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Markranstädt Die Chinesen kommen: Markranstädt bekommt Europa-Hauptsitz
Region Markranstädt Die Chinesen kommen: Markranstädt bekommt Europa-Hauptsitz
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08:01 26.04.2019
So soll der neue Standort aussehen. Quelle: Henning Rambow / Tagebau Architekten & Designer
Markranstädt/Großzschocher

Der chinesische Marktführer Suzhou Minghzi Technology (MZT) verlegt seine Europa-Zentrale nach Markranstädt. Nachdem der Konzern im Januar 2018 mit der Übernahme der ehemaligen Disa Industrieanlagen GmbH (früher VEB GISAG) seinen Fuß auf den Kontinent gesetzt hat, soll nun der Umzug von Großzschocher nach Großlehna erfolgen. Die MZT-Tochter Mingzhi Technology Leipzig (MTL) errichtet hier nicht nur den europäischen Hauptsitz des führenden Herstellers und Lieferanten von Gießereimaschinen sowie -anlagen, sondern auch eine moderne Produktionsstätte.

Markranstädt sticht Leipzig mir agiler Stadtverwaltung aus

Für Matthias Haenel ist es quasi ein Heimspiel. Generalmanager He Qiu hat seinem Chefeinkäufer aus Markranstädt deshalb auch die Verantwortung für das Neubauvorhaben übertragen. Trotzdem war selbst Haenel überrascht von den Bedingungen, die er in seiner Heimatstadt vorfand. Anfangs seien verschiedene Standorte in Erwägung gezogen worden, sagt er. Auch Leipzig habe man ins Auge gefasst. „Aber Markranstädt war in allen Belangen am beweglichsten. Ich hatte quasi noch die Türklinke in der Hand, da lagen schon drei Standortangebote auf dem Tisch“, lobt Haenel die Wirtschaftsförderung der Stadt.

Erster Spatenstich am Montag

Bereits Montag werden nun auch in der Praxis Nägel mit Köpfen gemacht. Mit dem feierlichen ersten Spatenstich erfolgt der Baubeginn für das Verwaltungs- und Sozialgebäude samt einer modernen Montagehalle. Rund zehn Millionen Euro investiert der Konzern in Neubau und Ausstattung seines europäischen Hauptsitzes. „Wir sprechen hier nicht nur von einer Firmenzentrale, sondern es entstehen auch zusätzliche neue Arbeitsplätze im Engineering, dem Service und der Produktion“, informiert Matthias Haenel. Über 20 Mitarbeiter seien gegenwärtig bei MTL beschäftigt, in den nächsten zwei bis drei Jahren soll sich deren Zahl verdoppeln.

40 Jahre Gießereierfahrung kommen zum Zuge

MTL will in Großlehna seinen exzellenten Ruf als Hersteller und Lieferant von Spezialmaschinen für Gießereien ausbauen. Das Unternehmen punktet auf dem Weltmarkt insbesondere mit leistungsfähigen Kernschießmaschinen, die künftig von Markranstädt aus nach ganz Europa ausgeliefert werden. Matthias Haenel sieht in der Bündelung der Kompetenzen ein riesiges Potenzial: „Die Stellung eines chinesischen Marktführers mit rund 100 Millionen Euro Jahresumsatz, gepaart mit 40 Jahren Gießereierfahrung aus Mitteldeutschland, damit sind wir hervorragend aufgestellt.“

„Vorurteile gegenüber Chinesen stimmen nicht“

Haenel weiß, wovon er spricht. Bis Januar 2018 war sein Unternehmen in dänischer Hand. „Alles nur kurzfristig, wir hatten nicht mal eigene Räume, lediglich angemietet. So, als wolle man jederzeit die Zelte abbrechen können“, erinnert er sich. Jetzt sei das anders. Auch so manches Vorurteil, das chinesischen Investoren mitunter anhaftet, müsse er korrigieren. „Es heißt immer, die wollen den schnellen Erfolg und würden ihm alles unterordnen. Das kann ich nicht bestätigen. Im Gegenteil: Mingzhi Technology setzt auf behutsames Wachstum, plant langfristig und nachhaltig.“

Chinesen bringen einen Stein mit nach Markranstädt

Beim feierlichen ersten Spatenstich soll am Montag auch ein besonderer Dank des Geschäftsführers He Qiu an die Stadt Markranstädt ausgesprochen werden, die MTL ebenso wie der Freistaat Sachsen sehr engagiert bei der Umsetzung des Projektes unterstützt habe. Nicht zuletzt ist noch eine sympathische Geste mit Symbolcharakter geplant. Matthias Haenel verrät: „Es wird ein großer Stein aus der Region Suzhou enthüllt, der die enge Verknüpfung zwischen Markranstädt und der Heimatstadt des Mutterkonzerns symbolisieren soll.“

Von Rainer Küster

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