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Mitteldeutschland Prozessauftakt: 24-Jährige soll ihr Baby getötet haben
Region Mitteldeutschland Prozessauftakt: 24-Jährige soll ihr Baby getötet haben
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15:38 27.02.2019
Die Angeklagte Brit S. beim Prozessauftakt. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Wegen Körperverletzung mit Todesfolge und Misshandlung von Schutzbefohlenen muss sich Brit S. seit Mittwoch vor dem Dresdner Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, in der Silvesternacht 2017 zu 2018 in ihrer Wohnung in Dresden-Bühlau ihr Baby zu Tode geschüttelt zu haben. Der kleine Junge, geboren am 9. Dezember, wurde gerade einmal drei Wochen alt. Bei dem Doppelnamen für ihren Sohn hatte sich seine Mama viel Mühe gegeben, dann wohl nicht mehr.

Laut Anklage hat Brit S. das Kind bereits am 29. Dezember hart angefasst und kräftig geschüttelt, dabei wurde dem Kleinen entweder auf den Kopf geschlagen oder er ist damit gegen einen harten Gegenstand geprallt. Das hilflose Würmchen muss starke Schmerzen gehabt haben. Am späten Abend des 31. Dezembers passierte das grausame Prozedere erneut. Wieder soll die Angeklagte das Baby so stark geschüttelt haben, dass der kleine Kopf nach vorn und hinten geschleudert wurde und wieder muss das Köpfchen gegen etwas Hartes gestoßen sein oder es wurde darauf eingeschlagen.

Säugling bei Eintreffen der Rettungskräfte bläulich verfärbt

Kurz nach Mitternacht fiel Brit S. und ihrer Lebensgefährtin, die inzwischen in die Wohnung gekommen war, auf, dass der Kleine nicht mehr atmete, die Angeklagte rief die Rettungsstelle an. Als der Notarzt eintraf, war der Säugling schon bläulich verfärbt und ohne Lebenszeichen, trotzdem versuchte der Arzt, ihn fast eine Stunde lang zu reanimieren, was nicht gelang.

Zunächst war man von einem plötzlichen Kindstod ausgegangen, bei der Obduktion fanden Rechtsmediziner dann aber Hinweise auf Gewalteinwirkungen. Brit S. wurde festgenommen und räumte bei einer ersten Vernehmung die Tat auch ein. Später widerrief sie und bezichtigte ihre Lebensgefährtin des Mordes an dem Jungen. Gegen die Frau wurde ermittelt, jedoch wurde der Verdacht nicht bestätigt. Deshalb wirft die Staatsanwaltschaft der Angeklagten auch noch falsche Verdächtigung vor – und zwar in zwei Fällen.

Brit S. hat auch ihren Freund beschuldigt, sie vergewaltigt zu haben, als sie ihn im März 2017 in der JVA besuchte. Zum Sex ist es offenbar gekommen, nur soll der einvernehmlich gewesen sein. In einer dritten Anklage geht es um Betrug. Die Angeklagte soll mehrmals mit falschen Daten online Waren bestellt – von einem Menü für vier Personen bis zu Kindermöbeln –, aber nicht gezahlt haben.

Brit S. äußerte sich nicht zu Vorwürfen

Brit S. – 24 Jahre alt, schmal und blass, das Blond aus den dunklen Haaren rausgewachsen – versteckte sich unter der Kapuze ihrer Jacke. Sie befindet sich seit Januar 2018  in Haft, verbüßte zwischenzeitlich auch mehrere Ersatzfreiheitsstrafen und sitzt nun wieder in U-Haft. Zu den Vorwürfen wollte sie sich nicht äußern. „Meine Mandantin macht von ihrem Schweigerecht Gebrauch. Das betrifft alle Anklagen“, erklärte ihr Anwalt.

Waren der Angeklagten die Nerven durchgegangen und sie mit ihrer Mutterrolle überfordert? Sie hat schon zwei Kinder, die allerdings vor der Tat vom Jugendamt in Obhut genommen worden waren und jetzt in einem Heim leben. Der Prozess wird fortgesetzt, es sind fünf Verhandlungstage angesetzt.

Monika Löffler

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