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Mitteldeutschland Chemnitzer Wissenschaftler entwickeln Super-Socke
Region Mitteldeutschland Chemnitzer Wissenschaftler entwickeln Super-Socke
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22:24 31.01.2017
Markus Hill (r.), wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Chemnitz, und Textilhersteller Thomas Lindner prüfen die Sensoren der smarten Socke. Quelle: Wolfgang Schmidt
Chemnitz/Leipzig

Schrittzähler, GPS-Geräte, Pulsuhren – wer als Läufer ambitionierte Ziele verfolgt, kommt um das Thema Elektronik kaum noch herum. Nun machen sich Wissenschaftler der Technischen Universität (TU) Chemnitz auf die Strümpfe. Ab Herbst soll es die „smarte Socke“ geben. Die Idee entstand in der Professur Sportgerätetechnik bei der Forschung an Messsystemen und in Zusammenarbeit mit Ärzten. Denn schmerzende Füße haben oft etwas mit Fehlbelastung zu tun.

„Die bei uns hergestellte Elektronik der Socke misst die Druckverteilung und die Beschleunigung am Fuß. Dadurch können Rückschlüsse auf Parameter wie einseitige Belastung gezogen werden“, erklärt Professor Stephan Odenwald. Gemeinsam mit den wissenschaftlichen Mitarbeitern Markus Hill und Maja Neubert entwickelte er die Elektronik. Hill, der auch für die Auswertung der Daten verantwortlich zeichnet, ergänzt: „Die Frage ist doch: Wie laufe ich, wie lange bin ich mit dem Boden in Kontakt?“ Die Antwort darauf sei beispielsweise nach einem Kreuzbandriss von größtem Interesse. „Dann sagt der Arzt irgendwann zum Patienten: Jetzt können Sie wieder mit 30 Prozent belasten.“ Das in die Praxis umzusetzen, sei jedoch schwierig. Neben der Rehabilitation könne die Socke auch im Bereich Diabetologie oder Schmerz- und Unfalltherapie Hilfe leisten. Und natürlich im Freizeit- oder Leistungssport selbst. Skifahrern und Läufern biete sie Anhaltspunkte, um das Training zu intensivieren oder den Laufstil zu verbessern, sagt Hill.

Ausgelesen werden die Ergebnisse nach dem Training in einer App. „Sie verfügt über eine grafische Benutzeroberfläche, die aufbereitete Daten in Echtzeit auf mobilen Geräten anzeigt“, sagt Odenwald. So sehen Nutzer exakt, welcher Fuß-Bereich wie stark belastet wurde. Komme es zur Überanstrengung, schlage die Socken-App Alarm.

Weiterer Vorteil der neuen Strumpf-Technik: Die Daten seien genau und umfangreich, denn sie können über längere Zeit ununterbrochen und insbesondere in verschiedenen Alltags-Situationen aufgezeichnet werden. Ein Aufenthalt in einer medizinischen Einrichtung erübrige sich. Odenwald: „Im Vergleich zu Messmethoden im oder am Schuh bietet unsere Lösung den Vorteil, dass die Trägerin oder der Träger die Sensorik sogar quasi barfuß nutzen kann, da Schuhe zur Erfassung nicht nötig sind.“ Damit das funktioniert, muss die Elektronik robust sein und fest am Fuß anliegen. Dafür entwickelte der Textilhersteller Strumpfwerk Lindner GmbH aus Hohenstein-Ernstthal (Landkreis Zwickau) ein eigenes Verfahren, durch das die Sen-sorik wie bei einen Sandwich zwischen zwei Textilschichten eingebettet liegt. Zusätzlich verhindert eine Gel-Einlage das Verrutschen.

Potenzial bescheinigten der smarten Socke aus Sachsen Experten auf der „Medica 2016“, der weltgrößten Fachmesse für Medizintechnik und Elektromedizin in Düsseldorf. Nun soll sie zur Marktreife geführt werden. Hill glaubt, dass es im Herbst so weit sein wird. Derzeit testen Sportler verschiedener Sparten die Socken. Über mögliche Preise möchte er jedoch noch nicht mutmaßen. „Das hängt ganz davon ab, in welchen Stückzahlen die Socke dann produziert werden kann.“

Von Roland Herold

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