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Mitteldeutschland 9. Oktober in Leipzig: Veranstalter setzt weiter auf Gysi
Region Mitteldeutschland 9. Oktober in Leipzig: Veranstalter setzt weiter auf Gysi
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16:33 01.07.2019
Sorgt wie hier bei der Diskussion im Leipziger Paulinum zu „500 Jahre Leipziger Disputation“ meist für volle Säle – der Linken-Spitzenpolitiker Gregor Gysi. Gegen seinen Auftritt am 9. Oktober in der Leipziger Peterskirche gibt es aber großen Widerstand. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Kommt er am 9. Oktober oder kommt er nicht? Die Affäre um den Auftritt des Linken-Spitzenpolitikers Gregor Gysi am „heiligen“ Leipziger Revolutionsgeburtstag schlägt weiter hohe Wellen. Nachdem am Wochenende bereits Meldungen kursierten, demnach Gysi von den Veranstaltern als Festredner in der Leipziger Peterskirche ausgeladen worden sei, gab es Montag ein klares Dementi dazu. „Herr Gysi ist weiterhin Teil unseres Programm an diesem wichtigen Tag“, sagte Michael Köhler Vorstand der Leipziger Philharmonie auf Nachfrage von lvz.de. Es gebe trotz des öffentlichen Gegenwindes keinen Anlass, die Einladung zum 30. Jahrestag der historischen Leipziger Montagsdemo zurückzunehmen, machte Köhler klar.

Protestbrief mit 600 Unterschriften

Gegen den Auftritt Gysis in der Peterskirche am geschichtsträchtigen 9. Oktober hatten DDR-Bürgerrechtler in einem offenen Brief, der am Freitag publik wurde, protestiert. Tenor: Es sei an Zynismus kaum zu überbieten, wenn ein ehemaliger Spitzengenosse der SED, gegen deren Herrschaft vor 30 Jahren Zehntausende mutige DDR-Bürger auf der Straße unter Lebensgefahr protestiert hatten, in Leipzig an diesem wichtigen Tag spreche. Das sei geschichtsvergessen, so die Kritiker. Gysi hatte im Spätherbst 1989 als letzter Parteichef die Führung der SED übernommen und ihren Übergang in die PDS wesentlich mitbestimmt. Rund 600 Menschen haben inzwischen das Protestschreiben unterzeichnet. Zu ihnen gehören unter anderem der Liedermacher Wolf Biermann, der Grünen-Politiker Werner Schulz und die Leipziger Bürgerrechtler Gesine Oltmanns und Uwe Schwabe. Auch der Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Christina Hirte (CDU), hatte Gysis Auftritt scharf kritisiert.

Masur-Tochter Carolin tritt auf

Orchester-Vorstand Köhler verwies gegenüber lvz.de darauf, dass man durchaus auf die Kritiker reagieren werde. „Wir möchten einen Zeitzeugen aus dem Lager der Bürgerrechtler als Pendant zu Gysi mit in die Veranstaltung einbinden“, sagte er. Auf konkrete Namen wollte er sich noch nicht festlegen. „Die Verhandlungen laufen noch“. Zudem versuche die Philharmonie auch, mit Unterzeichnern des Briefs – wie Werner Schulz – in Kontakt zu treten. Köhler: „Bisher ohne Erfolg“. “ Im übrigen, so der Orchestervorstand, stünde die Konzertreihe ganz im Geiste von Ex-Gewandhauskapellmeister Kurt Masur (1927-2015). Der Maestro habe die 2014 begonnene Reihe mit der Aufführung von Beethovens 9. Symphonie, zu deren Schlusssatz Friedrich Schillers Ode an die Freude gehört, noch zu Lebzeiten gewürdigt. „Alle Menschen werden Brüder“ – das sei eng mit Masurs Credo verbunden, so Köhler. Masurs Tochter Carolin wird übrigens am 9. Oktober in der Peterskirche vor rund 700 Zuhörern singen.

Die Veranstaltung in der Peterskirche ist nicht Teil des offiziellen, städtischen Gedenkens. Der 9. Oktober gehörte zu den entscheidenden Tagen der friedlichen Revolution. An jenem Tag demonstrierten in Leipzig rund 70 000 Menschen gegen das DDR-Regime. Die Festrede beim Lichtfest wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier halten.

 

Von André Böhmer

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