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Markranstädt Coole Sprünge im neuen Fahrwerk Markranstädt
Region Markranstädt Coole Sprünge im neuen Fahrwerk Markranstädt
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07:00 03.02.2017
Angesagter Sport: Domenik Neubert bei einem seiner coolen Sprünge in der neuen Fahrwerk-Halle.
Angesagter Sport: Domenik Neubert bei einem seiner coolen Sprünge in der neuen Fahrwerk-Halle. Quelle: André Kempner
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Markranstädt

Junge Leute haben sich in Markranstädt mit viel Engagement einen Traum wahr gemacht: eine eigene Skatehalle. Im Probebetrieb jetzt werden auch Kurse angeboten.

Vor einem Jahr habe der Umbau der leerstehenden Halle in der Ziegelstraße hinterm Bahnhof begonnen, erzählt Domenik Neubert (21). Seitdem hätten sie sich etwa einmal pro Woche getroffen, mit knapp einem Dutzend Leuten, Sägen, Schrauben, Multiplex-Holzplatten und viel Energie die Rampen gebaut, die Sitzecken gezimmert, den Tresen gebastelt und die Möbel gerückt. Und Spaß habe es auch noch gemacht, sagt sein Kumpel Matthias Geißler (19).

Viel Aufwand und Material stecken in der 300 Quadratmeter großen alten Fabrikhalle. Die Unterkonstruktion der Bahn ist gut zu sehen in dem noch verbleibenden Stück einer Steilkurve, deren Untergestell an einen Schiffsrumpf erinnert, der auf die Beplankung wartet. Ähnlich sei die Arbeit auch, meint Neubert, der von den Kumpels der anderen Fahrwerk-Bahn in Halle Hilfe bekommen hat. „Nächste Woche machen wir für die Pool Corner noch mal zwei Tage durch, dann sind wir auch hier soweit“, sagt er stolz.

Gerollt wird jetzt schon. An zwei Tagen die Woche sei während des Probebetriebes geöffnet, so Christian Andrae vom Trägerverein „Wellenreiter“. Mittwochs von 16 bis 20 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr könnten erfahrene Skater und BMXer kommen. Der Eintritt koste drei Euro. Für Einsteiger gebe es eigene Kurse, Skateboards seien dann in der Halle ausleihbar. Immer am ersten Samstag im Monat von 10 bis 13 Uhr, also auch an diesem, gebe es einen Workshop Skateboard für Einsteiger, „und ab März gibt es BMX-Kurse“, verspricht Andrae. Infos: www.fahrwerk-skatehallen.de.

Im Moment würden jeweils zehn bis 15 junge Leute zu den Nachmittagen kommen, erzählt Geißler. Für ihn machen die mobilen Rampen im Innenbereich den besonderen Reiz aus. Die könne man beliebig umstellen, damit jeweils eine andere Bahn bauen und fahren. „Selbst aus Halle, Leuna, Merseburg, Pegau und Neukieritzsch kommen die Besucher angereist“, weiß Neubert.

Die Stadt unterstützt den Verein. Die Halle sei für die Skater freigemacht worden, erklärt Heike Helbig vom Rathaus. Und der Vertrag habe eher einen symbolischen Pachtzins.

Der Sport ist angesagt. Beim Promenaden- und beim Straßenfest hätten sie ein paar Rampen aufgebaut und etwas vorgeführt, auf die Workshops hingewiesen. „Da kamen dann plötzlich hundert Leute“, erzählt Neubert. „Viel zu viele.“ Sie hätten leider einige abweisen müssen.

Markranstädter Kids haben in den Winterferien nun eine gute Gelegenheit. Mittwoch, 15. Februar, lädt Clubleiter Martin Kerski von 10 bis 14 Uhr zum Skateworkshop in die neue Halle. Kosten: nur drei Euro inclusive Leihgebühr.

Noch sei nicht alles soweit, sagt Andrae. Er hofft auf eine Fertigstellung etwa auch der Toiletten im Frühjahr. Vorstellbar für ihn sei dann auch, in die Räume noch weitere Interessenten zu holen. „Die Grundidee bleibt Skaten. Aber andere, wie etwa ein Kunstprojekt, können noch andocken“, sagt er.

Von Jörg ter Vehn