Corona-Regeln zu Ostern in Sachsen: Was ist erlaubt? Kontakte, Reisen, Einkaufen
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Mitteldeutschland Diese Corona-Regeln gelten zu Ostern in Sachsen
Region Mitteldeutschland

Corona-Regeln zu Ostern in Sachsen: Was ist erlaubt? Kontakte, Reisen, Einkaufen

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18:01 30.03.2021
Die Corona-Maßnahmen haben auch Einfluss auf das bevorstehende Osterfest.
Die Corona-Maßnahmen haben auch Einfluss auf das bevorstehende Osterfest. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert
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Dresden/Berlin

Pünktlich zum bevorstehenden Osterfest hat Sachsens Landesregierung eine neue Corona-Schutzverordnung vorgestellt. Das auf den Bund-Länder-Beratungen der vergangenen Woche basierende Werk soll von Gründonnerstag bis zum 18. April gelten. Doch welchen Einfluss haben die Regeln auf Osterspaziergang, Familienessen und Eiersuche?

Köpping empfiehlt Osterspaziergang

Bei der Vorstellung der Neuerungen am Dienstagvormittag in Dresden schloss Petra Köpping (SPD) Ausflüge nicht kategorisch aus. Von „unnötigen Reisen“ riet Sachsens Gesundheitsministerin zwar weiterhin ab, aber Ausflug sei eben nicht gleich Ausflug: „Wenn ich zum Beispiel meinen so genannten Osterspaziergang machen möchte, dann halte ich das für ratsam und sinnvoll, sich an der freien Luft zu bewegen, an der frischen Luft zu sein. Da gibt es keine Frage.“ Ein festgelegter Kilometer-Radius, über den hinaus bestimmte Aktivitäten verboten sind, ist in den Corona-Regeln des Freistaats längst nicht mehr festgehalten.

Kurzurlaub nur im Ausland

Wer jedoch einen mehrtägigen Kurzurlaub plant, muss wohl das Land verlassen. Vor allem die mittlerweile nicht mehr als Risikogebiet deklarierte Urlaubsinsel Mallorca dürfte zu Ostern einen Ansturm erfahren. Urlauber, die trotz gegenteiligen Appells von Politik und Wissenschaft in den Flieger steigen, müssen sich vor der Ankunft und bei der Rückkehr testen lassen. Übernachtungen in Hotels, Ferienwohnungen oder Campingplätzen sind in Deutschland wegen des Beherbergungsverbots weiter nicht möglich. Wer außerhalb der eigenen vier Wände schlafen will, muss auf private Kontakte zurückgreifen.

Familientreffen sind möglich

Damit geht einher, dass Besuche bei Familien und Freunden nicht verboten sind, wenn sie im Rahmen der geltenden Kontaktbeschränkungen stattfinden. In Sachsen gilt ab Gründonnerstag generell und ohne Einschränkungen: Zwei Hausstände können sich treffen, dabei darf die Zahl von fünf Personen aber nicht überschritten werden. Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgezählt. Eine Verschärfung dieser Regel ist laut Köpping auch bei längerer Überschreitung der kritischen Sieben-Tage-Inzidenz von 100 Fällen pro 100.000 Einwohner nicht mehr vorgesehen. Die Gesundheitsministerin mahnte jedoch mit Blick auf die kühlen Wetterprognosen ausdrücklich zu Vorsicht: „Ich empfehle, auch in den Räumen Abstand zu halten, vorsichtig zu sein, sich vielleicht nicht zu umarmen.“

Auch privat ist Testen oberstes Gebot

Zudem soll das vom Freistaat ausgerufene Testregime im privaten Raum Einzug finden. Es stünden sowohl in den Testzentren und Apotheken als auch beim freien Verkauf genug Möglichkeiten zur Verfügung, um beispielsweise vor einem Besuch bei den Großeltern das Risiko einer Ansteckung zu verringern.

Freizeitgestaltung weiter stark eingeschränkt

Ob mit oder ohne Test, die gemeinsame Freizeitgestaltung im öffentlichen Raum bleibt weiter stark eingeschränkt. Der Besuch von Sportveranstaltungen ist nicht möglich. Kinos, Bars, Restaurants oder Theater bleiben geschlossen. Erst ab 6. April dürfen die Landkreise und kreisfreien Städte inzidenzunabhängig und damit trotz hoher Infektionszahlen individuell Zoos, Tier- und botanische Gärten sowie Museen, Galerien oder Gedenkstätten öffnen. Einschränkungen gibt es erst, wenn in sächsischen Krankenhäusern über 1300 Corona-Betten belegt sind.

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Kein Gottesdienstverbot

Möglich bleibt auch zu Ostern die Durchführung von Präsenzgottesdiensten und -messen. Ein Verbot werde es laut Michael Kretschmer (CDU) in Sachsen nicht geben. Der Ministerpräsident appellierte stattdessen an die Vernunft. Er habe keinen Zweifel daran, „dass die Kirchen, die Religionsgemeinschaften, einen klugen und verantwortungsvollen Weg finden werden“. Zuletzt hatte es von verschiedenen Landesregierungen Aufrufe gegeben, Gottesdienste virtuell stattfinden zu lassen.

Einkauf am Samstag möglich

Weil die ursprünglich geplante Osterruhe kurz nach den Bund-Länder-Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel wieder einkassiert wurde, gelten beim Thema Einkauf neben den individuellen Corona-Reglungen der Landkreise und kreisfreien Städte die üblichen Feiertags-Einschränkungen.

Kein Osterurlaub in Impfzentren

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern wird es in Sachsen zu Ostern keinen Impfstopp geben. 30.000 Impftermine standen laut Köpping für das bevorstehende Wochenende zur Verfügung. Mittlerweile sei diese Kapazität auch fast ausgelastet. „Wir wollen die Tage nutzen und massiv impfen“, sagte die Gesundheitsministerin.

Von Anton Zirk