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Markranstädt Ausgekocht: Großküche will wieder weg
Region Markranstädt Ausgekocht: Großküche will wieder weg
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15:50 10.09.2019
Die Anwohner der Lilienthalstraße protestieren gegen den Bau der Großküche – und könnten nun am Ziel sein. Quelle: André Kempner
Markranstädt

Es kehrt keine Ruhe ein in das Gewerbegebiet Ranstädter Mark. In der jüngsten Sitzung des Markranstädter Stadtrates ging es nicht nur um die geplante Großküche. Auch der geplante Funkmast wurde thematisiert. Gegen beide Projekte laufen die Anwohner Sturm.

Zwergenküche will Kauf rückabwickeln

Es ist nicht das erste Mal, dass es eine Information zur geplanten Großküche in der Ranstädter Mark im Rahmen einer Stadtratssitzung gibt. „Der Betreiber der Zwergenküche hat beantragt, den Kauf rückabzuwickeln“, erklärte Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler Markranstädt). Wie berichtet, wollte die Zwergenküche auf einem Grundstück direkt gegenüber der Wohnbebauung in der Lilienthalstraße eine Großküche bauen. Anwohner machten dagegen mobil, zogen bis vors Oberverwaltungsgericht. Ohne Erfolg. „Für den Investor besteht bereits seit Ende des vergangenen, Anfang diesen Jahres Baurecht“, erläuterte Spiske auf Nachfrage der LVZ. „Er könnte also sofort loslegen.“

Investor soll Kosten tragen

Was der aber offenbar nicht mehr möchte. Am Rande des Gerichtsverfahrens war der Streit Anfang des Jahres eskaliert – Unbekannte schickten dem Zwergenküchen-Betreiber einen Drohbrief und unterschrieben ihn mit „Anwohner der Ranstädter Mark“. Nun möchte sich der Betreiber zurückziehen. „Das ist auch grundsätzlich möglich“, sagte Spiske. Auch wenn im Kaufvertrag eindeutig stehe, dass der Investor bis zum 30. April 2020 seinen Betrieb aufgenommen haben müsse. „Wenn aber jemand partout nicht will, bringt es der Stadt auch nichts“, meinte der Bürgermeister. Deshalb sei die Stadt zur Rückabwicklung bereit, allerdings unter der Voraussetzung, dass der Investor die Kosten trägt. „Das lehnt er momentan ab“, so Spiske. „Allerdings sehen wir als Stadt keine Veranlassung ihm neben dem Kaufpreis weitere Kosten zu erstatten.“ Denn: Es bestehe weder rechtlich noch sachlich ein Grund, der gegen einen Baustart spreche. „Wir würden einen Rückzug der Zwergenküche sehr bedauern“, meinte Spiske.

Bisher keine Fördermittelrückzahlung

Auch, weil dann – wie berichtet – Fördermittel-Rückzahlungen drohen. „Dieses Szenario sehe ich derzeit nicht“, sagte Spiske auf LVZ-Nachfrage. Mit der Zwergenküche sei die Quote des förderfähigen Gewerbes nach derzeitigen Planungen bei mehr als 60 Prozent – 51 Prozent schreibt der Fördermittelgeber vor. „Und auch wenn die Zwergenküche nicht kommt, verhagelt uns das nicht die Quote“, so das Stadtoberhaupt. „Anders als ursprünglich befürchtet, hat die Klage der dortigen Anwohner nicht dazu geführt, dass keiner mehr in Markranstädt investieren möchte.“

Weiterer Ärger wegen Behördenfunkmast

Doch es droht schon neues Ungemach: Der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement plant, einen Funkmast in der Ranstädter Mark zu bauen. Mehr als 20 Anwohner besuchten aus diesem Grund die jüngste Stadtratssitzung – und verließen sie nach Abhandlung des Tagesordnungspunktes sofort wieder. „Es handelt sich dabei lediglich um einen Behördenfunkmast“, informierte Spiske. „Der ist notwendig und dient dem Allgemeinwohl.“ Er solle sicherstellen, dass auch in Katastrophenfällen, wenn möglicherweise das Handynetz zusammenbricht, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste erreichbar sind. „Er funkt also gar nicht ständig“, so Spiske. Dennoch würden Stadtrat und Verwaltung die Sorgen und Ängste der Anwohner ernst nehmen. „Am 9. Oktober wird es eine Informationsveranstaltung im Rathaus geben“, erklärt Spiske. „Vorher und bevor nicht alternative Standorte geprüft wurden, passiert gar nichts.“

Von Linda Polenz

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