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Mitteldeutschland Björn Höcke soll bei 200. Kundgebung von Pegida in Dresden sprechen
Region Mitteldeutschland Björn Höcke soll bei 200. Kundgebung von Pegida in Dresden sprechen
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13:44 16.02.2020
Dresden: Ein Pegida-Anhänger hält eine Pappe mit der Aufschrift „Grenzen zu!“ während einer Veranstaltung 2016 am Königsufer. Quelle: Hendrik Schmidt/zb/dpa
Dresden

Dresdner Kirchen und Parteien laden am Montagabend zu einem gemeinsamen Protest gegen Björn Höckes Auftritt bei der Pegida-Versammlung auf dem Dresdner Neumarkt ein. Die islam- und ausländerfeindliche Bewegung will ihre 200. Kundgebung seit Gründung im Herbst 2014 abhalten. Dazu wurde Höcke, Thüringer AfD-Chef und Wortführer des völkisch-nationalen Flügels seiner Partei, eingeladen.

Höcke soll zu Thüringen sprechen

Laut Pegida-Frontmann Lutz Bachmann solle sich Höcke dort zur politischen Lage in Thüringen äußern. Die AfD Thüringen hat bisher nur bestätigt, das Höcke die Pegida-Versammlung besuchen wolle, nicht aber, dass er dort auch eine Rede hält. Thüringen war vergangene Woche durch die Wahl eines FDP-Ministerpräsidenten mit den Stimmen der AfD in die Schlagzeilen gekommen.

Unter dem Motto „Demokratie braucht Rückgrat“ rufen die Kreisverbände von CDU und FDP, die Sächsische Bibliotheksgesellschaft, der Landesverband der Jüdischen Gemeinden sowie die Katholische und die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Dresdner zum Demonstrieren „für eine offene Gesellschaft und gegen rechte Hetzparolen“ auf.

Friedensgebete in zwei Kirchen

Zuvor laden Kreuzkirche um 17 Uhr und Frauenkirche um 18 Uhr zu Friedensgebeten im Zeichen der Demokratie und des toleranten Miteinanders ein. Im Anschluss an die Gebete sind die Teilnehmer eingeladen, „Kerzen als stille Botschafter des Friedens zu entzünden und mit ihnen in der Hand vor die Gotteshäuser zu treten“, teilte die Stiftung Frauenkirche mit.

„Herrn Höcke, ein klares ,Nein’ erwidern“

Geplant ist eine Versammlung mit Redebeiträgen auf dem Neumarkt. Man wolle so lange vor Ort sein, wie das nötig ist, sagt Eric Hattke, der für die Sächsische Bibliotheksgesellschaft spricht. Da man gerade gemeinsam für die Demonstration mobilisiere, lasse sich eine Teilnehmerzahl noch nicht abschätzen. „Mitmenschlichkeit und Demokratie erhalten sich nicht von allein“, sagt Hattke. „Wir müssen gemeinsam friedlich die Courage haben, Menschen wie Herrn Höcke, ein klares ,Nein’ zu erwidern, wenn wieder in Deutschland rechte Parolen verbreitet werden.“

„In unserer freien und selbstbewussten Stadtgesellschaft haben Verunglimpfung, Hetze, Ausgrenzung und Hass keinen Platz“, sagt CDU-Kreisvorsitzender Markus Reichel. FPD-Kreischef Holger Hase ruft die Dresdner Bürgergesellschaft auf, „an diesem Tag gemeinsam Haltung für die Würde jedes einzelnen Menschen zu zeigen“.

Von Uwe Hofmann

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