Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markranstädt Landkreis Leipzig: Ehemaliger HP-Manager wird Breitbandkoordinator
Region Markranstädt Landkreis Leipzig: Ehemaliger HP-Manager wird Breitbandkoordinator
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:32 03.07.2019
Gesine Sommer, Leiterin der Stabsstelle im Bornaer Landratsamt, im Gespräch mit dem neuen Breitbandkoordinator Matthias Peter. Quelle: Jens Paul Taubert
Landkreis Leipzig

Der Landkreis hat die Suche nach einem Breitbandkoordinator erfolgreich beendet: Seit 1. Juni ist Matthias Peter in dieser Funktion im Bornaer Landratsamt tätig. „Mit der Besetzung der Stelle kommen wir dem Ausbau der digitalen Infrastruktur wieder ein Stück näher“, erklärt Landrat Henry Graichen (CDU). Der 55-Jährige ist ab sofort offizieller Ansprechpartner für alle Fragestellungen sowohl von Bürgern, Unternehmen als auch Kommunen. Zu seinen Aufgaben gehört es, die genannten Akteure zu vernetzen sowie Fragen und Problemstellungen zur Breitbandversorgung aufzunehmen.

IT-Experte in Klinga beheimatet

„Ich freue mich auf die Aufgabe“, erklärt der gebürtige Magdeburger, der seit mehreren Jahrzehnten in Klinga zuhause ist. Wie nötig der Landkreis schnelle Datenautobahnen hat, weiß der Parthensteiner aus eigener Erfahrung. „Bei mir zu Hause liegen sechs Megabit (Mbit) pro Sekunde an. Damit kann man keine große Sprünge machen. Einfache Updates dauern unter diesen Umständen mehrere Stunden.“

Erfahrungen bei Großprojekten in Europa und Asien

Matthias Peter war 27 Jahre lang für den amerikanischen PC- und Druckerhersteller HP tätig; ohne sein Diensthandy mit LTE-Flat wäre er daheim aufgeschmissen gewesen. In seinem früheren Unternehmen war der Klingaer in unterschiedlichen Positionen tätig und hat in Europa und Asien verschiedene Projekte betreut. „Vorrangig ging es dabei um Projektierung, Ausbau und Monitoring von großen Rechenzentren“, berichtet der 55-Jährige. Zuletzt war Peter dafür zuständig, für Toll Collect im Zusammenhang mit der bundesweiten Einführung der Lkw-Maut Management und Monitoring für Mautsäulen und Kassenterminals zu betreuen.

Experte: Breitband-Ausbau im Landkreis ist eine Herausforderung

Nach vier Wochen im neuen Job ist der Muldentaler zuversichtlich, seinen Beitrag zum Breitbandausbau im Landkreis leisten zu können. „Die Aufgabe ist sportlich, aber zu schaffen“, erklärt er. Er sei gut aufgenommen worden und sei dabei, sich in die Feinheiten zu vertiefen. „Zwar ist es ein Unterschied, ob man in der privaten Wirtschaft oder einer öffentlichen Verwaltung arbeitet. Aber ehrlich gesagt bin ich vom Schritttempo der Kreisbehörde positiv überrascht.“ Zwar verfüge er über keine spezielle Erfahrung beim Aufbau von Breitbandnetzen. „Ich habe allerdings Projekte unter extrem unterschiedlichen Arbeitsbedingungen bewältigt und fühle mich insofern der Aufgabe durchaus gewachsen.“

Ende vergangenen Jahres hatte der Kreis ein Markterkundungsverfahren gestartet, um die Ausbaugebiete zu ermitteln, die – weil unterversorgt – gefördert werden können. Dazu hatten die privaten Telekommunikationsunternehmen die Möglichkeit, den aktuellen Stand ihrer Versorgungsleistungen und die beabsichtigten Ausbaubereiche für die nächsten drei Jahre darzustellen.

Ergebnisse der Markterkundung werden bis September ausgewertet

„Die Auswertung der Daten“, erläutert Matthias Peter, „wird jetzt von externen Experten vorgenommen.“ Den Auftrag hat im Juni die Firma Micus Strategieberatung GmbH aus Düsseldorf erhalten. „Wir gehen davon aus, dass die Ergebnisse bis September vorliegen“, so der Breitbandkoordinator, der sich nächste Woche zum Kick-off-Meeting mit Micus trifft. Nach Ende der Auswertung werden Landkreis und Kommunen Klarheit über die zu erschließenden „weißen Flecken“ haben. Und das adressgenau. Außerdem wird die Firma schon erste Vorschläge für grobe Trassenverläufe machen.

Informationsveranstaltungen in unterversorgten Gebieten

„Vor-Ort-Termine zur Information der lokalen Akteure sind überall dort geplant, wo es unterversorgte Gebiete gibt“, ergänzt Gesine Sommer, Leiterin der Stabsstelle Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung. Unterversorgt bedeutet, dass Übertragungsraten von weniger als 30 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) bereitstehen.

Indes laufen auch die Vorbereitungen zur Gründung der Breitband GmbH weiter. „Der Großteil der Kommunen hat dazu bereits entsprechende Beschlüsse gefasst“, berichtet Sommer. Lediglich aus vier Rathäusern habe man noch keine Rückmeldung. Der Beschluss zur Gründung der Breitband GmbH sei derzeit für die Kreistagssitzung am 18. September geplant. Hier soll ebenfalls über den Förderantrag für die flächendeckende Breitbandversorgung entschieden werden.

Von Simone Prenzel

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mehrere Feldbrände beschäftigten am Montag die Kameraden der Feuerwehr. Der Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes, Mike Köhler hofft auf mehr Prävention. Auch Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger kritisiert die Rolle einiger Landwirte.

02.07.2019

Unter dem Stichwort „Lieblingsplätze für alle“ sollen im Landkreis Leipzig Barrieren abgebaut werden. Für bauliche Veränderungen an öffentlichen Einrichtungen stehen in diesem Jahr zusätzlich 71 800 Euro bereit, informiert Sozialamtsleiterin Karina Keßler.

02.07.2019

Gut besucht: Im Markranstädter Stadtbad kühlen sich täglich bis zu 400 Besucher ab. Deshalb darf ab sofort bis Ende September auch die Festwiese als kostenfreier Parkplatz genutzt werden.

28.06.2019