selbst, sondern auch „für Markkleeberg, Sachsen und darüber hinaus“ eine weitreichende Bedeutung. Und Kühnast bringe nicht nur unglaublich viel Erfahrungen mit, sondern auch ein breites Netzwerk.

Zunächst ist Kühnast für drei Jahre hier angestellt. Doch als Interim, als Notlösung sieht Apel ihn auf keinen Fall. „Es reicht nicht aus, nur einen Musiklehrer zu holen“, macht der Schulleiter deutlich. Was die Schule brauche, um weiterhin auf dem Gebiet in der oberen Liga mitzuspielen, sei eine Fachkraft für die Begabtenförderung. Und auch da hat der 40-jährige Kühnast viel Erfahrung. Seit einigen Jahren arbeitet er bei der Deutschen Schüler-Akademie mit, einem außerschulischen Programm zur Förderung begabter Schüler. Für ihn ist die Stelle an der RHS ein Idealfall. Denn sie verbindet „die musische und die pädagogische Ebene“.

220 Schüler werden derzeit in den Vertiefungsklassen fünf bis zwölf unterrichtet. „Und die nehmen die professionelle Arbeit dankend und aufgeschlossen an“, wie Kühnast sagt. Doch auch er profitiere von seinen Schülern: „Viele von ihnen singen in außerschulischen Ensembles. Dadurch bringen sie viel Professionalität von außen hier rein.“

Ziel von Apel und Kühnast ist es, das musische Profil noch weiter zu vertiefen. Dazu gehören zum Beispiel die Teilnahme an verschiedenen Chorwettbewerben, um „die Präsenz der Schüler national und auch international auszubauen“, Konzertreisen zu anderen Schulen mit dem Schwerpunkt der Vokalausbildung und die Kooperation mit externen Künstlern. Ein Projekt steht in den kommenden Wochen an: Zusammen mit dem Thomanerchor und anderen werden die Chöre der Schule anlässlich des Bachgeburtstages an dessen Denkmal ein Konzert geben. Zum Tag der offenen Tür an der RHS am 5. März wird sich der musische Bereich mit Chorproben und Unterricht vorstellen.

Julia Tonne

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