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Markranstädt Im Landkreis Leipzig fehlen über 1000 Plätze in Kitas und Horten
Region Markranstädt Im Landkreis Leipzig fehlen über 1000 Plätze in Kitas und Horten
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09:14 04.07.2019
Der Kita -Neubau in Brandis aus der Vogelperspektive. Die Einrichtung wird nach ihrer Fertigstellung 180 Kindern Platz bieten. Quelle: Frank Schmidt
Landkreis Leipzig

Berufstätige Eltern können ein Lied davon singen: In einigen Kommunen gleicht der Vertrag für einen Krippen- oder Kitaplatz einem Sechser im Lotto. Aktuellen Zahlen des Landkreises zufolge war die Situation noch nie so angespannt. „Akut fehlen über Tausend Plätze in Krippen, Kitas und Horten, um den Bedarf zu decken“, erklärt Landrat Henry Graichen (CDU).

Jugendamt im Landkreis schreibt Bedarfsplan fort

Bezug nimmt er auf die Fortschreibung der Bedarfsplanung, die am Dienstagabend im Jugendhilfeausschuss verabschiedet wurde. Für die gesamte Planung der Kapazitäten ist das Jugendamt zuständig, das regelmäßig fehlende Plätze in Kitas, Krippen und Horten auflistet.

War man vor Jahren noch von sinkenden Kinderzahlen ausgegangen, hat sich das Blatt längst gewendet. Die Zahl der Geburten, die nach der Jahrtausendwende stark schwankte, zeigt seit dem Tiefpunkt im Jahr 2013 mit 1814 Geburten verlässlich nach oben. „Auch 2018“, berichtet Graichen über einen an sich erfreulichen Trend, „wurden das dritte Jahr in Folge über 2000 Geburten registriert.“ Hinzu komme, dass in zahlreichen Orten neue Wohngebiete entstehen – mit absehbarer Nachfrage nach guter Betreuung für den Nachwuchs.

Fördermittel für den Bau von Kitas bleiben aus

Um die vom Kreis geforderten Plätze zu schaffen, sind die Kommunen zwingend auf Fördermittel angewiesen. Die entsprechenden Töpfe indes sind leer. Weshalb das neue Pflichtenheft in den Rathäusern auf gemischte Gefühle stoßen dürfte.

„Für den Zeitraum 1. September 2019 bis 31. August 2020 legt die Planung den Bedarf für jede der 30 Landkreis-Kommunen exakt fest“, erklärt das Jugendamt. Zwar werden in der Region innerhalb des Planjahres 2019/2020 insgesamt 178 Krippen-, 143 Kindergarten und 303 Hortplätze durch die Kommunen geschaffen, doch aus Sicht des Landkreises reicht dies hinten und vorne nicht. „Wir gehen von 452 Plätzen aus, die zusätzlich benötigt werden. Unterm Strich müssten damit binnen eines Jahres 1076 Plätze entstehen, um den Bedarf zu decken“, erläutert Graichen. Von 2020 bis 2022 seien außerdem weitere 2110 Plätze notwendig, von denen bislang aber nur 597 durch Projekte unterlegt sind.

Engpässe in Borna, Großpösna, Kitzscher, Pegau und Machern

In der Regel zählen Kommunen mit massivem Zuzug zu den Sorgenkindern. Besonders angespannt ist die Lage demnach in Großpösna, wo bis August 2020 40 Kita-Plätze angemahnt werden. In Borna geht es um 25 Krippen- und 45 Kita-Plätze, die fehlen. In Kitzscher sind 26 Krippen- und zehn Kita-Plätze dringend nötig. Nicht besser sieht es in Markranstädt (50 geforderte Kita-Plätze), Pegau (40 Kita-Plätze) und Rötha (25 Kita-Plätze) aus. Auch Zwenkau rangiert mit 15 Krippen-, 30 Kita- und 25 Hortplätzen in den Miesen. Rötha braucht 25 zusätzliche Kita-Plätze. In Machern werden laut Jugendamt zeitnah acht Krippen- und 25-Kita-Sprösslinge in die Röhre schauen.

Brandis vom Sorgenkind zum Vorreiter

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Entwicklung der Geburten im Landkreis Leipzig Quelle: Patrick Moye

inige Kommunen können sich aber auch entspannt zurücklehnen. Dazu zählen zum Beispiel Bad Lausick, Belgershain, Borsdorf, Colditz, Frohburg, Grimma, Lossatal, Otterwisch und Trebsen. Hier scheint das Angebot auf Jahre hinaus zu passen.

Auf gutem Weg befindet sich auch Brandis. Noch vor kurzem vom Jugendamt angezählt, kann die Stadt bald einen Neubau mit 180 Plätzen einweihen - auch dank üppiger Förderung.

Von Simone Prenzel

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