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Markranstädt Von Berger bis Zühlke: Bürgermeister erweisen sich als Zugpferde
Region Markranstädt Von Berger bis Zühlke: Bürgermeister erweisen sich als Zugpferde
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18:04 04.06.2019
Stimmabgabe zur Kreistagswahl. Quelle: Jens Paul Taubert
Landkreis Leipzig

Verwaltungschefs sind begehrte Kandidaten, wenn es bei Wahlen darum geht, möglichst viele Kreuze einzuheimsen. Auch bei der jüngsten Kreistagswahl wurde wieder auf Stadt- und Gemeindeoberhäupter gesetzt. Das Rezept ging in den meisten Fällen auf - allerdings gab es auch prominente Verlierer.

Auf jedem vierten Kreistagsstuhl sitzt ein Bürgermeister

Sage und schreibe 21 Bürgermeister sitzen im neuen Kreistag. Bei insgesamt 86 Sitzen stellt ihre „Fraktion“ damit knapp 25 Prozent der Abgeordneten. Zum Vergleich: In der vergangenen Legislaturperiode kamen die Rathauschefs auf rund 26 Prozent. Zählt man die ehemaligen Bürgermeister noch hinzu, wird die Dominanz der Verwaltungsexperten noch deutlicher: Denn im aktuellen Kreistag sitzen zusätzlich zu den amtierenden noch neun Ex-Bürgermeister. Auch sie sind begehrte Zugpferde, ihnen wird viel Erfahrung und kommunalpolitische Kompetenz unterstellt.

CDU stellt die meisten Bürgermeister mit Kreistagsmandat

Die meisten Rathauschefs zählt die CDU-Fraktion. Bei den Christdemokraten erwies sich der bisherige Fraktionsvorsitzende und Groitzscher Bürgermeister Maik Kunze als größtes Zugpferd. Aber auch die Amtskollegen Holger Schulz (Zwenkau), Thomas Pöge (Thallwitz), Thomas Hellriegel (Neukieritzsch), Stefan Müller (Trebsen), Ludwig Martin (Borsdorf) und David Zühlke (Elstertrebnitz) zogen ordentlich Stimmen. Weitere Ex-Bürgermeister komplettieren die Riege. Allen voran Karsten Richter, der bis zur Eingliederung nach Frohburg Bürgermeister der Gemeinde Eulatal war. Ebenfalls in guter Erinnerung sind dem Wähler offenbar die Amtszeiten von Siegmund Mohaupt (Kohren-Sahlis), Josef Eisenmann (Bad Lausick) und Jürgen Schmidt (Wurzen) geblieben. Damit stellen die amtierenden und ehemaligen Verwaltungschefs elf der 20 CDU-Leute.

Zahlenmäßig kann da nur die Unabhängige Wählervereinigung (UWV) mithalten, die gemeinhin als „Bürgermeister-Fraktion“ gilt. Sechs Stadt- und Gemeindechefs sitzen mit UWV-Mandat im neuen Kreistag, hinzu kommen noch drei ehemalige Verwaltungsbosse. UWV-Gallionsfigur Matthias Berger holte 11 550 Stimmen und damit mehr als jeder Kreistagskandidat vor ihm. Der Grimmaer OBM zog auch Bewerber wie Reiner Rahmlow mit, die es nur auf 448 Stimmen brachten. Im UWV-internen Ranking folgen die Bürgermeister Michael Hultsch (Bad Lausick), Frank Rudolph (Geithain), Maik Schramm (Kitzscher), Jürgen Kretschel (Parthenstein) und Jens Spiske (Markranstädt). Sehr gut schnitten erneut die Ex-Bürgermeister Matthias Schmiedel (Colditz), Uwe Herrmann (Naunhof) und Andreas Dietze (Brandis) ab, die alle drei wieder im Parlament sitzen.

Fünf SPD- und drei Linke-Bürgermeister im Parlament

Bei der SPD haben bekannte Gesichter die Bilanz noch einigermaßen gerettet. Verlass war erneut auf die Zugkraft von Markkleebergs OBM Karsten Schütze, ebenso konnten die Ortschefs von Großpösna (Gabriela Lantzsch), Brandis (Arno Jesse), Lossatal (Uwe Weigelt) und Böhlen (Dietmar Berndt) ihre Popularität in Stimmen ummünzen. Damit stehen fünf der zwölf SPD-Kreisräte aktuell an der Spitze einer Stadt- oder Gemeindeverwaltung.

Die Linke bringt es mit Simone Luedtke (Borna), Bernd Laqua (Bennewitz) und Wolfram Lenk (Regis-Breitingen) immerhin noch auf drei amtierende Bürgermeister in ihren Reihen. Als Stimmenmagnet erwies sich zudem Maria Gangloff, bis 2015 Bürgermeisterin der Stadt Böhlen. Für die FDP zog Ex-Bürgermeister Manfred Heinz aus Colditz Stimmen. AfD und Grüne, ebenfalls im Kreistag vertreten, konnten keine Bürgermeister aufbieten. AfD-Bundestagsabgeordneter Lars Herrmann schaffte es allerdings mit 7331 Stimmen auf Platz 3 aller Kandidaten – nach Stimmenkrösus Matthias Berger (11 550) und Karsten Schütze (7656).

Wurzens OBM Jörg Röglin verpasst den Einzug in den Kreistag

Dass der Amtsbonus kein Freifahrtschein ist, belegen die Wahlergebnisse ebenfalls. Prominentester Verlierer ist Jörg Röglin. Dem OBM von Wurzen reichten 1718 Stimmen nicht aus, um in den Kreistag einzuziehen. Pikant: Röglins Amtsvorgänger Jürgen Schmidt erhielt einen höheren Zuspruch als der aktuelle Wurzener Rathauschef. Mit Matthias Kauerauf (Otterwisch) und Thomas Hagenow (Belgershain) verfehlten zwei weitere Gemeindeoberhäupter die Ziellinie. Beide waren für die UWV angetreten. Mit Hartmut Harbich, Ex-Stadtoberhaupt von Kitzscher, hat es auch ein CDU-Urgestein nicht geschafft.

Von Simone Prenzel

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