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Mitteldeutschland Der Parteien-Check – diesmal: Medizin und Pflege
Region Mitteldeutschland Der Parteien-Check – diesmal: Medizin und Pflege
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10:27 30.08.2019
Pflege, Landärzte, Medizinstudenten – wir haben die Parteien zum Thema Gesundheit befragt. Quelle: Marijan Murat/dpa
Leipzig

Im dritten Teil des Parteien-Checks geht es um die Themen medizinische Versorgung und Pflege.

CDU: Wir brauchen in Sachsen eine gute und wohnortnahe medizinische und pflegerische Versorgung. Deshalb hat die CDU-geführte Landesregierung ein 20-Punkte-Programm beschlossen: Mit einer Landarztquote verbessern wir die Versorgung im ländlichen Raum. Wir erproben mobile Arztpraxen und bilden mehr Mediziner in Sachsen und auch in Ungarn aus, um nur drei Beispiele zu nennen.

Linke: Die medizinische Versorgung ist durch ökonomischen Druck und Fachkräftemangel zunehmend gefährdet. Weiteren Privatisierungen im Gesundheitswesen werden wir Einhalt gebieten. Wir werden Kommunen unterstützen, Krankenhäuser zu rekommunalisieren. Wir wollen die Einkommen von Pflegekräften anheben und die Löhne zwischen West und Ost angleichen. Wir unterstützen Bestrebungen der Gewerkschaft, einen flächendeckenden und allgemeinverbindlichen Tarifvertrag für alle Pflegekräfte abzuschließen.

SPD: Pflege braucht Zeit, Vertrauen, Sicherheit. Der Pflege-Flächentarifvertrag für gute Löhne und Arbeitsbedingungen muss kommen. Damit sich keiner im Alter um Pflege sorgt, fordern wir ein Pflegewohngeld und die Pflegevollversicherung, in die jeder einzahlt. Nur mehr Studienplätze für Ärzte reichen nicht. Unsere Antworten: Geld für Städte und Dörfer für die Poliklinik Plus, auch wenn es sich mal nicht rechnet. Dazu mehr Arztassistenten und mehr Stipendien für Medizinstudenten, die später als Hausarzt arbeiten wollen.

Grüne: Wir wollen eine Gesundheitsversorgung, in der jede/r unabhängig von Wohnort und Name der Krankenversicherung gleich gut behandelt wird. Dazu schaffen wir ein ausreichendes medizinisches Grundangebot in der Fläche, umfassende Präventionsprogramme, psychiatrische Notaufnahmestellen in ganz Sachsen und bessere Arbeitsbedingungen für Hebammen. Mit einer Pflege-Bürgerversicherung, in die alle einzahlen, wollen wir gute Pflege finanzieren und auch den Eigenanteil der Pflegebedürftigen deckeln.

AfD: Erstens wollen wir ein Landespflegegeld von 300 Euro im Monat einführen und gesetzliche und häusliche Pflege von Angehörigen gleichstellen. Und zweitens wollen wir die Arztzahlen dem tatsächlichen Bedarf anpassen, inklusive Ausnahmeregelungen zur Einrichtung neuer Arztpraxen sowie den praktischen Arzt wieder- und eine Landarztquote einführen. Außerdem das Abrechnungssystem der Krankenkassen patientenfreundlicher gestalten und Fachärzte in Krankenhäusern auch ambulant einsetzen.

FDP: Unabhängig von Alter und Wohnort muss für jeden Sachsen eine wohnortnahe und hochwertige medizinische Versorgung ebenso gesichert sein wie Angebote zur ambulanten und stationären Pflege. Dazu brauchen wir mehr Ausbildungskapazitäten für medizinische und Pflegeberufe. Junge Ärzte sollen stärkere Anreize erhalten, sich für ländliche Regionen zu entscheiden. Medizinische Versorgungszentren sollen das Netz niedergelassener Ärzte ergänzen. Nicht zuletzt bietet die Digitalisierung große Chancen für einen Ausbau der Telemedizin.

Freie Wähler: Wir brauchen eine Neuausrichtungmit gesicherter Übergangszeit. Auf Grund des Personalmangels und der nicht vorhandenen Refinanzierung der Kranken und Pflegekassen droht ein Aus der kleinen Pflegeeinrichtungen, da diese den Lohnwettbewerb nicht mittragen können und demzufolge kein Personal finden. Auf Arzttermine muss lange gewartet werden, weil es zu wenig Fachärzte gibt. Zudem bekommen Ärzte nicht alle erbrachten Leistungen von den Kassen bezahlt. Und aufs Land will schon gar keiner. Hier müssen wirklich Fachleute an den Tisch und das Gesundheitswesen reformieren.

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Von Andreas Debski

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