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Markranstädt Leises Stühlerücken im Rathaus
Region Markranstädt Leises Stühlerücken im Rathaus
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08:01 07.05.2019
100 Tage im Amt: Ordnungsamtsleiter Pierre Jäkel. Quelle: Foto: André Kempner
Markranstädt

Der Führungswechsel vollzog sich fast geräuschlos. Schon seit Februar hat das Markranstädter Ordnungsamt einen neuen Chef. Pierre Jäkel heißt er, ist 43 Jahre alt und in dieser Woche 100 Tage im Amt. Von der berühmten Schonfrist will der neue Mann zwar nichts wissen, aber dennoch ist er froh, dass er sich mit der nötigen Konzentration in sein Aufgabenfeld einarbeiten konnte.

Jäkels berufliche Entwicklung passt eigentlich gar nicht so richtig in das übliche Karrierebild öffentlicher Verwaltungsstellen. Die ersten Sporen verdiente er sich im Polizeidienst, danach arbeitete er als Kraftfahrer, musste dann gesundheitsbedingt umschulen und war zuletzt im Personalamt in Großpösna beschäftigt. „Er ist nicht von der Schule direkt in die Verwaltung gekommen, sondern hat vorher auch die anderen Facetten des Lebens kennengelernt“, schwärmt Bürgermeister Jens Spiske von seinem neuen Mann. Das werde Pierre Jäkel inzwischen auch von vielen Bürgen attestiert, die den neuen Chef im Ordnungsamt „nicht als Paragrafenreiter kennengelernt haben, sondern als Mann, mit dem man reden kann und der Lösungen sucht.“

Konsequent, aber zu Kompromissen bereit

Konsequent aber nicht kompromisslos, so sieht sich Jäkel auch selbst. „Ich weiß, was der Bürger erwartet und sehe mich als Dienstleister“, meint der Vater zweier Kinder, der täglich zwischen seinem Wohnort Regis-Breitingen und Markranstädt pendelt. Auch deshalb waren die ersten 100 Tage wichtig. Die Stadt am See und ihre Besonderheiten musste er erst kennenlernen. „Die Nähe zu Leipzig schafft hier eine besondere Situation“, hat er festgestellt. So seien die Schmierereien und Sachbeschädigungen, ein wachsendes Problem in der Stadt, nicht nur das Werk Markranstädter Jugendlicher. „Zunehmend kommen sie aus Leipzig hierher und werden hier aktiv.“

Pierre Jäkel will die Probleme offensiv angehen. „Es gibt Regionen, in denen es gelungen ist, solche Entwicklungen zurückzudrängen. Wir müssen uns fragen: Wie machen die das?“ Allein den Gemeindevollzugsdienst personell aufzustocken, werde nicht reichen, meint er, obwohl auch das auf seiner Agenda steht. „Die Mitarbeiter müssen entsprechend geschult werden. Neben Prävention und Deeskalation kommt es zunehmend auf Maßnahmen der qualifizierten Eigensicherung an.“ Dazu habe er bereits Kontakt mit einem Ausbildungszentrum aufgenommen. Jäkel will, dass sein Team durch Selbstsicherheit Empathie ausstrahlt. „Wenn die Menschen sagen, dass sie unser Wirken als Dienstleistung verstehen, dann haben wir einen großen Schritt gemacht.“

Von Rainer Küster

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