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Markranstädt Viel Diskussion um eine Bank in Markranstädt
Region Markranstädt Viel Diskussion um eine Bank in Markranstädt
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17:45 09.07.2019
Ähnlich wie weiter vorn in der Leipziger Straße sollten auch vor der Hausnummer 20 Stadtmöbel zum Ausruhen aufgestellt werden. Quelle: André Kempner
Markranstädt

Die wichtigsten Dinge kommen meistens zum Schluss. So war es auch in der jüngsten Sitzung des Markranstädter Stadtrates. Eine einfache Nachfrage eines Stadtrates – und eine Geschichte, die auf die lange Bank geschoben wird.

Eigentümer verhindert Möbel-Aufbau auf dem Gehweg

„Wie sieht es denn mit den Stadtmöbeln in der Leipziger Straße aus“, wollte Frank Meißner von der SPD wissen. Konkret geht es um Sitzgelegenheiten vor dem Geschäft in der Hausnummer 20. Dort ansässig ist die Firma G&B. Tisch und Bank, um die es sich dreht, sind genau an dieser Stelle im Gestaltungskonzept der Leipziger Straße vorgesehen – und wurden aus diesem Grund auch bestellt. Als Handwerker die Möbelstücke allerdings aufstellen wollten, sei ein Eigentümer des Hauses auf die Straße gestürmt und habe die Handwerker am Aufbau gehindert, heißt es aus dem Markranstädter Rathaus.

Bank-Affäre beschäftigt Juristen

Die Firma G&B gehört Henri Geppert, dem Ehemann von Stadträtin Kirsten Geppert, die zudem die Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler Markranstädt ist. Mittlerweile seien mit der Angelegenheit Anwälte betraut, lautet die Information aus dem Rathaus. „Die Firma G&B hält den Standort von Tisch und Bank für unglücklich und ist der Meinung, dass die Stadt nicht über die Verfügungsrechte für die öffentlich zugängliche Fläche vor dem Geschäft hat“, erklärt Bürgermeister Jens Spiske, der auch Ortschef der Freien Wähler ist. „Wir sehen das allerdings anders.“ Einen Rechtsstreit als solches gebe es nicht, so Spiske. „Es geht nur um eine Bank, deren Standort umstritten ist.“

Öffentliche Fläche oder Privatgrundstück?

Tatsächlich geht es aber wohl um die Frage, wer verfügungsberechtigt ist auf dem Gehweg vor dem Geschäft. „Früher gab es vor den Häusern Vorgärten“, erklärt die Erste Beigeordnete der Stadt, Beate Lehmann. „Diese wurden aber spätestens zu DDR-Zeiten abgeschafft.“ Die Flächen seien dann öffentlich genutzt worden, obwohl die Eigentümer noch im Grundbuch standen. „Daraufhin sind wir als Stadt angehalten worden, diese Flächen zu kaufen“, so Lehmann. Rückständiger Grunderwerb heißt das im Verwaltungsdeutsch. „Das konnte allerdings nur im Einvernehmen mit den Eigentümern passieren“, sagt Lehmann. Offenbar hat es dieses Einvernehmen mit dem Grundstück in der Leipziger Straße 20 nicht gegeben. Nun gehört die Fläche zwar weiter den Eigentümern des angrenzenden Grundstücks. „Aber wir haben das Areal aus Stadtmitteln gestaltet und es befindet sich in öffentlicher Nutzung“, erläutert Lehmann.

Einen Termin zum Aufstellen der Sitzgruppe gebe es nicht, erklärt Bürgermeister Spiske. „Und ich habe auch keinen Termin im Kopf.“ Aussitzen will man das Thema allerdings offensichtlich auch nicht mehr. Im Gegenteil, auf Grund des Standortes, der Verschmutzung im Stadtgebiet und der anhaltenden Sachbeschädigung sei er nunmehr der Auffassung, dass dort eine erhöhte positive Aufenthaltsqualität nicht erreicht werden kann, heißt es vom Bürgermeister. „Vielmehr bin ich der Meinung, dass dort einem Vandalismus sowohl an öffentlichem Eigentum als auch an den Geschäftsräumen von G&B und Rossmann Vorschub geleistet werden könnte. Deshalb habe ich die Aufstellung bisher nicht vorgenommen.“ Vielleicht müsse man gänzlich davon Abstand nehmen.

Stadträtin Geppert sagte übrigens während der Diskussion im Stadtrat kein einziges Wort zu dieser Angelegenheit.

Von Linda Polenz

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