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Mitteldeutschland AfD-Kandidat verliert Oberbürgermeisterwahl in Görlitz
Region Mitteldeutschland AfD-Kandidat verliert Oberbürgermeisterwahl in Görlitz
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22:41 16.06.2019
In Görlitz wurde am Sonntag ein Oberbürgermeister gewählt. Octavian Ursu (oben) setzte sich dabei gegen Sebastian Wippel (unten) durch. Quelle: Kahnert/ZB/dpa
Görlitz

Der CDU-Politiker Octavian Ursu wird neuer Oberbürgermeister in Görlitz. Nach dem vorläufigen Endergebnis gewann der 51-Jährige am Sonntag die Stichwahl gegen Sebastian Wippel (36) von der AfD deutlich mit 55,2 zu 44,8 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 56 Prozent – und damit etwas geringer als beim ersten Urnengang.

Wie Wahlleiterin Cornelia Herbst sagte, bekam Ursu 14.043 Stimmen, für Wippel votierten 11.390 Wähler. „Ich freue mich“, sagte Ursu. „Nun geht es darum, auf die anderen zuzugehen, die mich nicht gewählt haben.“

Sein Kontrahent Wippel sprach vor seinen Anhängern trotzdem von einem „grandiosen Ergebnis“. Mit dem Wechsel an der Rathausspitze habe man doch irgendwie gewonnen.

Stimmungstest für Landtagswahl

Ursu will nun auf die Bürger zugehen, die ihm ihre Stimme nicht gegeben haben. Er werde mit allen reden im Stadtrat. Es hänge davon ab, ob die AfD sich an der nötigen Sacharbeit beteilige. Mit 13 Abgeordneten stellt sie die stärkste Fraktion. „Wir werden in Zukunft mit allen im Stadtrat zusammenarbeiten, ich reiche jedem die Hand“, sagte Wippel.

In der ostsächsischen Stadt waren rund 46.000 Wahlberechtigte erneut zur Stimmabgabe aufgerufen. Der zweite Wahlgang galt auch als Stimmungstest für die Landtagswahl in Sachsen am 1. September und erregte bundesweit Aufmerksamkeit. Wippel wäre im Falle eines Sieges der erste AfD-Oberbürgermeister geworden.

Lesen Sie auch: Ex-OBM-Kandidatin Schubert über die Stichwahl – „Neue Zeiten brauchen neue Wege“

Vor knapp drei Wochen hatte Wippel noch mit 36,4 Prozent gewonnen, die damals nötige absolute Mehrheit aber verfehlt. Ursu lag damals bei 30,3 Prozent, die beiden Kandidatinnen Franziska Schubert von den Grünen und Bürgerbündnis (27,9 Prozent) sowie Jana Lübeck von der Linken (5,5 Prozent) zogen vor der zweiten Runde zurück.

Octavian Ursu (CDU) mit seiner Frau. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Viele Prominente, vor allem Schauspieler, hatten vor dem zweiten Wahlkampf indirekt dafür geworben, nicht den AfD-Kandidaten zu wählen. In Görlitz wurden wegen der historischen Allstadt viele Filme gedreht, darunter auch mehrere Hollywood-Produktionen. Die Stadt wird deshalb auch Görliwood genannt.

Erleichterung bei Bundes-CDU und Grünen

Die Bundes-CDU reagierte erleichtert nach dem bekanntwerden der Ergebnisse. „Ich gratuliere Octavian Ursu, der von einem breiten Bündnis getragen wurde, zur Wahl zum neuer Oberbürgermeister von Görlitz“, sagte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak. „Es ist auch ein großer Erfolg und Rückenwind für die sächsische Union unter Ministerpräsident Michael Kretschmer.“

Norman Volger, Vorstandssprecher der sächsischen Grünen bezeichnete die Wahl als „Weckruf“ für die Landtagswahl. Die AfD hab die Wahl in Görlitz zur entscheidenden Vorabstimmung über die Landtagswahl am 1. September erklärt. „Diese Abstimmung hat sie verloren. Dennoch ist das kein Grund sich zurückzulehnen“, so Volger.

Von LVZ

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