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Mitteldeutschland Der Parteien-Check – diesmal: Bildung
Region Mitteldeutschland Der Parteien-Check – diesmal: Bildung
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10:33 30.08.2019
Bildung ist laut Umfragen eine der wichtigsten Themen für die Sachsen. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Leipzig

In vierten Teil des Parteien-Checks geht es um das Thema Bildung.

CDU: Wir dürfen unser bewährtes sächsisches Schulsystem nicht durch Experimente gefährden, sondern müssen die Probleme Punkt für Punkt anpacken. Eine Aufgabe besteht darin, die Lehrerinnen und Lehrer, die wir hier ausbilden, stärker auch in Sachsen zu halten. Die Verbeamtung zeigt dahingehend Wirkung. Auch die Anfragen von Rückkehrwilligen aus anderen Bundesländern steigen. Der Ausbau der Lehrerausbildung in Südwestsachsen wird ebenfalls spürbar helfen.

Die Linke:Sachsen hat mit über acht Prozenteine so hohe Schulabbrecherquote wie Bremen. In Deutschland hängt die Bildung stärker als in anderen europäischen Ländern vom Einkommen der Eltern ab. Daran ändern auch Studien von wirtschaftsliberalen Lobbyorganisationen nichts. Wir wollen das längere gemeinsame Lernen, ein kostenfreies Mittagessen an Schulen – wie in Berlin für die Grundschule schon beschlossen – und eine Bildung, die auf Kooperation und Miteinander statt auf Konkurrenz und Selektion setzt. Weniger Kapitalismus im Klassenzimmer!

SPD:Langfristiges Ziel ist es, Schritt für Schritt mehr Personal in die Schulen zu holen. Wir wollen den Lehrkräften mehr Zeit geben und ihr Pflichtstundenmaß absenken. Grundsätzlich aber muss die Schule moderner werden. Sie muss besser auf das Leben vorbereiten. Besonders wichtig für uns deshalb ist die Umsetzung des Volksantrages „Gemeinschaftsschulen in Sachsen“, mit der wir die Bildung solcher Schulen ermöglichen wollen. Wer mit der SPD regieren will, muss Ja zu längerem gemeinsamen Lernen sagen.

Bündnis 90/Die Grünen: Wir wollen verlässliche und gerechte Bildung – von Anfang an. Mit uns gibt es ausreichend Lehrerinnen und Lehrer sowie zusätzliche pädagogische Fachkräfte mit fairer Bezahlung. Wir ermöglichen längeres gemeinsames Lernen überall dort, wo Schule und Schulträger sich dafür entscheiden und sorgen für moderne Schulgebäude, die zu den Anforderungen von Ganztagsschule, Digitalisierung und Inklusion passen. Die Qualität der Kitas erhöhen wir durch eine weitere Verbesserung des Betreuungsschlüssels.

AFD: Das AfD-Ziel ist: Vor jeder Klasse muss ein Fachlehrer stehen. Wir wollen die Ausdünnung der Stundentafel ebenso wie den zusätzlichen Staatsbürgerkunde-Unterricht abschaffen. Zur Entlastung der Gymnasien machen wir die Bildungsempfehlung wieder verbindlich und leistungsgerechter. Zur Entlastung der Schulen von falsch verstandener Inklusion stärken wir die Sonderschulen. Migrantenkinder ohne Bleibeperspektive werden gesondert beschult. Längeres gemeinsames Lernen ja, linksgrüne Gemeinschaftsschule nein.

FDP: Für uns steht die Bekämpfung des Stundenausfallsan erster Stelle. Neben kurzfristigen Maßnahmen wie Honorarbudgets der Schulen für Vertretungsstunden brauchen wir mittelfristig etwa 1000 zusätzliche Lehrerstellen. Unser Ziel ist es, den Unterrichtsbedarf über Bedarf abzudecken, um flexibel auf Ausfälle reagieren zu können. Dafür müssen wir die Lehrerausbildung an den sächsischen Universitäten erweitern und auch über den eigenen Bedarf hinaus ausbilden, um wieder eine echte Auswahl bei der Einstellung zu haben.

Freie Wähler: Wir müssen unser Bildungssystem als sehr wertvoll ansehen. Es ist erfolgsträchtig, muss aber punktuell angepasst und novelliert werden. Die Stichworte dafür lauten: kostenlose Ganztagsangebote, kostenloses Schulessen, kostenlose Kita und Hort, je Kind eine kostenlose Mitgliedschaft in einem Sportverein. Wir wollen private Bildungsträger fördern, damit diese die Möglichkeit haben, ihre Lehrer wie an staatlichen Schulen zu entlohnen. Die Schulkonferenz soll jeweils über Migration und Inklusion entscheiden. Bildung fängt bei den Kleinsten an und hört erst bei den Senioren auf.

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