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Markranstädt Großküche – Bürgermeister spricht Klartext
Region Markranstädt Großküche – Bürgermeister spricht Klartext
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15:27 11.03.2019
Bereits im vergangenen Herbst setzten sich die Anwohner für den Erhalt des Grünstreifens ein. Quelle: Foto: André Kempner
Markranstädt

Die Auseinandersetzung zwischen den Anwohnern der Lilienthalstraße in der Ranstädter Mark und einer Großküche, die gegenüber der Wohnhäuser einen neuen Standort bauen will, geht in die nächste Runde. Nachdem beim Investor ein anonymer Brief von Anwohnern aus der Ranstädter Mark eingegangen ist, hat sich der Markranstädter Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler) am Donnerstagabend in der öffentlichen Sitzung des Stadtrates geäußert.

„Wer anonym derartige Briefe verfasst, handelt feige und gegen alle Prinzipien einer offenen und sachlichen Auseinandersetzung“, so der Oberbürgermeister. „Dies kann nicht Grundlage eines kons- truktiven Miteinanders sein.“ Im anonymen Schreiben, das der LVZ vorliegt und unterschrieben ist mit „Anwohner der Ranstädter Mark“, stellen der oder die Verfasser verschiedene Fragen an den „potenziellen Neunachbarn“.

So wollen der oder die Unterzeichner gleich mit der ersten Frage wissen, ob dem Investor „ein gutnachbarschaftliches Verhältnis überhaupt wichtig oder völlig egal“ ist. Oder: „Wieso baut man unbedingt an einer Stelle, wo Konfliktpunkte mit den langjährig ansässigen Anwohnern vorprogrammiert sind, obwohl durch Herrn Bürgermeister Spiske mehrere Alternativstandorte im gleichen Gewerbegebiet angeboten wurden?“ Von diesen Anwohnern wechselten nun viele ins Rentenalter und hätten ausreichend Zeit, die von Gericht und Umweltamt gesetzten Auflagen penibelst zu kontrollieren und etwaige Verstöße zur Anzeige zu bringen, heißt es weiter.

Spiske zeigte sich gegenüber den Stadträten darüber mehr als wütend. „Der Gipfel der unwahren Argumentation und Agitation seitens einiger weniger Bürger ist der Ihnen heute vorliegende, anonyme Brief“, sagte er. „Nicht nur, dass dieser in einer für mich abstoßend zynischen Art verfasst ist, nein, er strotzt vor Unwahrheiten und gipfelt in einer mehr oder weniger verdeckten Drohung.“ Der oder die Verfasser würden Falschaussagen in die Welt setzen. „Ich habe nie mehrere Alternativangebote unterbreitet, aus der die Zwergenküche hätte auswählen können“, so Spiske. „Seitens der Stadt Markranstädt bestanden nie Zweifel an der Zulässigkeit des geplanten Vorhabens.“

Auch in Sachen Grünstreifen, der den Anwohnern als Sicht- und Lärmschutz zwischen der Wohnbebauung und dem Gewerbegebiet sehr wichtig ist (die LVZ berichtete), habe es nie Unstimmigkeiten gegeben. „Es war nie geplant, die Grundstückseinfahrt entgegen den Festsetzungen des Bebauungsplans auf über acht Meter zu verbreitern“, erklärte Spiske. Ebenfalls nie geplant war es, den Grünstreifen zu entfernen. „Es wurde seitens der Stadt immer darauf bestanden, dass die Festsetzungen des gültigen Bebauungsplanes eingehalten werden“, so der Stadtchef. „Der Grünstreifen ist im Plan festgesetzt.“

Für den oder die Absender des Schreibens stellt sich allerdings in diesem anonymen Brief die Frage: „Wieso habt ihr eigentlich so viel Geld übrig, um einen Grünstreifen für den Preis von Bauland zu kaufen?“ Zudem wird Markranstädts Bürgermeister Spiske direkt angegriffen: „Ein arroganter und ignoranter Bürgermeister hat mit seinem Plan, ein Lärm- und Geruchsbelästigungen erzeugendes Unternehmen in nicht mal 40 Meter Entfernung zu Wohnhäusern zu bauen, die Leute so richtig auf die Palme gebracht.“ Die Anwohner würden „zur Wahrung ihrer Interessen auch richtig Geld investieren“.

Für den Bürgermeister steht dagegen fest: „Hier geht es den Anwohnern, oder dem einzelnen Briefeschreiber, nicht um eine konstruktive Auseinandersetzung sondern um Rechthaberei im Schutze der Anonymität.“ Der Brief erfülle für ihn den Tatbestand der üblen Nachrede.

Von Linda Polenz

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