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Mitteldeutschland Was Sachsen zu den Schnelltests in Corona-Hotspots wissen sollten
Region Mitteldeutschland

Corona-Schnelltests in Sachsen - Fragen und Antworten

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20:58 03.12.2020
Schnelltests in besonders betroffenen Gebieten – eine weitere Maßnahme, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu bremsen. (Symbol)
Schnelltests in besonders betroffenen Gebieten – eine weitere Maßnahme, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu bremsen. (Symbol) Quelle: dpa
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Dresden

Sachsen will in besonders betroffenen Regionen mit Schnelltests eine weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie verhindern. Zunächst sind dafür 20.000 solcher Tests vorgesehen, die das Gesundheitsministerium zu gleichen Teilen an fünf Landkreise verteilt.

Getestet werden sollen ab Freitag nicht nur Heime, Schulen und Kitas, sondern gleich ganze Gemeinden. Die Tests sind kostenlos und freiwillig. Freiwillige Helfer rüsten sich für einen Großeinsatz. Wie laufen die Schnelltests ab und was bringen sie?

Was bringen die Schnelltests?

Die Tests sind dafür gedacht, unerkannte Corona-Infektionen in besonders betroffenen Regionen aufzudecken - und so Infektionsketten zu unterbrechen. Antigen-Tests reagieren weniger empfindlich als die üblichen PCR-Tests, liefern aber schneller ein Ergebnis. Sie erkennen eine Infektion nicht so gut im Anfangsstadium und im späteren Verlauf. In der Phase, in der ein Patient besonders ansteckend ist, können die Schnelltests das Virus aber recht sicher erkennen. Wenn der Test positiv ausfällt, ist die Testperson mit ziemlicher Sicherheit infiziert. Ein negatives Ergebnis aber schließt eine Infektion nicht aus - besonders, wenn eine niedrige Viruslast vorliegt.

Wo wird in Sachsen getestet?

Am Freitag wird zunächst in der Gemeine Räckelwitz (Landkreis Bautzen) getestet. Die Einwohner auch der umliegenden Ortsteile sind aufgerufen, sich von 10 bis 18 Uhr in der Sporthalle testen zu lassen. Das Ergebnis wird laut Landratsamt gleich vor Ort mitgeteilt. Drei Teams vom DRK und von den Maltesern sind dafür im Einsatz. Wer es aus gesundheitlichen Gründen nicht in die Sporthalle schafft, kann auch einen Besuch eines mobilen Teams zu Hause vereinbaren. In Rathmannsdorf in der Sächsischen Schweiz sind die knapp 1000 Bewohner aufgerufen, sich am Freitag im Gemeindezentrum testen zu lassen. Eine zahlreiche Beteiligung sei wünschenswert, auch wenn die Teilnahme an den Tests freiwillig sei, hieß es.

Wie viele Schnelltests sind für Sachsen geplant?

In einer ersten Stufe stehen zunächst 20.000 Schnelltests für fünf besonders stark betroffene Landkreise zur Verfügung. Bereitgestellt werden die Schnelltests von dem sächsischen Gesundheitsministerium. Insgesamt soll es bis zu 200.000 Schnelltests geben, die zu gleichen Teilen an die kreisfreien Städte und Landkreise verteilt werden. Diese entscheiden dann selbst, wo es in der Region eine besondere Notwendigkeit für flächendeckende Schnelltests gibt.

Wer übernimmt das Testen?

Hier spielt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) eine wesentliche Rolle, unterstützt von Hilfsorganisationen wie Maltesern oder auch Johannitern. Die Einsatzkräfte würden für die Testungen geschult, erklärte DRK-Sprecher Kai Kranich. Nach bisherigen Plänen sollen für die Schnelltest-Offensive vor allem bestehende Gebäude in den Gemeinden genutzt werden. Der Aufbau von Zelten ist bisher nicht geplant.

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Kranich rief die Menschen auf, sich möglichst verteilt über den Tag testen zu lassen, um längere Wartezeiten zu vermeiden. „Wie groß der Andrang wird, kann man mehr schwer einschätzen.“ Er verwies darauf, dass viele Helfer-Teams bereits Erfahrung mit Massentests haben. So wurden jüngst innerhalb weniger Stunden rund 300 Sportler in Altenberg getestet. „Wir sind mit mehreren Teams im Einsatz und zuversichtlich, dass wir das ohne Probleme hinbekommen.“

Von Christiane Raatz, dpa