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Markranstädt Portalpraxen im Landkreis Leipzig: KVS hält sich bedeckt
Region Markranstädt Portalpraxen im Landkreis Leipzig: KVS hält sich bedeckt
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12:09 21.10.2019
In Delitzsch öffnete bereits 2018 eine der ersten Bereitschaftspraxen in Sachsen. Quelle: Wolfgang Sens
Landkreis Leipzig

Nicht jeder, der eine Notaufnahme aufsucht, ist auch ein Notfallpatient. Doch gerade von solchen Betroffenen wurden die Notaufnahmen in den vergangenen Jahren förmlich überrannt. Die Politik schiebt diesem Verhalten nun einen Riegel vor. Der Gesetzgeber hat der Vertragsärzteschaft aufgetragen, der übermäßigen Inanspruchnahme der Notaufnahmen entgegenzuwirken. Ziel: Nur noch wirkliche Notfälle sollen von den Kliniken versorgt werden. Handelt es sich um Erkrankungen, mit denen der Patient einen niedergelassenen Arzt aufsuchen würde, soll er den dafür vorgesehenen kassenärztlichen Bereitschaftsdienst aufsuchen.

Ein Drittel der Patienten in der Notaufnahme sind keine Notfall

Studien gehen davon aus, dass etwa 30 Prozent der Patienten, die eine Notaufnahme aufsuchen, keine Notfälle sind. Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) will dieser Entwicklung mit einem neuen System begegnen. Patienten sollen künftig sogenannte Portalpraxen aufsuchen. Diese stehen außerhalb der üblichen Sprechzeiten von Hausärzten zur Verfügung, vor allem auch an Wochenenden und Feiertagen. Sind Patienten nicht in der Lage, eine Portalpraxis aufzusuchen, kommt ein Fahrdienst mit einem Bereitschaftsarzt zum Einsatz.

Bereitschaftspraxen übernehmen Filterfunktion

Die Portalpraxen, so heißt es weiter, sollen zusätzlich eine Filterfunktion übernehmen. Dort sei zu entscheiden, ob ein Patient stationär aufgenommen werden müsse oder nach der gesundheitlichen Stabilisierung zurück an den Hausarzt verwiesen werden kann.

Seit Juli gibt es in den Kliniken Delitzsch und Eilenburg testweise Portalpraxen, auch Bereitschaftspraxen genannt, die die örtlichen Notaufnahmen entlasten sollen. Mit Erfolg.

Gepostet von LVZ Nordsachsen am Sonntag, 24. Februar 2019

Die ersten Pilotpraxen öffneten Mitte 2018 unter anderem auch im benachbarten Nordsachsen. An den Kliniken Delitzsch und Eilenburg werden Patienten seitdem in Portalpraxen betreut, um die örtlichen Notaufnahmen zu entlasten. Im Oktober gingen insgesamt zwölf weitere Praxen zum Beispiel in Oschatz und Torgau, aber auch an anderen sächsischen Klinikstandorten an den Start. Die Erkenntnisse aus den Pilotregionen seien überwiegend positiv, heißt es seitens der KVS. Insbesondere gelte es, auch die niedergelassenen Ärzte von den Vorteilen zu überzeugen, denn in deren Reihen ist die Kritik an der Strukturreform nicht zu überhören. Die KVS führt jedoch erste positive Erfahrungen ins Feld: „So hat die Dienstbelastung spürbar abgenommen und die anfänglichen Vorbehalte der Kolleginnen und Kollegen gegen den zentral organisierten Fahrdienst konnten in der Regel abgebaut werden“, erklärte Barbara Teichmann, Mitglied der Vertreterversammlung.

In Pilotregionen laufen erste Praxen gut

Klaus Heckemann, Vorstandsvorsitzender der KV Sachsen, betont die Vorteile, die sich aus seiner Sicht für die Patienten, aber auch die Kommunikation zwischen Klinikärzten und niedergelassenen Medizinern ergeben: „Aus den Erfahrungen in den Pilotregionen wissen wir, dass die Bevölkerung Bereitschaftspraxen sehr gut annimmt. Es entsteht ein echter Nutzen für die medizinische Versorgungssituation der Patienten durch die kurzen Wege zwischen der Bereitschaftspraxis und dem jeweiligen Klinikum sowie gemeinsam genutzten organisatorischen Strukturen.“

Nächstes Jahr eröffnen weitere Portalpraxen – aber wo?

Wann die neue Struktur auch im Landkreis Leipzig greift, dazu hält sich die KVS derzeit noch bedeckt: „Wir werden im kommenden Jahr weitere Portalpraxen öffnen. Ob darunter auch Standorte im Landkreis Leipzig sind, lässt sich derzeit noch nicht sagen“, erklärt Sprecherin Katharina Bachmann-Bux gegenüber LVZ. Aktuell seien 2020 zwei weitere Eröffnungswellen in Sachsen geplant. Dabei sei es allerdings nicht zwingend, dass an jedem Klinikstandort eine Portalpraxis an den Start geht. „Dies kann trotz unseres Wollens auch an vertraglichen Dingen scheitern“, gibt die Sprecherin zu bedenken. Frühestens Anfang nächsten Jahres könne man sagen, ob auch der Landkreis Leipzig Portalpraxen erhält.

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Bundesweite Kampagne zur 116117

Um die Notaufnahmen zu entlasten, soll auch die bundesweite Bereitschaftsdienstnummer 116117 bekannter gemacht werden. Dazu startete die der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in diesem Jahr eine groß angelegte Infokampagne. Zwei Elfen in türkis- und pinkfarbenen Kostümen, „Elf6“ und „Elf7“, sind die Markenbotschafter der gleichnamigen Nummer. Mit TV- und Online-Spots, Plakaten und Anzeigen wollen die KBV und die Kassenärztlichen Vereinigungen der Länder die Bereitschaftsdienstnummer noch bekannter machen. „Im vergangenen Jahr haben bereits sieben Millionen Anrufer die Nummer gewählt, doch wir wollen mehr erreichen“, erklärte Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV. Hintergrund ist, dass viele Menschen auch mit vergleichsweise harmlosen Beschwerden direkt ins Krankenhaus gehen oder den Notruf 112 wählen. Laut der aktuellen Versichertenbefragung der KBV verständigen nur 26 Prozent von über 5600 Befragten den ärztlichen Bereitschaftsdienst, wenn sie nachts oder am Wochenende krank werden. Zwar gaben 37 Prozent an, die Telefonnummer des Dienstes zu kennen, allerdings konnte hiervon wiederum nur gut die Hälfte diese auch korrekt benennen.

Von Simone Prenzel

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