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Mitteldeutschland Afrikanische Schweinepest im sächsischen Grenzgebiet
Region Mitteldeutschland Afrikanische Schweinepest im sächsischen Grenzgebiet
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15:04 21.11.2019
Ein Mitarbeiter eines polnisches Veterinäramtes überprüft ein totes Wildschwein auf Anzeichen für Afrikanische Schweinepest. (Archivfoto) Quelle: Marcin Bielecki/dpa
Dresden

Seit Monaten bereitet sich in Europa die Afrikanische Schweinepest (ASP) aus und nun hat die Seuche Deutschlands Ostgrenze erreicht. Am Dienstag wurden im polnischen Verwaltungsbezirk Lebus in direkter Nachbarschaft zu Sachsen und Brandenburg zwei tote Wildschweine gefunden, die den Virus nachweislich in sich trugen, teilte die örtliche Veterinärbehörde mit.

Damit habe sich die Zahl der am Virus verendeten Tiere in der Region auf 22 erhöht. In ganz Polen sind seit Jahresbeginn bereits 2020 Haus- und Wildschweinen in Folge der Seuche verendet, europaweit mehr als 7000 Tiere. Seit 2014 gibt es immer wieder Fälle von Afrikanischer Schweinepest in den EU-Ländern, Deutschland blieb bisher verschont.

Sachsen: Sind gut vorbereitet

Dass demnächst nun auch in Sachsen infizierte Tiere gefunden werden, gilt nach den Funden an der Grenze als wahrscheinlich. Allerdings sind Sachsens Behörden auf einen Übertritt der Seuche auch gut vorbereitet, heißt es aus dem zuständigen Sozialministerium. „Die Meldewege funktionieren, es gibt für solche Fälle ein separates Verfahren“, erklärte Sprecher Jörg Schurig am Donnerstag.

Zudem werde schon seit Jahresbeginn eine große Notfallübung für den Fall eines Seuchenausbruchs vorbereitet, die nun vom 2. bis zum 5. Dezember unter anderem auch in den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen stattfinden soll. Über die genauen Maßnahmen während der geplanten Notfallübung Anfang Dezember in den Landkreisen werden die örtlichen Veterinärämter noch informieren, hieß es aus Dresden.

Übertragung durch Speisereste

„Grundsätzlich gilt erstmal: Das Virus ist nicht auf den Menschen übertragbar“, so Schurig weiter. Entsprechend gebe es beispielsweise auch keine gesonderten Vorsichtsmaßnahmen für die Bevölkerung. Allerdings sei der Mensch auch maßgeblich an der Verbreitung der Afrikanische Schweinepest in Europa und Asien verantwortlich. Denn im Gegensatz zu den afrikanischen Ursprungsländern, wo die Seuche durch sogenannte Lederzecken übertragen wird, erfolgt die Ansteckung in den nördlichen Breitengraden vor allem über Speisereste, die aus betroffenen Gebieten mitgebracht und dann achtlos weggeworfen werden. Zudem reiche schon ein Stiefelabdruck aus der Nähe eines verendeten Tieres, um das Virus zu verbreiten.

Die Behörden empfehlen deshalb, bei Sichtung eines toten Tieres oder bei einem Wildunfall umgehend die Behörden beziehungsweise den zuständigen Jäger zu informieren und sich dem Tier nicht zu nähern. Sollte der Virus letztlich im Freistaat nachgewiesen werden, sind Sachsens Jäger angehalten, die Wildschweinpopulation rigoros zu begrenzen. Bereits in den beiden vergangenen Jagdjahren wurde mit 45.318 beziehungsweise 36.087 Abschüssen mehr Schwarzwild gejagt als zuvor.

Neben den Wildschweinen sind vor allem auch Hausschweine vom Virus bedroht. Laut Statistischem Landesamt gab es zum Jahresende 2018 etwa 669.000 Hausschweine in Sachsen und 172 landwirtschaftliche Betriebe mit einer Schweinezucht. Allein in Nordsachsen wurden zuletzt 133.000 Schweine gehalten. Landwirte sollen nun Zäune überprüfen sowie Fahrzeuge und Technik verstärkt reinigen. „Wir sind in Sorge, dass das Virus nun die Grenze überspringt“, sagte Juliane Bergmann vom Landesbauernverband.

Von Matthias Puppe / dpa

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