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Mitteldeutschland Corona-Pandemie: Tausende Selbstständige in Sachsen auf Arbeitssuche
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Corona-Pandemie in Sachsen: Tausende Selbsständige auf Arbeitssuche

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13:01 13.11.2020
„Manche Selbstständigen haben Hartz IV gar nicht beantragt, weil sie Stigmatisierung oder finanzielle Nachteile für sich und ihre Familie befürchten“, beklagt die Sabine Zimmermann, Linken-Abgeordnete im Bundestag. (Symbolbild) Quelle: imago images/Future Image
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Zwickau

Die Corona-Krise macht vor allem Einzelkämpfern auf dem Arbeitsmarkt zu schaffen. Laut Statistik haben sich von April bis September in Sachsen 5667 Selbstständige arbeitssuchend gemeldet und Hartz IV beantragt. Das sind 5128 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie die Zwickauer Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (Linke) mitteilte. „Die Corona-Pandemie trifft kleine Unternehmen und Solo-Selbstständige sehr hart, besonders im Kultur- und Gaststättenbereich. Auch Selbstständige in Gesundheitsberufen sind stark betroffen.“

Nach Meinung von Zimmermann reicht die Unterstützung durch Bund und Länder nicht aus. Nötig wäre vor allem ein fiktiver Unternehmerlohn in Höhe von 1200 Euro, der den Lebensunterhalt sichert, ohne dass Betroffene Hartz IV beziehen müssen: „Manche Selbstständigen haben Hartz IV gar nicht beantragt, weil sie Stigmatisierung oder finanzielle Nachteile für sich und ihre Familie befürchten. Viele haben fürs Alter in Kapitallebensversicherungen vorgesorgt, die nicht besonders geschützt sind.“

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Die Zwickauer Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (Linke) Quelle: Sina Schuldt/dpa

Zimmermann: Selbstständige sind wirtschaftlichen Einbrüchen schutzlos ausgeliefert

Zimmermann zufolge müssen die zugesagten Novemberhilfen so gestaltet werden, dass auch jene Betriebe unterstützt werden, die im Vorjahr unverschuldet kaum Einnahmen erzielt haben: „Zudem hat die Pandemie gezeigt, dass Selbstständige wirtschaftlichen Einbrüchen schutzlos ausgesetzt sind, weil die meisten nicht gegen Arbeitslosigkeit versichert sind. Sie müssen zu vernünftigen Bedingungen in die gesetzliche Arbeitslosenversicherung einbezogen werden.“

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Zimmermann leitet im Bundestag den Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und fragt regelmäßig bei der Bundesagentur für Arbeit und im Statistischen Landesamt Sachsen Daten zur sozialen Lage ab. Danach arbeiten die meisten der arbeitssuchenden Selbstständigen in der Lebensmittelbranche und im Gastgewerbe, in sozialen und kulturellen Dienstleistungsberufen (jeweils rund ein Fünftel) sowie in Gesundheitsberufen (rund 17 Prozent). Die Zahl der Selbstständigen in Sachsen lag 2019 bei 197.700, davon waren 106.600 Solo-Selbstständige und 88.800 Selbstständige mit Beschäftigten.

Von RND/dpa

12.11.2020
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