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Mitteldeutschland Das erwartet Sachsen im Jahr der Industriekultur 2020
Region Mitteldeutschland Das erwartet Sachsen im Jahr der Industriekultur 2020
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19:46 30.12.2019
Im Juli wird die Energiefabrik Knappenrode wiedereröffnet. Quelle: dpa/Arno Burgi
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Leipzig

“Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt...“. Manchmal ist ein Ohrwurm nötig, um einen sperrigen Begriff aufzudröseln. Denn so dröge „Industriekultur“ auch klingen mag – sie hat auch heute noch Einfluss auf die Lebenswirklichkeiten in Sachsen. Das von der sächsischen Kulturstiftung geförderte Themenjahr 2020 soll das mit einer Vielzahl von Veranstaltungen sichtbar machen. Das sind die Höhepunkte:

Museum ZeitWerkStadt

1845 wurde die – nach heutigem Standard – erste Tageszeitung der Welt gedruckt. Ab April steht die originale Druckerpresse im Erlebnismuseum ZeitWerkStadt in Frankenberg. „Sachsen ist Erfinderland“, heißt es von der sächsischen Kulturstiftung. Auf rund 1.600 Quadratmetern werden deshalb in der ehemaligen Blumenhalle der Landesgartenschau 2019 sächsische Errungenschaften im Bereich Industrie, Automobilbau und Textiltechnik gezeigt. Neben den Ausstellungsstücken gibt es Mitmach- und Experimentierstationen für alle Altersgruppen sowie ein 360-Grad-Kino, das Besucher auf eine Reise in die Vergangenheit des Freistaats schicken soll.

ibug 2020 – Festival für urbane Kunst

Wo leere Fabrikhallen drohen, langsam unter Unkraut zu verschwinden, erwecken Künstler sie zu neuem Leben. Das Kulturfestival ibug soll 2020 zum 15. Mal eine Industriebrache in Sachsen vor dem Vergessen-werden bewahren. Begleitet von Konzerten, Vorträgen sowie Theater- und Filmvorführungen haben Künstler aus aller Welt im August und September eine Woche Zeit, um eine solche Stätte – mit Bildern, Fresken und Gartenparcours – in ein Gesamtkunstwerk zu verwandeln. 2019 waren knapp 100 Kreative in Reichenberg im Vogtland am Werk.Das Ergebnis lockte mehr als 10.000 Besucher.

Wiedereröffnung der Energiefabrik Knappenrode

Jahrzehntelang wurden in der Energiefabrik Knappenrode aus Braunkohle schwere Briketts gepresst. Bis zu ihrer Schließung im Jahr 1993 bestimmte das Klappern ihrer Maschinen den Rhythmus der ganzen Region. Ab dem 3. Juli 2020 wird eine neue Dauerausstellung die Geschichte des alten Reviers erzählen. Bis dahin läuft noch der Umbau des alten Industriedenkmals – knapp 2,4 Millionen Euro hat der Freistaat Sachsen hierfür zur Verfügung gestellt.

Ein Blick auf Standorte der Industriekultur in Sachsen:

Tage der Industriekultur im Erzgebirge, Chemnitz und Zwickau

Als „Festival zwischen Vergangenheit und Zukunft“ werden die Tage der Industriekultur 2020 von der Kulturstiftung angekündigt. Eingeteilt werden die Veranstaltungen zwischen dem 14. und 27. September in eine „Früh-“ und eine „Spätschicht“. So können an den Vormittagen Grundschul- und Kindergartenkinder die Betriebe der Region besuchen und spielerisch kennen lernen. Die Spätschicht ermöglicht Erwachsenen Einblicke in die Produktionsabläufe verschiedener Unternehmen. Höhepunkt ist das Raw-Festival im Industriemuseum Chemnitz und im Schauplatz Eisenbahn Chemnitz-Hilbersdorf.

Tage der Industriekultur in Leipzig

Wie haben wir in der Vergangenheit gearbeitet – und wie gehen wir die Zukunft an? Um diese Fragen geht es unter anderem auf der Auftaktveranstaltung der 8. Tage der Industriekultur in Leipzig am 2. September 2020. In den darauffolgenden Tagen bis zum 6. September können Leipziger und Besucher die Stadt und ihre Viertel neu kennenlernen. „Industriekultur ist in Leipzig ein gesamtstädtisches Thema“, sagte Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (DIE LINKE) auf einer Pressekonferenz der Kulturstiftung in Leipzig im November. Nicht nur die Sozialgeschichte der Stadt sei eng mit den Produktionsstandorten der Region verknüpft. Heute sei es besonders das Engagement der Bürger und Kulturschaffenden, das die frühere Standorte der Industrie vor dem Vergessen bewahre.

Maker Faire Sachsen

Nur gucken, nicht anfassen – dieses ungeliebte Prinzip vieler Museen findet auf der Maker Faire vom 28. bis 29. März in der Stadthalle Chemnitz keine Anwendung. Im Gegenteil: Anfassen und Ausprobieren ist ausdrücklich erwünscht, wenn professionelle und Hobby-Tüftler aus allen Bereichen ihre Erfindungen und Produkte vorstellen. Neben vielen Mitmachstationen werden auch Vorträge und Workshops für Kinder und Erwachsene angeboten.

Boom – die vierte sächsische Landesausstellung

Die Landesausstellung vom 25. April bis 1. November ist der große Höhepunkt des Jahres der Industriekultur. Sie präsentiert die Region Südwestsachsen als ein Zentrum europäischer Industriekultur. Kern ist die zentrale Ausstellung im Audi-Bau Zwickau, die einen Überblick über 500 Jahre Geschichte und Entwicklung bieten soll.

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