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Mitteldeutschland Ab Sonntag mit einem Ticket von der Leipziger Haustür bis nach Dessau
Region Mitteldeutschland Ab Sonntag mit einem Ticket von der Leipziger Haustür bis nach Dessau
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18:55 10.12.2019
Ein Zug der S-Bahnlinie S3 beim Halt im in der unterirdischen Station am Wilhelm-Leuschner-Platz in Leipzig. (Archivfoto) Quelle: André Kempner
Dessau-Roßlau

Mit einem Festakt im Dessauer Umweltbundesamt ist am Dienstag die bisher größte Erweiterung des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV) gefeiert worden. Ab kommenden Sonntag gesellt sich zum aktuellen Verbundgebiet rings um Leipzig und Halle samt angrenzender Landkreise auch noch der Osten von Sachsen-Anhalt hinzu. Konkret geht es um die Landkreise Wittenberg und Anhalt-Bitterfeld, die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau sowie ein Stück um Könnern (Salzlandkreis). Zusammen fungieren die Neuen künftig als Teilgebiet MDV-Nord. Die Erweiterung soll das regionale Bahnfahren merklich unkomplizierter machen und so letztlich auch der Umwelt zugute kommen.

Es ist die inzwischen dritte Expansion der Verkehrsgemeinschaft seit ihrer Gründung am 1. August 2001 – es ist aber auch die erste, bei der vorerst nur S-Bahnen in das Tarifsystem übernommen werden. Das Ticketing in Bussen und Straßenbahnen zwischen Wittenberg, Bitterfeld, Köthen und Dessau bleibt von der Erweiterung noch unberührt. Das hat mit der allgemeinen Struktur des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes zu tun, in dem auch Kommunen und Landkreise Gesellschafter sind. Weil die hinzukommenden Sachsen-Anhalter vorerst nicht in diese Verantwortung wollen, profitieren erst einmal nur S-Bahnfahrer von der Vereinheitlichung.

Von Plagwitz bis ins Bauhaus-Museum

An einem konkreten Beispiel zeigen sich trotzdem die Vorteile: Leipziger, die sich das neue Bauhaus-Museum in Dessau anschauen wollen, benötigen künftig statt zwei nur noch ein Ticket, um von der Haustür bis zum Dessauer Hauptbahnhof zu gelangen. Statt den bisherigen 2,70 Euro für das LVB-Ticket und 14,70 Euro für die S-Bahnfahrkarte der Deutschen Bahn bis nach Dessau müssen ab 15. Dezember im MDV-Tarif nur noch einmalig 10,70 Euro für Leipziger Straßenbahn und S-Bahnticket gezahlt werden. Wer dann allerdings die restlichen 800 Meter bis zum Architekturhotspot auch Straßenbahn fahren möchte, braucht zumindest noch ein Dessauer Ticket zusätzlich – aktuell für 1,70 Euro zu haben.

Das erweiterte MDV-Gebiet im Überblick Quelle: MDV

„Die Verbunderweiterung trägt in unserer Gesamtstrategie 2025 einer ökologischen Verkehrsgestaltung sowie einer nachhaltigen Umweltpolitik im Großraum Halle/Leipzig und den umliegenden Landkreisen Rechnung“, sagte MDV-Geschäftsführer Steffen Lehmann am Dienstag im Umweltbundesamt. Um den Nahverkehr gegenüber dem Auto attraktiver zu machen, müsse dieser einen möglichst hohen Komfort bieten. „Die Verbunderweiterung ermöglicht uns das Preissystem für den Fahrgast einfacher und übersichtlicher zu gestalten“, so Lehmann weiter.

Auch Wolfgang Wienhold, Leiter der DB Regio Südost, freute sich am Dienstag über die fallenden Tarifgrenzen und den dadurch vereinfachten Zugang für Endverbraucher. „Die S-Bahn Mitteldeutschland ist in den vergangen sechs Jahren zum Rückgrat des öffentlichen Verkehrs im mitteldeutschen Raum geworden“, sagte Wienhold. Und dieses Rückgrat dürfte künftig auch für Auswärtige noch leichter zu handhaben sein. Denn wie am Dienstag ebenfalls durchsickerte, sollen im kommenden Jahr endlich auch Software-Grenzen fallen. Die MDV-Tickets werden dann nicht nur über die hauseigene Easy-Go-App sondern auch über die App der Deutschen Bahn zu haben sein.

Mehr zur MDV-Erweiterung: www.mdv.de

Von Matthias Puppe

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