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Mitteldeutschland Chefs von Appsfactory sind Sachsens „Unternehmer des Jahres“
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Chefs von Appsfactory sind Sachsens „Unternehmer des Jahres“

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10:59 08.06.2020
Die Chefs von Appsfactory: Roman Belter, Rolf Kluge und Alexander Trommen (v.l.nr.) mit der Siegerskulptur „Die Träumende“.
Die Chefs von Appsfactory: Roman Belter, Rolf Kluge und Alexander Trommen (v.l.nr.) mit der Siegerskulptur „Die Träumende“. Quelle: Ronald Bonss
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Dresden

In diesem Jahr ist alles etwas anders. Auch die große Gala für den Preis „Unternehmer des Jahres“ ist dem Corona-Virus zum Opfer gefallen. Feierlich, wenn auch im kleinen Rahmen, findet die Verleihung von Sachsens renommiertestem Unternehmer-Preis an diesem Freitag in kleiner Runde statt. Das edle Ambiente der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen in Dresden bietet dafür einen würdigen Rahmen. Wie in jedem Jahr wissen die drei Bewerber, die es bis ins Finale geschafft haben, noch nicht, wer das Rennen gemacht hat und in diesem Jahr die „Träumende“, die Skulptur von Małgorzata Chodakowska, mit nach Hause nehmen darf.

Um so größer ist die Freude der drei überraschten Gründer der Leipziger Spezialagentur Appsfactory, als ihre Namen verkündet werden und ihnen die Preisskulptur aus Bronze und Gold überreicht wird.

Auch wenn der Firmenname noch nicht jedem etwas sagt: Auf dem Handy und Tablet des ein oder anderen hat das Unternehmen von Alexander Trommen (52), Roman Belter und Rolf Kluge (beide 39) seine Spuren hinterlassen. Wer mit Jörg Pilawa Quizduell spielt oder bei der Deutschen Bahn nach Routen sucht, greift auf Apps der Leipziger zurück. Für die Tagesschau hat das Unternehmen die bereits bestehende App weiterentwickelt und für den Spinnereimaschinenhersteller Trützschler erst einmal eine geschaffen, die Produktionsmaschinen und mobile Endgeräte miteinander vernetzt und so eine reibungslosere Produktion garantiert.

Leipziger haben bereits über 600 Applikationen realisiert

Alles Beispiele von mittlerweile über 600 realisierten Applikationen, was Appsfactory zur führenden Spezialagentur Deutschlands für kundenzentrierte digitale Transformation gemacht hat – eine unternehmerische Leistung, für die die drei Gründer und Geschäftsführer ausgezeichnet wurden.

Die Firma gehört zudem zu einer der am schnellsten wachsenden Multimediaagenturen des Landes: Innerhalb von zehn Jahren ist das Unternehmen auf 220 Mitarbeiter, verteilt auf inzwischen vier Standorte, angewachsen. Bereits in der Vergangenheit heimste die Agentur namhafte Preise wie den Webby Award und den Daimler Supplier Award ein.

Mit Appsfactory ist erneut eine Firma aus der Region Leipzig zum Unternehmer des Jahres gewählt wurden. Sieger im Vorjahr war das Umweltmesstechnik-Unternehmen von Holger Födisch aus Markranstädt.

Neben dem Hauptpreisträger wählte die Jury aus über 100 Bewerbungen zudem die Backhaus Hennig GmbH aus Zwenkau bei Leipzig sowie die Agrartechnik Vertrieb Sachsen GmbH aus Ebersbach in die Top 3 des Wettbewerbs.

Der Wettbewerb „Sachsens Unternehmer des Jahres“ ist eine Initiative von Sächsischer Zeitung, Freier Presse, Leipziger Volkszeitung, MDR Sachsen, KPMG AG, Volkswagen Sachsen, LBBW Landesbank Baden-Württemberg und der Gesundheitskasse AOK Plus.

Premiere für „Fokus X – Bester Arbeitgeber“

Vom Kleinunternehmen zum automobilen Serienlieferanten: Die Testa Motari Automotive GmbH hat in den vergangenen Jahren einen enormen wirtschaftlichen Sprung geschafft und liefert unter anderem Luxuselemente wie kinematische Klapptische und Rücksitz-Entertainmentsysteme an Großkunden wie Rolls Royce und BMW. Der wirtschaftliche Erfolg der Johanngeorgenstädter wäre jedoch nicht möglich gewesen ohne die gut 50 Mitarbeiter und das 2019 neu eingeführte Unternehmensmodell „New Work“, ist Eigentümer und Geschäftsführer Martin Fenzl überzeugt. Im April 2019 entschloss er sich, alle bisher gelebten Hierarchien über Bord zu werfen. Alle Mitarbeiter erarbeiteten dann gemeinsam, welche Teams es fortan geben könnte und welche Verantwortungsbereiche abgedeckt werden müssen. Die gesamte Verantwortung ging somit von der Führungskraft an die Teams, die Arbeitskreise und letztlich auf jeden Einzelnen über. Dabei galt und gilt bei Testa Motari volle Transparenz aller Unternehmensinformationen, inklusive der Gehälter. Die Philosophie hinter „New Work“: Jeder Mitarbeiter kann, wenn er nur will, aus eigenen Bedürfnissen heraus etwas bewegen.

Für diesen mutigen Weg der neuen Unternehmensführung wurde die Firma mit dem erstmals vergebenen Preis „Fokus X – Bester Arbeitgeber“ ausgezeichnet. Der Preis ist dotiert mit einem Mediavolumen von 60 000 Euro.

Unter die Top 3 des Wettbewerbs kamen von den 37 Bewerbern zudem die beiden Dresdner Unternehmen datom, Gesellschaft für produktive Computergemeinschaften mbH und die ostec GmbH.

Zu den Gratulanten der Sieger zählte auch der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU): „Meinen herzlichen Glückwunsch der Appsfactory zum Preis „Unternehmer des Jahres“ und Testa Motari zum Titel „Fokus X – Bester Arbeitgeber“. Wir merken in dieser Zeit besonders, wie wichtig Unternehmerinnen und Unternehmer für unser Land sind. Dass sie der Ort sind, an dem mit viel Engagement Arbeitsplätze geschaffen werden, dass sie der Ort sind, an dem kluge Innovationen entstehen und an dem die Zukunft unseres Landes geprägt wird.“

Sächsische Gründer mit Sonderpreis geehrt

Jung, sächsisch, innovativ – und Gewinner des diesjährigen Preises „Sachsen gründet – Start-up 2020“: das ist die scanacs GmbH. Die Dresdner, die aus rund 40 Bewerbern zusammen mit drei weiteren Unternehmen von der Jury ins Finale gewählt wurden, konnten das Publikum in der Online-Abstimmung mit ihrer Geschäftsidee überzeugen.

Die scanacs GmbH digitalisiert einen der aufwendigsten und teuersten Prozesse des deutschen Gesundheitswesens. Bisher dauert es mehr als ein Jahr, bis feststeht, ob eine Krankenkasse ein ärztlich verschriebenes und in der Apotheke abgeholtes Medikament erstattet. Künftig kann alles in Echtzeit vonstatten gehen. Denn scanacs hat eine digitale Plattform entwickelt, die mit den etablierten Apotheken-Softwares kompatibel ist und es ermöglicht, ärztliche Verordnungen sofort bei der Arzneimittelabgabe auf ihre Erstattungsfähigkeit hin zu prüfen.

Von Andreas Dunte