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Markkleeberg Weinteichsenke – Großreinemachen und große Sorgen
Region Markkleeberg Weinteichsenke – Großreinemachen und große Sorgen
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07:01 01.04.2019
Müllbeseitigung in der Weinteichsenke: Mitglieder der Bürgerinitiative Markkleberg Ost und weitere fleißige (junge) Helfer packen kräftig mit an. Quelle: André Kempner
Markkleeberg

Sie ist ein landschaftliches Kleinod im Osten von Markkleeberg, gehört zu den letzten unverbauten Pleißenbachauen und wird von vielen Menschen als beliebter Naherholungsraum geschätzt: Die Weinteichsenke zwischen der Goldenen Höhe und der Johannishöhe. Ein schöner Ort, der geschützt werden muss, denn immer wieder säumen Abfälle die Wiesen, den Wald und den Bachlauf der Weinteichsenke. Deshalb setzt sich die Bürgerinitiative (BI) Markkleeberg Ost bereits seit 35 Jahren unermüdlich für die Pflege und den Schutz des Biotops ein. So auch am Sonnabend, als die BI zur Entrümplungsaktion geladen hatte. 10 Fleißige waren der Einladung gefolgt – darunter auch Bürger dreier Generationen. Ausgestattet mit Schubkarre, Arbeitshandschuhen und Müllsäcken ging es zum Entrümpeln in die Flur. „Der von der Stadt Markkleeberg gestellte Container war bereits nach kurzer Zeit voll“, fasste BI-Sprecherin Katrin Erben die Aktion zusammen.

Abfall macht ständig Ärger

Über den ständigen Abfall ärgert sich nicht nur die Initiative, darüber ärgern sich auch viele Markkleeberger. Sie wissen: Die Weinteichsenke beherbergt viele geschützte Tier- und Pflanzenarten. „Genau aus diesem Grund ist das Planfeststellungsverfahren für den Bau der Staatsstraße S 46 durch die Weinteichsenke gescheitert“, so Katrin Erben. „Die EU-Vogelschutzrichtlinie hat gegriffen und seit 2013 ist die Straße endgültig aus dem Landesentwicklungsplan gestrichen. Mit zwei Brücken und einer Wanne durch die Erde wäre sie samt der aufwändigen Ausgleichsmaßnahmen außerdem zu teuer geworden“, erläutert die Natur- und Sozialpädagogin. Außerdem habe die A 38 bereits den Schwerlast und Fernverkehr aus den Ortschaften abgezogen. Zudem gebe es nach einer Verkehrszählung keine Rechtfertigung für einen Neubau.

Initiative sieht Kleinod in Gefahr

Nachdem dieser vom Tisch war, ließ die BI ein Gutachten „zum historischen, kulturellen und ökologischen Wert der Weinteichsenke“ von einem Leipziger Umweltbüro erarbeiten. „Dafür wurden Spendengelder der Bürger eingesetzt“, betont Katrin Erben. „Den Antrag auf landschaftliche Unterschutzstellung haben wir im Frühjahr 2017 persönlich dem Markkleeberger Stadtrat und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises übergeben. Nach einem Jahr baten wir um Auskunft zum Bearbeitungsstand. Beide Ämter haben uns nicht mitgeteilt, in welchem Rahmen unser Antrag verhandelt wurde. Sondern verwiesen dagegen auf die interne Meinung, dass für die Weinteichsenke keine Dringlichkeit bestünde und die Schutzgüter ausreichend geschützt seien.“ Dies könne sich aber nur auf den Bachlauf und die Böschungsbereiche beziehen und das ist zu wenig, mahnte die BI-Sprecherin. „Wir sehen die Weinteichsenke durch eine geplante Wohnbebauung auf dem Feld an der Rilkestraße wieder in Gefahr.“

Leitbild für ein grünes Markkleeberg wäre verfehlt

Deutlich sei dies durch das Leitbild 2030 – ein Ergebnis der Zukunftswerkstatt geworden.„Dort haben sich die Bürger allerdings gegen eine solche Bebauung ausgesprochen“, so Erben. „In diesem Jahr wird der neue Flächennutzungsplan erarbeitet, dann wird sich zeigen, von welcher Seite das neue Wohngebiet erschlossen werden soll.“ Die BI befürchtet: „Es könnte an eine Anbindung von der Bornaischen Straße gedacht werden – als eine kommunale Straße, die weiter nach Wachau reicht und zum Ziel der städtischen Wünsche führt.“ Die Naturschützerin vermutet: „Darum wird unser Antrag nicht bearbeitet.“ Bestätige sich die Vermutung, ginge die naturräumliche Schönheit der Weinteichsenke verloren und das Leitbild einer grünen Stadt Markkleeberg wäre verfehlt. Katrin Erben: „Wir aber möchten die Weinteichsenke für nachfolgende Generationen schützen und erhalten.“

Von Ingrid Hildebrandt

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