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Mitteldeutschland Bastei: Aussichtsplattform bleibt dauerhaft gesperrt
Region Mitteldeutschland Bastei: Aussichtsplattform bleibt dauerhaft gesperrt
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17:42 06.02.2017
Die Basteiaussicht wird für immer gesperrt.
Die Basteiaussicht wird für immer gesperrt. Quelle: dpa
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Ein Teil von „Sachsens Balkon“, der Aussichtsplattform auf der Bastei, bleibt für immer gesperrt. Die Versuche der vergangenen Monate, den berühmten Ausblick, wieder komplett standfest zu machen, musste der Freistaat nun aufgeben. Wie Dieter Ruf, Abteilungsleiter beim Zentralen Flächenmanagement Sachsen, am Montag bestätigte, sei die bereits seit Monaten nicht mehr betretbare Felsnase im Kern schon so instabil, dass sie mit technischen Mitteln nicht mehr stabilisiert werden könnte. Aus Sicherheitsgründen wird sie daher nicht mehr zum Betreten freigegeben.

„Eine akute Gefahr besteht im Moment nicht“, betonte Ruf. Aber das Risiko, dass Teile des Felsen irgendwann zu Tal stürzen könnten, wächst. Wie die Auswertung der jüngsten Bohruntersuchungen ergab, ist der Felskern schon ziemlich weich. „Im Inneren fanden Experten nur noch losen Sand vor, der sich bereits mit Wasser vollgesogen hat“, so Ruf. Das Gestein werde im Laufe der nächsten Jahre immer poröser.

Betroffen ist aber nur ein Teil der Aussichtsplattform, und zwar die Felsnase mit dem Ausblick auf Kurort Rathen. Die Aussicht an sich wird auch künftig existieren. Aber das letzte Stück – das sind etwa fünf bis zehn Meter – kann eben nicht mehr begangen werden“, sagte Ruf. Die Geländer würden entsprechend zurückgebaut. Zur weiteren Gefahrenabwehr ist zudem das Aufstellen von zwei Fangschutzzäunen im Laufe dieses Jahres geplant. Sie sollen Schäden unterhalb des Felsen durch herabstürzende Felsbrocken verhindern. Der im Tal verlaufende Elbe-Radweg sei aber nicht in Gefahr, so Ruf.

Der vordere Teil der Bastei-Aussicht wird für immer gesperrt.

Ende Mai vergangenen Jahres hatte der Freistaat mit Sicherungsarbeiten begonnen. Grund: rund 15 Meter unterhalb der Bastei-Aussicht wurden Verwitterungen an einer Schichtfuge festgestellt. Die porösen Stellen sollten mit einem Spezialmörtel wieder verfestigt werden. Im Verlauf der Arbeiten stellte sich allerdings heraus, dass Wind, Regen und Frost dem Felsgestein deutlich mehr zugesetzt hatten, als zunächst angenommen. Weitere Untersuchungen wie Ultraschallmessungen und Laboruntersuchungen des durch Bohrungen dem Felsen entnommenen Materials folgten. Die Auswertung ergab, dass die Festigkeit der Felsnase nachlässt. Ursprünglich hoffte man, durch Sicherungsarbeiten die gesperrten rund zehn Meter der Aussichtskanzel bis Mitte dieses Jahres den Besucher wieder zugänglich machen zu können.

„Die dauerhafte Schließung des vorderen Teils der Aussichtsplattform ist erst einmal eine schlechte Nachricht“, erklärte Klaus Brähmig, Vorsitzender des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz. Mit rund einer Million Besucher im Jahr ist die Bastei der bekannteste Aussichtspunkt im Elbsandsteingebirge. „Dennoch ist die Entscheidung nachvollziehbar und richtig. Die Sicherheit der Gäste steht an oberster Stelle und ihr müssen sich alle Entscheidungen unterordnen“, so Brähmig weiter.

Die bereits über ein halbes Jahr andauernde Sperrung der Aussichtsplattform rund 200 Meter über der Elbe hat den Besucherstrom bislang nicht abebben lassen. Der Tourismusverband und die Nationalparkverwaltung wiesen in den zurückliegenden Monaten wiederholt darauf hin, dass alle anderen Höhepunkte im Basteigebiet wie die weltberühmte Basteibrücke, die Felsenburg Neurathen mit ihren vielen spektakulären Ausblicken, das Berghotel Bastei mit Restaurant sowie die „Tiedgeaussicht“ und das sogenannte „Kanapee“ohne Einschränkung zugänglich sind. Der Verweis auf vergleichbare Aussichtspunkte werde auch kurzfristig die weitere Strategie sein, so Brähmig. Er appelliert an die Verantwortlichen, dass der gesperrte Felsbereich nicht dem natürlichen Verwitterungsprozess überlassen oder gar abgetragen, sondern „aus Sicht der Attraktivität“ erhalten und saniert werde. Für die weitere Zukunft der Bastei als Leuchtturm der Tourismusregion zeigt sich Brähmig für Ideen wie die Errichtung eines Skywalks oder eines Aussichtsturms, die einen neuen Rundum-Blick über das Elbtal ermöglichen könnten, offen.

Von Silvio Kuhnert mit dpa