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Mitteldeutschland Jeder zweite Grundschüler in Sachsen soll aufs Gymnasium
Region Mitteldeutschland Jeder zweite Grundschüler in Sachsen soll aufs Gymnasium
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15:45 20.03.2019
31.000 Grundschüler im Freistaat hatten vor den Winterferien eine Bildungsempfehlung im Ranzen. Nun heißt es warten, wohin der Weg führen wird. (Archivfoto) Quelle: dpa
Leipzig

Von den aktuell etwa 31.000 Viertklässlern in Sachsen hat gut die Hälfte eine Bildungsempfehlung für Gymnasien erhalten. Wie Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Mittwoch mitteilte, konnten sich insgesamt 14.800 Grundschüler für ein weiteres Lernen an einem der etwa 160 Gymnasien im Freistaat qualifizieren. Ausschlaggebend für die Empfehlung der Lehrerschaft, die mit den Halbjahreszeugnissen ausgegeben wurde, ist ein Zensurenschnitt von mindestens 2,0 in den Fächern Mathematik, Deutsch und Sachkunde.

Eine knappe Mehrheit von 15.800 Schüler (51 Prozent) erhielt parallel dazu die Empfehlung, künftig an eine Oberschule zu wechseln, sagte Piwarz. Davon gab es zuletzt etwa 350 Einrichtungen im Freistaat. Ein Prozent der Kinder aus Klassen mit Deutsch als Zweitsprache (DaZ) oder in sonderpädagogischer Betreuung hätten zudem kein Referenzschreiben erhalten. Sie lernen künftig an einer Förderschule oder unter Umständen mit Betreuung an einer Oberschule weiter.

Minister ruft Eltern zur Gelassenheit auf

Mit der Bildungsempfehlung in der Hand konnten sich die Eltern der Viertklässler in den vergangenen Wochen an weiterführenden Schulen bewerben. Piwarz plädierte dafür, Vertrauen in die Einschätzung der Lehrer zu haben und auch mit Gelassenheit zu reagieren, falls die erhoffte Empfehlung nicht im Ranzen des Kindes war. Wichtig sei, dass die Schüler beim Lernen gut vorankommen und auch Erfolgserlebnisse hätten.

„In Sachsen führen viele Wege zum Erfolg. Ob Oberschule oder Gymnasium, beide bereiten die Schüler optimal auf ihre berufliche Karriere vor“, so der Unionspolitiker weiter. Ohnehin sei der künftige Bildungsweg mit dieser Entscheidung nicht vollends in Stein gemeißelt. „Es gibt keine Einbahnstraße und keine Chancen werden verbaut. Ein Wechsel zwischen Oberschule und Gymnasium ist jederzeit möglich“, versprach Sachsens oberster Pädagoge.

Jedes zehnte Elternpaar ignoriert Empfehlung

Im Schnitt etwa zehn Prozent der Eltern entscheiden sich auch ohne gymnasiale Empfehlung für eine dortige Bewerbung. In der Folge müssen die Kinder an erneuten Leistungskontrollen in den drei Kernfächern teilnehmen. Wie Roman Schulz, Sprecher der Leipziger Bildungsagentur erklärte, hätten in der Messestadt zuletzt 240 der insgesamt etwa 2000 Elternpaare mit Empfehlung Oberschule trotzdem den Weg ans Gymnasium gewählt.

In einigen Fällen führt das Drängen letztlich auch zum Erfolg. 6,2 Prozent der aktuell fast 13.000 Fünftklässler an Sachsens Gymnasien hatten zuvor keine entsprechende Bildungsempfehlung. Andererseits entschieden sich auch 2.540 Elternpaare trotz gymnasialer Wegweisung dazu, ihr Kind lieber auf eine Oberschule zu schicken. In den dortigen fünften Klassen machten diese zuletzt 15,1 Prozent aller Lernenden aus.

Forderung nach Gesamtschulen im Freistaat

Nicht nur viele Eltern, sondern auch Politiker von SPD, Grünen und Linken sowie einige Gewerkschafter kritisieren seit Jahren, dass die Trennung direkt nach der Grundschule zu zeitig sei. Sie verlangen eine Änderung des Sächsischen Schulgesetzes, in dem sogenannte Gesamtschulen bisher ausgeschlossen sind. In solchen Einrichtungen könnten Schüler länger gemeinsam lernen und letztlich sowohl Abitur, als auch Haupt- und Realschulabschlüsse ablegen. Sachsens Kultusminister steht dem Modell allerdings kritisch gegenüber und erteilte einer Gesetzesänderung bisher eine klare Absage.

Regional fallen die Anteile der Bildungsempfehlungen übrigens zum Teil sehr unterschiedlich aus. So steht der gymnasiale Weg in ländlichen Regionen seltener auf dem Referenzschreiben als in Großstädten. Aber auch in den sächsischen Metropolen gibt es Unterschiede: In Leipzig hatten 49 Prozent der Eltern eine Empfehlung fürs Gymnasien im Schulranzen. In Dresden und Umgebung lag der Anteil mit 53,4 Prozent deutlich über dem Schnitt, in Chemnitz mit 42,9 Prozent darunter. Was alle Eltern der Viertklässler zumindest eint, ist das Warten bis zum 23. Mai. An diesem Tag wird bekannt gegeben, inwieweit die Bewerbungen erfolgreich waren und wo ihre Kinder künftig zur Schule gehen werden.

Von Matthias Puppe

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