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Markranstädt Freie Wähler stürzen in Markranstädt ab
Region Markranstädt Freie Wähler stürzen in Markranstädt ab
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13:20 28.05.2019
Wahllokal in Markranstädt: Am Sonntag haben die Freien Wähler hier massiv verloren. Quelle: Andre Kempner
Markranstädt

Die Markranstädter haben gewählt: Während sich die CDU über ihr stabiles Ergebnis freut, gibt es lange Gesichter bei den Freien Wählern. Zum ersten Mal in den Stadtrat einziehen konnten hingegen die Grünen.

„Wir sind sehr enttäuscht“, erklärte Freie-Wähler-Stadtchef Jens Spiske am Tag nach der Wahl auf Nachfrage der LVZ. „Es ist schade, dass wir den Wählerinnen und Wählern offenbar nicht vermitteln konnten, dass wir in den vergangenen fünf Jahren sachorientierte Politik für Markranstädt gemacht haben.“ Die Freien Wähler haben nach vorläufigem Endergebnis die Hälfte ihrer Sitze im Stadtrat verloren, die Mandate schrumpften von vier auf zwei Sitze. Die Vereinigung stürzte in der Wählergunst von 19,2 auf 9,2 Prozent ab.

Auch als Bürgermeister müsse er nun mit dem Ergebnis umgehen. „Die Wähler haben entschieden“, so Spiske. Für ihn gelte weiterhin: Eine gute Idee bleibe eine gute Idee, egal von wem sie komme. „Die neuen Abgeordneten der AfD kenne ich nicht“, meinte er. „Sie sind vorher kommunalpolitisch nicht in Erscheinung getreten.“ Auswirkungen auf seine eigene Kandidatur als Bürgermeister habe das Ergebnis nicht. „Ich trete natürlich wieder an“, erklärte Spiske. Auch, weil er sehen wolle, wie sehr dieses Ergebnis an Personen hängt.

Große Freude dagegen bei Neu-Stadtrat Tommy Penk von den Grünen. „Ich bin positiv überrascht“, sagte er am Montag. „Mit einem so guten Ergebnis haben wir nicht gerechnet. Das Thema Radverkehr und die nachhaltige Nutzung des Kulkwitzer Sees sind Schwerpunkte, mit denen ich mich in den nächsten Jahren beschäftigen möchte“, so Penk. „Die Verkehrsthematik ist nicht zu unterschätzen. Markranstädt ist eine wachsende Stadt und damit wachsen auch die Verkehrsprobleme.“ Das Ergebnis der AfD sieht er nüchtern. „Wir müssen das so hinnehmen.“ Auf der Sachebene wolle er nun versuchen, auch mit der AfD gute Ergebnisse für Markranstädt zu erreichen. „Wenngleich ich natürlich deren Programmatik nicht teile.“

In den Ortschaften von Markranstädt wurden zudem am Sonntag die Ortschaftsräte gewählt. Auch hier dominierte klar die CDU. In Quesitz erreichten die Christdemokraten 84,3 Prozent der Stimmen, die restlichen 15,7 entfielen auf die Linke. Die Wahlbeteiligung für den Ortschaftsrat lag bei 61,1 Prozent.

In Frankenheim ging sogar ein Prozent der Wahlberechtigten mehr zur Wahl. Auch hier liegt die CDU deutlich vorn, sie vereinte 83,6 Prozent der Stimmen auf sich. Neben den Christdemokraten ist in Frankenheim die SPD angetreten, sie bekam 16,4 Prozent.

Bunter sieht es dagegen in Kulkwitz aus. Bei einer Wahlbeteiligung von 57,1 Prozent kommen die CDU auf 65,4 Prozent, die Freien Wähler auf 19 Prozent, die Linke auf 7,9 Prozent und die SPD auf 7,7 Prozent.

Der Ortschaftsrat Göhrenz wird künftig von Kandidaten der Bürger für Markranstädt dominiert. Die Vereinigung erreichte 49,7 Prozent, gefolgt von den Freien Wählern mit 20,5 Prozent. Die CDU kam auf 17,1 Prozent der Stimmen, die SPD auf 12,7.

Die schlechteste Wahlbeteiligung bei der Ortschaftsratswahl ist mit 52,3 Prozent in Großlehna zu verzeichnen. Auch hier dominiert die CDU mit 77,1 Prozent. Die Christdemokraten hatten auf dem Spitzenplatz die frühere Bürgermeisterin Carina Radon ins Rennen geschickt. Die Freien Wähler kamen dort nur auf 15,2, die SPD auf 7,8 Prozent.

Von Linda Polenz

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