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Mitteldeutschland Aufregung umsonst: Mathe-Abi war lösbar
Region Mitteldeutschland Aufregung umsonst: Mathe-Abi war lösbar
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12:17 09.07.2019
Jetzt liegen die Ergebnisse vor: Sächsische Schüler haben beim schriftlichen Mathe-Abi keine Ausreißer nach unten aufgewiesen – im Gegenteil. Quelle: Armin Weigel/dpa
Dresden

Die Aufregung war nach der Mathe-Prüfung von Anfang Mai immens: Bundesweit protestierten Tausende Schüler und Eltern in Online-Petitionen gegen die angeblich zu schwierigen Aufgaben. Für Sachsen steht jetzt fest: Die allermeisten Schüler hatten keine größeren Probleme beim Lösen – und der Notendurchschnitt bewegt sich im Rahmen der vergangenen sieben Jahre. In den schriftlichen Prüfungen des Leistungskurses lag das Mittel bei 2,5 (2,6 im Vergleich der letzten sieben Jahre), nur 2014 waren die Abiturienten noch etwas besser. Im Grundkurs wurde ein Durchschnitt von 3,0 (2,9 im Vergleich der letzten sieben Jahre) geschrieben, in den mündlichen Prüfungen ergab sich das konstante Mittel von 3,2.

Proteststurm gegen schwieriges Abitur

Unmittelbar nach den schriftlichen Abiturprüfungen in Mathematik hatte es zahlreiche Beschwerden gegen den Schwierigkeitsgrad des Abiturs gegeben. Die Online-Petition, die allein in Bayern rund 70 000 Unterstützer fand, wurde nahezu wortgleich auch in anderen Ländern gestartet. Besonders betroffen waren Niedersachsen, das Saarland, Baden-Württemberg und Hamburg. Auch in Sachsen wurde diese Petition ausgelöst und fand etwa 2500 Unterstützer, darunter viele aus anderen Bundesländern. Das Kultusministerium betonte gleichzeitig, dass bei ihm keinerlei konkrete Beschwerden von Schülern und Lehrern eingegangen waren.

Kultusminister: Zentral-Abi rückt in weite Ferne

„Die von den sozialen Medien hervorgerufenen Irritationen in der Prüfungs- und Korrekturzeit bedauere ich sehr. Ich rate in Zukunft zu mehr Gelassenheit“, sagt Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU). Der Minister bedauerte zudem, dass Bundesländer wie Hamburg, Bremen und Saarland nachträglich die Bewertungen korrigiert hatten. Dagegen waren Bayern und Niedersachsen wie auch Sachsen nach eingehenden Analysen bei ihrer Linie geblieben. „Unser gemeinsames Ziel für mehr Vergleichbarkeit bei den Prüfungen durch den Aufgabenpool wird damit torpediert. Ein Zentralabitur rückt so in weite Ferne“, stellt Piwarz klar und fordert alle Länder dazu auf, sich für eine „Manöverkritik“ an einen Tisch zu setzen.

Sachsen hatte Geometrie und Stochastik aus Pool verwendet

Bildung ist Ländersache und deshalb sind Abiturprüfungen eigentlich unterschiedlich. Allerdings gibt es seit 2014 ein Pilotprojekt für zum Teil gemeinsame Aufgaben beim Mathe-Abitur, an dem neben Bayern, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg auch Sachsen und Thüringen beteiligt sind. Sachsen hatte in diesem Jahr aus diesem Pool Aufgaben in den Bereichen Geometrie und Stochastik verwendet, erklärt Ministeriumssprecher Dirk Reelfs. Und weiter: „Es liegen keinerlei Erkenntnisse vor, dass Themen der Prüfung nicht im Unterricht behandelt worden sind.“

Fachpädagogen hatten Aufgaben auf Bitten des Schülerrates geprüft

Auf Bitten des sächsischen Landesschülerrates hatten Fachpädagogen kurz nach der Klausur die Aufgaben eingehend geprüft. Das Fazit lautete: Der Schwierigkeitsgrad der Abiturprüfung 2019 entsprach in vollem Umfang den Vorgaben der Bildungsstandards. Bei dieser Untersuchung war für jede einzelne Teilaufgabe nochmals der Anteil der Bewertungseinheiten gemäß den Niveaustufen der Bildungsstandards analysiert worden.

Leistungskurs mit überdurchschnittlich guten Noten

Dagegen ist nun auffällig, dass vor allem im Leistungskurs Mathematik besonders gute Zensuren erreicht wurden. Von den 4927 Prüfungsteilnehmern erzielten 1212 Schüler Ergebnisse zwischen 15 und 13 Punkten und 1503 Schüler zwischen 12 und 10 Punkten. Anders ausgedrückt: 55 Prozent der Prüfungsteilnehmer im Leistungskurs erzielten in der Mathematikprüfung die Schulnoten 1 und 2.

Von Andreas Debski

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