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Mitteldeutschland Bodenplatte aus dem Dresdner Landtag wird in Aachen ausgestellt
Region Mitteldeutschland Bodenplatte aus dem Dresdner Landtag wird in Aachen ausgestellt
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15:40 10.11.2019
Diese Bodenplatte wird als Dauerleihgabe nach Aachen in Mies van der Rohe-Haus geschickt. Quelle: Landtag Sachsen
Dresden

Handwerker haben am Wochenende ein Stück Fußboden im Sächsischen Landtag ausgebaut – das nun nach Aachen gebracht werden soll. Die etwa 40 Zentimeter mal 80 Zentimeter große Bodenplatte werde als Dauerleihgabe ins Mies van der Rohe Haus transportiert, teilte Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) gestern mit. „Der Fußboden im Altbau des heutigen Landtags ist ein echter Bodenschatz“, so Rößler weiter.

Die Steine lagen 1929 bei der Weltausstellung in Barcelona im deutschen Pavillon, einem der wichtigsten Bauwerke des Architekten Mies van der Rohe. Zum 100-jährigen Bauhausjubiläum zeigt Aachen, die Geburtsstadt von Mies van der Rohe, verschiedene Ausstellungen zum Thema – auch die Bodenplatte aus Sachsen soll dabei gezeigt werden.

Steine 1931 im Turmhaus verbaut

Doch wie kam die Platte nach Sachsen? Die Steine wurden nach der Weltausstellung 1929 zunächst im Hamburger Hafen gelagert. 1931 wurden sie dann im Turmhaus des Landesfinanzamts in Dresden verbaut, es war der spätere Sitz der Stadt- und Bezirksleitung der SED. Inzwischen gehört das Gebäude zum Sächsischen Landtag.

Das Loch im Travertin-Fußboden sei inzwischen wieder gefüllt worden, teilte Rößler mit. Messingschilder sollen künftig auf das historische Fundament des Parlaments hinweisen.

Einer der wichtigsten Architekt der Moderne

Der 1969 in Chicago verstorbene Ludwig Mies van der Rohe gilt als einer wichtigsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Von ihm stammen unter anderem die Neue Nationalgalerie in Berlin, das 157 Meter hohe Seagram Building in New York, das Federal Center in Chicago, der Grabstein für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in Berlin sowie die Weißenhofsiedlung in Stuttgart.

Bevor van der Rohe 1930 Leiter des Bauhauses in Dessau wurde – und damit Walter Gropius ablöste – schuf er den Deutschen Pavillon für die Weltausstellung in Barcelona – das aufgrund des Grundrisses und der Formensprache zu einem der einflussreichsten Gebäude des 20. Jahrhunderts wurde.

Nachdem der Druck der Nationalsozialisten in Dessau zu groß wurde, siedelte van der Rohe mit dem Bauhaus 1932 nach Berlin um. Sechs Jahre später emigrierte er in die Vereinigten Staaten. Dort wurde Mies van der Rohe unter anderem Professor am Illinois Institute of Technology in Chicago.

Von Theresa Held / Matthias Puppe