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Markranstädt Wo den Markranstädtern der Schuh drückt
Region Markranstädt Wo den Markranstädtern der Schuh drückt
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08:01 11.05.2019
Einen besseren Nahverkehr wünschten sich die meisten Befragten. Quelle: André Kempner
Markranstädt

Parteien und Wählervereinigungen hören vor Wahlen traditionell etwas genauer hin, wenn es um das Meinungsbild in der Bevölkerung geht. Auch in Markranstädt wurden die Bürger seit Jahresbeginn von unterschiedlichsten politischen Lagern aufgerufen, ihre Standpunkte, Meinungen und Ideen einzubringen. Die Kernthemen, die sich dabei herauskristallisierten, waren größtenteils übereinstimmend. Dass sie auch annähernd repräsentativ sein könnten, legt das jetzt vorgestellte Ergebnis einer groß angelegten Umfrage des Markranstädter SPD-Ortsvereins nahe.

Insgesamt 263 Personen haben sich an der Befragung „Wo drückt der Schuh?“ beteiligt, informiert Frank Meißner. Der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion war überrascht ob dieser hohen Zahl an Rückmeldungen. „Natürlich ist das trotzdem wenig repräsentativ“, räumt er ein, „Aber die Grundaussagen sind nahezu deckungsgleich mit den Ergebnissen, die auch andere Parteien mit auf den Weg bekamen.“ Vor diesem Hintergrund ist er überzeugt: „Alle gesellschaftlich und kommunalpolitisch agierenden Kräfte tun gut daran, diese Ergebnisse ernst zu nehmen.“

Mehr als 70 Prozent fühlen sich wohl in der Stadt

Die Befragung war in fünf Themenkomplexe gegliedert. Gleich im ersten Teil die wohl wichtigste Botschaft aus dem Bürgertum: Über 70 Prozent der Umfrageteilnehmer fühlen sich in ihrer Stadt wohl oder sogar sehr wohl. Für Meißner ist das nicht nur ein Indiz auf die Wahrnehmung der Lebensqualität, sondern auch die Qualität des Meinungsbildes. „Es wurde nicht als Forum für Unzufriedene und Nörgelfritzen genutzt, sondern ist ein glaubwürdiger Querschnitt.“

Das bestätigt auch Michael Unverricht, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes: „Wir hatten in unserer Umfrage einen ähnlichen Tenor. Im Allgemeinen herrscht Zufriedenheit mit der Wohn- und Lebensqualität.“ Die CDU führte ihre Befragung bereits im Januar im Rahmen eines Themenabends durch, an dem sich über 50 Einwohner beteiligten. Auch das Gewicht der anderen Fragen stimme mit den von der SPD gewonnenen Eindrücken weitestgehend überein. „Allerdings standen bei uns Themen der Bildung, Schulen, Kitas und Jugend etwas mehr im Vordergrund“, schränkt Unverricht ein.

Stadtbad liegt ganz vorn

In den Rückmeldungen an die SPD stand dagegen der Erhalt des Stadtbades ganz oben auf der Wunschliste, fast gleichauf mit Barrierefreiheit, bezahlbarem Wohnraum und dem Öffentlichen Personennahverkehr. Dieses Bild setzt sich auch in den folgenden Komplexen fort. Befragt nach den drei wichtigsten Themen, um die sich Stadt- und Ortschaftsräte kümmern sollten, wurden sowohl ÖPNV als auch die Radwege zwischen den Ortschaften und der Kernstadt mit Abstand am häufigsten erwähnt. Danach folgten illegale Müllablagerungen sowie Ordnung und Sicherheit. Interessant: Mit gerade einmal 17 Stimmen rangiert das Thema „schnelles Internet“ in der SPD-Umfrage selbst im ländlichen Raum lediglich im unteren Mittelfeld.

Häufig genannt wurde dagegen die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur. Auch den Freien Wählern Markranstädt (FWM) wurde diese Hausaufgabe mitgegeben. In ihrer Auftaktveranstaltung zum Wahlkampf hatten sie die rund 40 Teilnehmer nach deren Themen gefragt, die auf der Agenda erwartet werden. „Neben Ordnung und Sicherheit standen auch ein Verkehrskonzept und die geforderte Umgehungsstraße im Mittelpunkt des Interesses“, hat sich FWM-Fraktionschefin Kirsten Geppert notiert. Dass die Umfrageergebnisse in weiten Teilen nahezu identisch sind, wundert auch sie nicht: „Wenn man mit offenen Augen durch die Stadt geht, sieht man, dass die Ergebnisse ein Spiegelbild des Alltags sind.“

Promenadenfest oder Kinderfest?

In einem Punkt gehen die Meinungsumfragen allerdings auseinander. Offenbar scheiden sich die Geister in Markranstädt, wenn es um zwei Feste geht. Während das Thema weder bei der Umfrage der CDU noch den Freien Wählern eine große Rolle spielt, muss Frank Meißner überrascht feststellen: „Die einen möchten das Promenadenfest abschaffen und dafür das Kinderfest erhalten, andere wiederum wollen es genau umgekehrt.“ Zumindest die SPD ist damit aufgefordert, die gegensätzlichen Standpunkte programmatisch auf einen Nenner zu bringen. Allerdings wären wohl auch die anderen Parteien gut beraten, das Thema auf dem Schirm zu haben.

Von Rainer Küster

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