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Mitteldeutschland Anhaltender Regen in Sachsen: Hochwasserwarnungen werden ausgeweitet
Region Mitteldeutschland

Anhaltender Regen in Sachsen: Hochwasserwarnung für Zwickauer Mulde

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15:51 29.08.2021
Für den Bereich zwischen Zwickau und Chemnitz hat das Landeshochwasserzentrum Sachsen eine Hochwasserwarnung für die Mulde ausgesprochen. (Symbolbild)
Für den Bereich zwischen Zwickau und Chemnitz hat das Landeshochwasserzentrum Sachsen eine Hochwasserwarnung für die Mulde ausgesprochen. (Symbolbild) Quelle: Arno Burgidpa (dpa)
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Leipzig

Tief „Nick“ bringt weiterhin viel Regen nach Sachsen. Bereits am Freitag hatte das sächsische Landeshochwasserzentrum auf die Hochwassergefahr vor allem für kleine Bäche und Flüsse im Freistaat hingewiesen. Am Sonnabend hat die Gefährdung an der Mulde und ihren Nebenflüssen zugenommen: Für den Bereich zwischen Zwickau und Chemnitz bis zur tschechischen Grenze in Südwestsachsen (Bergland Zwickauer Mulde) hat das Landeshochwasserzentrum inzwischen eine Hochwasserwarnung ausgesprochen.

Diese gelten inzwischen auch für die Weiße Elster. An den Messstellen werden seit Samstagnachmittag steigende Pegel registriert. Für die Pleiße gilt inzwischen sogar die Alarmstufe 1.

Nach Einschätzung der Hydrologen bestehe „aus heutiger Sicht“ keine überregionale große Hochwassergefahr, sagte eine Sprecherin des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) am Sonntag. „Momentan ist die Situation entspannt.“ Nur für die Flussgebiete der beiden Mulden und Elstern bestehe örtlich eine Gefährdung durch Starkregen, wobei das Wasser stark anschwelle, aber auch schnell wieder abfließe.

Besonders kleine Bäche und Flüsse können gefährlich werden

Besonders in kleineren Gewässern verursachen die heftigen Regenfälle einen starken und schnellen Anstieg der Wasserstände. „Es ist in kleineren Flüssen und Bächen mit einem sehr schnellen Anstieg beziehungsweise Wiederanstieg der Wasserführung zu rechnen (Sturzfluten)“, warnt das sächsische Hochwasserzentrum. Die Experten empfehlen, sich bei erhöhter Hochwassergefährdung von Fließgewässern fernzuhalten. Bei Starkregen mit Wassereinbruch sollten Keller, Tiefgaragen und Unterführungen gemieden werden. Außerdem sollten überflutete Bereiche nicht zu Fuß durchquert werden, weil die Gefahr besteht, von den Fluten mitgerissen zu werden.

Tief „Nick“ dreht sich derzeit im Kreis und bleibt auch in den nächsten Tagen wetterbestimmend, wie ein Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst in Leipzig sagte. In einem Streifen von Leipzig bis zum Vogtland regne es kräftig, am Nachmittag sind neben Schauern auch einzelne Gewitter und lokal Starkregen möglich, vor allem in der Westhälfte des Freistaates. Wo genau, lasse sich nicht vorhersagen.

Allerdings erwarten die Meteorologen im Augenblick nicht so große Regenmengen wie Mitte Juli im Westen. „Aber die Böden sind überall gesättigt nach dem Regen der letzten Wochen und nehmen kein Wasser mehr auf“, sagte der Meteorologe. „Da reichen kleine Mengen für ein Überlaufen.“ Bis Mittwochfrüh bestehe weiterhin die Gefahr lokaler Hochwasser. Erst dann ziehe „Nick“ samt Wolken und Dauerregen ab - und mache Platz für „Gaya“. Mit dem Hoch stabilisiere sich die Wetterlage. „Pünktlich zum meteorologischen Herbstanfang am 1. September wird es ein bisschen spätsommerlich.“

Eine genaue Verortung der Niederschlagsschwerpunkte und örtliche Warnungen sind nach Angaben des Landeshochwasserzentrums erst mit dem tatsächlichen Auftreten der Starkniederschläge möglich. Auch eine überregionale Hochwassergefährdung könne nicht ausgeschlossen werden. Je nach regionaler Niederschlagsverteilung kann es dann auch in den größeren Flüssen zur Überschreitung von Alarmstufen-Richtwerten kommen. „Hierbei gilt es, vor allem die sich ab Sonntagabend ausbildende eher flächige Überregnung im Auge zu behalten“, heißt es.

Von lg/thl/dpa