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Mitteldeutschland Zahl antisemitischer Straftaten in Sachsen steigt
Region Mitteldeutschland

Antisemitismus: Mehr Straftaten in Sachsen im ersten Halbjahr 2020

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10:33 29.11.2020
Die Anzahl judenfeindlicher Straftaten ist in Sachsen erneut gestiegen.
Die Anzahl judenfeindlicher Straftaten ist in Sachsen erneut gestiegen. Quelle: dpa
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Dresden

Die Zahl antisemitischer Straftaten steigt in Sachsen weiter an. Im ersten Halbjahr 2020 seien mehr als 90 solcher Delikte bekannt geworden. Das geht aus Antworten der Landesregierung auf parlamentarische Anfragen der Linksfraktion im Landtag hervor. Damit deutet sich für das laufende Jahr erneut eine kräftige Zunahme judenfeindlicher Delikte an, weil durch Nachmeldungen dieser Wert erfahrungsgemäß noch wachse, erläuterte Linken-Politikerin Kerstin Köditz am Sonntag. Sie fragt die Zahlen jeden Monat bei der Landesregierung ab.

„2019 gab es mehr als 150 solcher Taten. Das war bereits ein neuer langjähriger Höchststand, nachdem die Fallzahlen seit langem immer weiter angestiegen waren – ohne Anzeichen für eine Trendwende, von der Dunkelziffer und Vorfällen jenseits der Schwelle zur Strafbarkeit ganz zu schweigen“, betonte Köditz.

Im November hatte die Staatsregierung beschlossen, eine Melde- und Beratungsstelle für antisemitische Vorfälle einrichten zu wollen. Dies sei ein wichtiger Schritt, sagte Köditz. Zudem sollte aber auch die seit gut anderthalb Jahren eingerichtete Stelle des „Beauftragten für jüdisches Leben in Sachsen“, deutlich aufgewertet werden, forderte sie. „Der Beauftragte sollte künftig hauptamtlich, möglichst unabhängig und ressortübergreifend Antisemitismus bekämpfen und vorbeugen können.“

Von RND/dpa