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Mitteldeutschland Brandstiftung in Jugendtreff in Limbach-Oberfrohna
Region Mitteldeutschland Brandstiftung in Jugendtreff in Limbach-Oberfrohna
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17:32 14.11.2010
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Limbach-Oberfrohna

Laut Polizei ist das Motiv der Brandstiftung noch unklar. Die Opferberatung Sachsen-RAA sprach dagegen in einer Mitteilung von einer „neuen Stufe rechter Gewalt in Limbach-Oberfrohna“. Die Vermutung läge nahe, „dass es sich bei den Tätern um Neonazis handelt“.   

Der Vereinssitz der „Sozialen und politischen Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna“ wurde durch das Feuer stark verwüstet. Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Mehrere Bewohner eines Nachbarwohnhauses mussten wegen der starken Rauchentwicklung in Sicherheit gebracht werden. Nach ersten Ermittlungen hatten die Brandstifter eine Fensterscheibe eingeschlagen und dann in den Vereinsräumen mehrere Gegenstände angezündet. Ein Raum brannte völlig aus.  

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Wie die Polizei mitteilte, hatte es vor dem Feuer in der Stadt eine Auseinandersetzung zwischen rechten und linken Jugendlichen gegeben. Ob es einen Zusammenhang mit der Brandstiftung gibt, müsse geklärt werden. Bei den Festgenommenen handele es sich um zwölf Männer und eine Frau im Alter von 16 bis 38 Jahren. Der Staatsschutz ermittele weiter.

Politiker von Linken und Grünen erhoben unterdessen Vorwürfe gegen die Stadtspitze von Limbach-Oberfrohna. „Protagonisten der hiesigen Stadtpolitik“ leugneten konsequent, dass es ein rechtes Probleme gebe, erklärten Juliane Nagel und Jens Thöricht, beide Mitglieder des Landesvorstandes der Linken in Sachsen.

Miro Jennerjahn, Rechtsextremismus-Experte der Grünen im Landtag, erklärte: „Der feige Anschlag auf den Verein ist erschreckend, aber er kommt leider nicht überraschend. Seit langem ist bekannt, dass es in Limbach-Oberfrohna eine massive rechtsextreme Szene gibt.“ Er forderte den Oberbürgermeister der Stadt auf, „sich umgehend solidarisch mit den Opfern des rechtsextremen Terrors“ in Limbach- Oberfrohna zu zeigen.

dpa