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Mitteldeutschland CDU-Wahlkampf in Leipzig: Der doppelte Hartmann
Region Mitteldeutschland CDU-Wahlkampf in Leipzig: Der doppelte Hartmann
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22:51 29.07.2019
Auf geht’s in den gemeinsamen Wahlkampf: Sachsens CDU-Fraktionschef Christian Hartmann (l.) und TV-Sportreporterlegende Waldemar „Waldi“ Hartmann vor dem Tour-Auftakt im Bayerischen Bahnhof Leipzig. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Wenn es um Sachsen und speziell um Leipzig geht, gerät Waldemar „Waldi“ Hartmann (71) schnell ins Schwärmen. Dann kommt der bajuwarische Franke, der als ARD-Sportreporterlegende die Welt gesehen und selbst für Schlagzeilen gesorgt hat (Weißbier-Streit mit Nationaltrainer Rudi Völler 2003), in Fahrt. „Irre, was hier passiert“, sagt er mit Blick auf die Baudynamik der Stadt. Und er outet sich ohne Umschweife als großer Fan des sächsischen CDU-Ministerpräsidenten Michael Kretschmer. „Ich bin von ihm begeistert. Was er leistet, ist eine physische Hammernummer“, sagt Hartmann beim Gespräch im Bayerischen Bahnhof beeindruckt. Und vor allem: „Kretschmer bürstet gern politisch gegen den Bundestrend, so ticke ich ja auch.“

Mit Taten sprechen

Weil es Sportexperte Waldi Hartmann nicht nur bei verbalen sächsischen Lobhudeleien belassen will, schafft er jetzt Tatsachen. Erstens: Ende August zieht er mit seiner Frau von Berlin („Ist mir zu chaotisch und zu aggressiv“) nach Leipzig, in „eine wunderschöne Mietwohnung am Dittrichring“. Und zweitens ist er zwar kein CDU-Mitglied („Ich war nur bei der Jungen Union bis 35“), will aber trotzdem mit dafür sorgen, dass am 1. September aus seiner Sicht nicht wieder die Falschen jubeln. „Ich saß am 26. Mai bei der EU-Wahl vor dem Fernseher und habe mir beim Blick auf die Siegergesten der AfD vorgenommen, dagegen etwas zu tun“, sagt er klipp und klar.

Eine perfekte Steilvorlage für die Sachsen-CDU, die bei diversen Diskussions-Foren ohnehin schon oft auf die Popularität und den Werbe-Effekt durch die hemdsärmelige TV-Größe gesetzt hatte. Beim gemeinsamen Brainstorming über ein passendes Format musste dann auch gar nicht lange nachgedacht werden. Mit dem Namensvetter und Landtagsfraktionschef Christian Hartmann (45) stand das Waldi-Pendant schnell parat. Ein politisches und ein mediales Schwergewicht – die Mischung macht’s. „Waldi & Hartmann“ touren jetzt als lockere Politik-Show für die CDU durch den Freistaat.

Sechs Auftritte geplant

Sechs Auftritte bis Mitte August, die Premiere fand am Montagabend im Bayerischen Bahnhof statt. Auf Einladung des Leipziger CDU-Kandidaten Ronald Pohle (Wahlkreis Leipzig-Ost) waren gut 100 Gäste gekommen und erlebten den erwartet munter unterhaltsamen Abend. Waldi, Wahlkampf, Weißbier – aber erst nach der Talkrunde. Der sächsisch-bajuwarische Politik-Doppelpass wurde mal burschikos, mal elegant gespielt. „Ich mache Programm für die Zuschauer und bin auch nicht dafür bekannt, dass ich im hohen intellektuellen Bereich arbeite“, gab der TV-Mann schon vor der Talk-Runde als Motto für sein Polit-Engagement aus.

Waldemar und Christian Hartmann beim Leipziger Auftakt der Wahlkampf-Serie. Quelle: Andre Kempner

Seinen Dresdner Bühnen-Partner freute es, er drückte es diplomatischer aus: „Waldi spricht die Sprache der Gesellschaft, glatte Typen haben wir schon genug“, sagte Hartmann jr. Folgte ihr Auftritt einem geheimen Drehbuch? Wurde vorher streng abgesprochen, ab wann die Themen-Klassiker Bildung, Polizei, Energie und Asyl zur Sprache kommen? Nein, sagt der Politiker, „wir gehen auf das Publikum ein und wollen uns die Bälle zuspielen.“ Für den Fraktionschef ist der lockere Aspekt wichtig. „Wir brauchen im Wahlkampf auch Unterhaltung.“ Die Landtagsabgeordnete Christine Clauß konnte der Premiere jedenfalls viel abgewinnen. „Locker und trotzdem tiefgründig“, zog sie als Fazit.

Bei allem Spaß an der Politik – beide Protagonisten werden ziemlich ernst, wenn es um den 1. September geht. Noch gut fünf Wochen, der Wahltag in Sachsen als politischer D-Day für den Freistaat. „Wenn meine Auftritte mithelfen, dass die Sachsen-CDU über 30 Prozent holt, gönne ich mir am Wahlabend in Dresden einen doppelten Wodka“, sagt Waldi Hartmann. „Ich glaube daran.“ Von Miesmacherei hält er nichts, bis gar nichts. „Es ist doch einmalig, was hier in Sachsen seit 1990 geschaffen wurde.“ Sein Pendant nickt. „Ich hoffe auf dreißig Prozent plus“, sagt der CDU-Politiker. „Die Chance ist noch da.“

Von André Böhmer

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