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Mitteldeutschland Arbeitskampf: Verdi will in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt streiken
Region Mitteldeutschland

Arbeitskampf: Verdi will auch in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt streiken

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08:03 23.09.2020
Da die zweite Runde der Tarifverhandlungen mit den öffentlichen Arbeitgebern von Bund und Kommunen am Wochenende in Potsdam ergebnislos geblieben waren, kündigte Verdi Warnstreiks an. Quelle: Friso Gentsch/dpa
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Leipzig

Die Gewerkschaft Verdi plant nun auch für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit Streiks im Öffentlichen Dienst. Wie Sprecher Jörg Förster am Dienstag erklärte, hätten die Arbeitgeber in der zweiten von drei Verhandlungsrunden wieder kein Angebot vorgelegt. Deshalb will Verdi in den drei ostdeutschen Bundesländern demnächst zu betrieblichen Aktionen und Warnstreiks aufrufen. Sollte es dabei zu Einschränkungen in der Kinderbetreuung kommen, würden betroffene Eltern rechtzeitig informiert.

Verdi setzt sich für generell höhere Löhne im öffentlichen Dienst ein, verlangt eine Steigerung um 4,8 Prozent oder mindestens 150 Euro innerhalb von zwölf Monaten. Die Kommunen wollen für die Anhebungen mehr Zeit, weil sie wegen der Corona-Krise aktuell nichts zu verteilen hätten. „Die Haltung der Arbeitgeberseite ist unakzeptabel und so nicht hinnehmbar. Unsere Mitglieder sind der warmen Worte überdrüssig und werden auf unterschiedliche Art und Weise ihren Unmut zum Ausdruck bringen“, sagte Verdi-Landesbezirksleiter Oliver Greie. Aktuell gebe es noch „innerbetriebliche Nadelstiche“, die sich später aber zu Warnstreiks entwickeln könnten.

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Arbeitskampf unter Corona-Bedingungen

Greie versicherte, sehr verantwortungsvoll mit der Planung der Arbeitskampfmaßnahmen umzugehen. Das betreffe sowohl Corona-Schutzmaßnahmen als auch die Rücksichtnahme auf Dritte – wie zum Beispiel Eltern. „Wie in den vergangenen Tarifauseinandersetzungen senden wir rechtzeitig Informationen an die Eltern, dass es in den nächsten Tagen zu Einschränkungen bei der Kinderbetreuung kommen könnte“, so der Verdi-Landeschef.

Die dritte Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern ist für den 22. und 23. Oktober angesetzt. Verdi hat bereits für kommenden Freitag Warnstreiks in Berlin und Brandenburg angekündigt. Betroffen sind dort beispielsweise Berliner Stadtreinigung, Wasserbetriebe, Krankenhäuser und Brandenburger Kindertagesstätten. Am Freitag will die Gewerkschaft bundesweit ankündigen, wann und wo es zu Arbeitsniederlegungen im Nahverkehr kommt.

Von Matthias Puppe