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Mitteldeutschland Corona-Quarantäne in Jessen aufgehoben - Keine Neuinfektionen
Region Mitteldeutschland Corona-Quarantäne in Jessen aufgehoben - Keine Neuinfektionen
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21:20 06.04.2020
Die wegen eines Corona-Ausbruchs verhängte Quarantäne über zwei Ortsteile der Kleinstadt Jessen ist am Montag aufgehoben worden.  Quelle: dpa
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Jessen

Die wegen eines Corona-Ausbruchs verhängte Quarantäne über zwei Ortsteile der Kleinstadt Jessen ist am Montag aufgehoben worden. Die Maßnahmen für Jessen und Schweinitz liefen um 20.00 Uhr aus. Die Sperren auf den Ein- und Ausgangsstraßen sollten in der Nacht beseitigt werden, sagte ein Sprecher des Landkreises. Ursprünglich sollte die Quarantäne mindestens bis zum 10. April gelten.

Als Grund für die überraschend frühe Lockerung nannte der Landkreis stagnierende Infektionszahlen. „Trotz umfangreicher Testungen im eigens dafür eingerichteten Abstrichzentrum in Jessen ist die Zahl an Neuinfektionen nicht weiter angestiegen“, hieß es in einer Mitteilung. „Die mit der infektionsschutzrechtlichen Allgemeinverfügung angeordneten Maßnahmen für die Ortsteile Jessen und Schweinitz haben Wirkung gezeigt.“ Die im restlichen Land geltenden Ausgangsbeschränkungen seien daher auch für Jessen und Schweinitz ausreichend.

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Abriegelung am 25. März

Am 25. März hatte der Landrat Jürgen Dannenberg (Linke) die Ortsteile weitgehend abgeriegelt, nachdem ein Ausbruch des neuartigen Virus in einem Pflegeheim bekannt geworden war. Fünf Pfleger und elf Bewohner wurden damals positiv auf Corona getestet. Noch am selben Abend offenbarte sich dann jedoch ein noch größeres Ausmaß des Ausbruchs: 41 Menschen wurden in Schweinitz und Jessen positiv getestet. Dannenberg zog daraufhin die Notbremse und stellte Jessen und Schweinitz, wo etwa 8000 der rund 14 000 Jessener wohnen, unter Quarantäne.

Damit traten in der Kleinstadt nahe Brandenburg Restriktionen zum Eindämmen der Pandemie in Kraft, die bundesweit zu den stärksten zählten: Alle acht Zu- und Ausfahrtsstraßen wurden von Polizei und Feuerwehr abgeriegelt. Den Ort betreten oder verlassen durften nur noch Menschen mit Sondergenehmigungen und Mundschutz. Sondergenehmigungen stellte der Landkreis etwa medizinischem Personal und Pflegekräften aus, aber auch den Mitarbeitern von Supermärkten und ortsansässigen Nahrungsmittelproduzenten. Nicht einmal im nordrhein-westfälischen Heinsberg, in dem es zahlreiche Corona-Fälle gegeben hatte, hatten die Behörden derart strikt durchgegriffen.

von dpa

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