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Markranstädt Nach Dachstuhlbrand: Fragen zu einem offenbar gewalttätigen Bewohner
Region Markranstädt Nach Dachstuhlbrand: Fragen zu einem offenbar gewalttätigen Bewohner
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09:59 18.07.2018
Meterhoch schlugen die Flammen aus dem Dachstuhl des Mietshauses, als die Feuerwehren eintrafen und sich für die Brandbekämpfung bereit machten. Quelle: Michael Strohmeyer
Markranstädt

Durch einen Brand im Dachgeschoss wurde in den Morgenstunden am Dienstag in Markranstädt ein Mehrfamilienhaus schwer beschädigt. Die Bewohner kamen zwar mit dem Schrecken davon, können aber zumindest vorerst nicht in ihre Wohnungen zurückkehren. Zum entstandenen Sachschaden konnten bislang noch keine Angaben gemacht werden.

Die Einsatzkräfte wurden um genau 5.27 Uhr alarmiert. Zu diesem Zeitpunkt sollen bereits Flammen aus der oberen Etage des Gebäudes im Kreuzungsbereich Zwenkauer Straße/Krakauer Straße geschlagen haben. Noch vor Eintreffen der Feuerwehr konnten die Bewohner durch alarmierte Einsatzkräfte der Polizei evakuiert werden. Die angerückten Feuerwehrkräfte aus Markranstädt, Lützen, Döhlen/Quesitz, Lindennaundorf und Altranstädt hatten den Brand gegen 8 Uhr unter Kontrolle, konnten jedoch eine weitgehende Zerstörung des Dachstuhls nicht mehr verhindern.

Bei einem Brand am Dienstagmorgen in Markranstädt ist der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses schwer beschädigt worden.

In der Zwischenzeit waren bereits Mitarbeiter der Stadtverwaltung Markranstädt, des Ordnungsamtes und des Bauordnungsamtes eingetroffen und koordinierten die weitere Unterbringung der Mieter.

Die betroffenen Bewohner des Mehrfamilienhauses, nach Angaben aus dem Rathaus zwei vierköpfige Familien und eine alleinstehende Person, blieben unverletzt. Die Stadtverwaltung bot ihnen zunächst Notunterkünfte an, die aber nicht in Anspruch genommen wurden. „Sie äußerten uns gegenüber, dass sie bei Freunden oder Verwandten unterkommen könnten“, erklärte Bürgermeister Jens Spiske (FWM) am Nachmittag.

Widersprüchliche Angaben gibt es bislang zu mindestens drei Personen, die nach eigenen Angaben nicht in diesem Haus gewohnt, sich aber während des Brandes dort aufgehalten haben und nun dennoch auf der Suche nach einer neuen Wohnung sind. Hierzu gab es bis zum Abend keine weiteren Informationen.

Die Kriminalpolizei nahm die Ermittlungen auf und geht ersten Anhaltspunkten sowie Hinweisen zur Brandursache und den näheren Umständen nach. Neben Ermittlern und Statikern waren bis zum Nachmittag auch Einsatzkräfte der Polizei mit Suchhunden vor Ort. Ein möglicher Zusammenhang mit der wenige Stunden zuvor aufgenommenen Tat eines gewalttätigen jungen Mannes in der Leipziger Straße (siehe Beitrag unten) sei nicht auszuschließen, so die Polizei. Die Meldeadresse des Mannes sei identisch mit dem in Brand geratenen Haus. Der 35-Jährige war nach seiner Festnahme wieder auf freien Fuß gesetzt und gegen 3 Uhr von Anwohnern auf dem Weg in die Krakauer Straße gesehen worden, wobei er weiterhin lautstark beleidigende Äußerungen von sich gegeben haben soll.

Mann schlägt mit Brecheisen um sich

Ein 35-jähriger Mann ist am Montagabend in Markranstädt regelrecht Amok gelaufen, hat dabei Wohnungen aufgebrochen und einen Mann verletzt.

Bewaffnet mit einem Brecheisen, schlug der Täter am frühen Abend in der Leipziger Straße zunächst auf Werbeaufsteller und andere Gegenstände ein. Kurz darauf durchquerte er unter Äußerung lautstarker Drohungen den Innenhof des Alten Ratsguts in der Leipziger Straße 2. An der Rückseite des Gebäudes zum Alten Friedhof zerstörte er die Haustür und verschaffte sich so Zugang zum Korridor. Dort schlug er einige Türen der Einliegerwohnungen ein und bedrohte die Bewohner.

Zerstörte Scheiben hinterließ der Mann nach seinem Amoklauf am Alten Friedhof in Markranstädt. Quelle: Kempner

Einer der herbeigeeilten Passanten des anliegenden Parks auf dem Alten Friedhof wurde beim Versuch, die Gewalttat zu stoppen, vom Täter mit dem Brecheisen am Kopf verletzt. Der 28-Jährige wurde später ins Krankenhaus gebracht, konnte jedoch bereits nach kurzer Zeit wieder entlassen werden.

Die herbeigerufenen Einsatzkräfte der Polizei konnten den Täter noch am Tatort stellen und festnehmen. Der 35-Jährige sei nach Polizeiangaben mit 2,04 Promille unterwegs gewesen. Er wurde in den frühen Morgenstunden wieder auf freien Fuß gesetzt, später auf dem Weg in die Krakauer Straße gesehen (siehe nebenstehenden Beitrag).

Bis zum Nachmittag liefen in Markranstädt größere Suchmaßnahmen, bei denne auch Fährtenhunde eingesetzt wurden. Die Polizei wollte sich nicht dazu äußern, wem die Suche galt. Anwohner nahmen an, dass der Mann nicht auffindbar war.

In der Nacht hatte der Deutsche laut immer wieder über eine Frau geflucht, diese auch mit unflätigen Worten beschimpft. Ermittler gingen daher davon aus, dass hinter dem Amoklauf und dem späteren Brand möglicherweise eine Beziehungstat stehen könnte.

Von Rainer Küster

Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Markranstädt bei Leipzig sind am Dienstagmorgen durch Brandmelder aus dem Schlaf geweckt worden.

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