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Markranstädt Fahrradklima in Markranstädt auf dem Prüfstand
Region Markranstädt Fahrradklima in Markranstädt auf dem Prüfstand
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08:03 17.10.2018
Am Westufer des Kulkwitzer Sees in Markranstädt wird derzeit am Pappelwald der Radrundweg ausgebaut. Bis zum Jahresende soll der Bau abgeschlossen sein. Quelle: André Kempner
MARKRANSTÄDT

Der vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) bundesweit ausgerufene Fahrradklima-Test 2018 beschäftigt in Markranstädt wohl eher die Stadtverwaltung als die Pedalritter. Das Interesse der radfahrenden Einwohner hinsichtlich einer Beteiligung an der Online-Befragung ist bislang jedenfalls gering. Dabei ist in Sachen Radwegebau derzeit einiges in Bewegung.

Das mangelnde Umfrage-Interesse überrascht wenig. In den zurückliegenden drei Umfragen der Jahre 2012 bis 2016 gingen nicht einmal genügend Meldungen beim ADFC ein, um die Sportstadt am See überhaupt ins bundesweite Ranking aufnehmen zu können.

Auch in diesem Jahr ist Markranstädt noch meilenweit davon entfernt, in die Wertung einzugehen. Ganze fünf von mindestens 50 erforderlichen Fragebögen wurden laut Zwischenmeldung des ADFC bis zum 6. Oktober ausgefüllt. Immerhin schon bei Halbzeit mehr als nach dem Endstand im Jahre 2012 (ein Teilnehmer) oder 2016 mit vier Rückmeldungen. Allerdings auch weniger als 2014. Damals hatten 28 Radfahrer an der Umfrage teilgenommen.

Noch 45 fehlen zur Erwähnung

Noch ist allerdings Zeit, bis zum 30. November wenigstens die 45 fehlenden Stimmen abzugeben. Die Stadtverwaltung hat alle Bürgerinnen und Bürger deshalb noch einmal aufgerufen, sich an der Umfrage zu beteiligen.

Denn kritische Anmerkungen gibt es in Kreisen der Pedalritter reichlich, wenn es um die Radwege in und um Markranstädt geht. Das Spektrum reicht von der Beschilderung über den Zustand des Fahrbahnbelages und die Streckenführung bis hin zum Ausbaugrad des Netzes.

Die Internet-Satireschrift „Markranstädter Nachtschichten“ hatte solche Missstände in einer dreiteiligen Folge bereits im Frühjahr aufgegriffen. Darunter waren Radwege, die zwar laut Schild ein Ende haben, jedoch nirgendwo einen Anfang oder solche, die jäh enden und dadurch Gefahrenpotenzial für Radfahrer bergen.

Kurz vor der Tankstelle verengt sich die Fahrbahn der Leipziger Straße und der Radweg endet. Zudem fehlt ein Hinweis darauf, wo der Radfahrer seinen Weg fortsetzen kann. Quelle: Kempner

In Sachen Komplettierung des Radwegenetzes hat man in Markranstädt allerdings Grund zu Optimismus. So sei der weitere Ausbau der Trassen entlang der B 87 und B 186 als Priorität „Klasse A“ mit Umsetzung bis 2025 in der Radverkehrskonzeption des Freistaates Sachsen vorgesehen, heißt es im Rathaus. Die meisten der darin enthaltenen Projekte befinden sich laut Stadtverwaltung bereits in der Planungsphase.

Sprecherin Heike Helbig informiert: „Zum Radweg entlang der B 186 in Richtung Zwenkau ist Markranstädt derzeit an einer Anhörung zur Stellungnahme der Träger öffentlicher Belange zur Vorplanung beteiligt.“

Auch wenn das Schild einen Radweg verheißt, ist hier Schluss mit sicherem Radfahren entlang der B 87 in Richtung Lützen. Im November beginnen Vermessungsarbeiten. Quelle: Kempner

Noch weiter sei inzwischen die Verbindung in Richtung Lützen gediehen. „Beim Radweg-Projekt entlang der Bundesstraße 87 zwischen Markranstädt und Quesitz wird voraussichtlich bereits Mitte November mit den Vermessungsarbeiten begonnen“, so Helbig. Für die Förderung des Radverkehrs im ländlichen Raum seien gerade die Strecken entlang der Bundes- und Staatsstraßen von Bedeutung. Die Stadt sehe hier auch ein positive Entwicklung in der Vernetzung des südlichen und nördlichen Leipziger Neuseenlandes für den touristischen Radverkehr.

Wegenetz soll geschlossen werden

Diskutiert wird gegenwärtig auch über die Fortführung zweier Radwege im Norden von Markranstädt. Die Verbindung entlang der B 186 in Richtung Schkeuditz endet gegenwärtig in Priesteblich, der parallel geführte Radweg neben der Straße „An den Windmühlen“ führt nur bis nach Frankenheim. In beiden Fällen sei ein Lückenschluss nach Dölzig und dem Auwald greifbar, heißt es. Während das Vorhaben zwischen Priesteblich und Dölzig bereits konkrete Formen angenommen habe, sei die Fortführung ab Frankenheim abhängig vom ohnehin vorgesehenen Ausbau der Dölziger Straße.

Aktuell erfolgt in Markranstädt der Lückenschluss des Seerundweges im Bereich des Pappelwaldes. Damit wird die bislang nur als besserer Trampelpfad bestehende Verbindung entlang des Kulkwitzer Sees zwischen der Markranstädter Uferpromenade und der Ortschaft Göhrenz erschlossen. Nach Abzug der Fördermittel verbleibt für die Stadt Markranstädt bei diesem Projekt ein Investitionsvolumen in Höhe von 157 000 Euro. Die Fertigstellung ist für Ende des Jahres avisiert.

Was Hinweise, Kritiken oder Verbesserungsvorschläge hinsichtlich der Radwege angeht, wolle die Stadt auch genau auf die Auswertung der Umfrage des ADFC schauen. Bürgermeister Jens Spiske (FWM) hofft daher auf eine aktivere Beteiligung und bittet: „Unter der Internetadresse www.fahrradklima-test.de können sich alle Bürgerinnen und Bürger an der Umfrage beteiligen.“

Von Rainer Küster

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