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Mitteldeutschland Chemnitzer Rechtsextremist attackiert Asylbewerber im Rollstuhl
Region Mitteldeutschland Chemnitzer Rechtsextremist attackiert Asylbewerber im Rollstuhl
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16:48 17.09.2019
Archivfoto Quelle: dpa
Chemnitz

Bei einer rassistischen Attacke in Chemnitz ist ein ursprünglich aus Libyen stammender Rollstuhlfahrer am vergangenen Wochenende von einem Rechtsextremen erst wegen seiner Herkunft beschimpft und anschließend tätlich angegriffen worden. Der bereits wegen Körperverletzung sowie rechtsextremer Delikte vorbestrafte Täter fiel am späten Samstagabend im Chemnitzer Ortsteil Morgenleite über den Geflüchteten her und verletzte ihn, sagte Polizeisprecher Andrzej Rydzik gegenüber der LVZ.

Eine Augenzeugin habe den Vorfall mitbekommen und umgehend die Beamten gerufen. Der 22-jährige Angreifer konnte noch in Tatortnähe festgenommen werden, heißt es. Sein 31-jähriges Opfer wurde von den Beamten erstversorgt und dann in ein Krankenhaus gebracht. Nach ambulanter Behandlung konnte der Rollstuhlfahrer später wieder entlassen werden.

Polizeibericht erst ohne Handicap

„Zu dem konkreten Tatablauf können wir derzeit keine näheren Angaben machen, da der Geschädigte und der Tatverdächtige zunächst eingehend vernommen werden müssen“, so Rydzik weiter. Im ersten Polizeibericht am Montag war das Handicap des Opfers noch ausgelassen worden – und das mit Absicht, wie der Behördensprecher erklärte. „Für uns war in Anbetracht der Wahrung der Persönlichkeitsrechte des Geschädigten und der möglichen psychischen Belastungen für das Opfer genau zu prüfen, ob der Übergriff aufgrund des Handicaps oder eher wegen der augenscheinlichen ausländischen Herkunft des Geschädigten geschehen ist“, so Rydzik weiter.

Inzwischen sei nach Auswertung aller Informationen aber klar geworden, dass der Täter sein Opfer aufgrund dessen ausländischer Herkunft und nicht ob seiner Gehbehinderung angegriffen habe. Die Ermittlungen werden deshalb inzwischen nicht nur von der Chemnitzer Kriminalpolizei sondern auch vom Dezernat Staatsschutz geführt.

Nach Informationen der Chemnitzer Bild-Zeitung, die am Dienstag als erste vom Übergriff berichtet hatte, soll der Täter „Scheiß Araber“ gerufen haben, ehe er den Rollstuhlfahrer attackierte. In der Folge sei dem Libyer mit der Faust ins Gesicht geschlagen und sein Rollstuhl umgeworfen worden. Als der Geflüchtete auf dem Boden lag, habe der Täter weiter auf den 31-Jährigen eingetreten – bis Freunde den 22-Jährigen an weiteren Attacken hinderten.

Von Matthias Puppe

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