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Mitteldeutschland Digitaler Zwilling schützt Leipziger Energieunternehmen vor Fehlinvestitionen
Region Mitteldeutschland Digitaler Zwilling schützt Leipziger Energieunternehmen vor Fehlinvestitionen
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14:33 01.07.2019
Professor Thomas Bruckner. Quelle: Foto: Uni Leipzig/Swen Reichhold
Leipzig

Gewinneinbrüche, hohe Investitionen, unsichere Perspektiven – viele kommunale Energieversorger stehen mit Blick auf die Energiewende vor der zentralen Frage, in welcher Geschwindigkeit die Unternehmen auf neue Geschäftsmodelle setzen sollen. Denn zumindest kurzfristig drohen negative Auswirkungen auf das klassische Kerngeschäft: den Vertrieb von Strom, Gas und Fernwärme.

Forscher der Leipziger Universität und der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) simulieren nun in einem Projekt solche Geschäftsmodelle für die Energie- und Wasserversorgung, damit das wirtschaftliche Risiko für die Versorger gering gehalten werden kann. Denn erst wenn sichergestellt ist, dass sich Investitionen wirtschaftlich rechnen, kann auf eine Realisierung gehofft werden. Der „Smart Infrastructure Leipzig“ soll branchenübergreifend Lösungen entwickeln, mit denen sich Prozesse und Infrastrukturen in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Energiewirtschaft und Smart City innerhalb einer Stadt intelligent vernetzen und digitalisieren lassen. Befristet ist das Projekt bis Ende 2021. Neben Uni und HTWK ist auch das Institut für Angewandte Informatik (InfAI) involviert, dass zur Leipziger Uni gehört.

1,6 Millionen Euro vom Freistaat

Die Plattform selbst ist Bestandteil des Hub-Projekts „Intelligente Versorgungsunternehmen und nachhaltiger Infrastrukturwandel“. Ein Vorhaben, das der Freistaat mit 1,6 Millionen Euro fördert. Für die Landesforschungsförderung stehen in Sachsen insgesamt reichlich 15 Millionen Euro jährlich zur Verfügung. Ein anderes Projekt an der TU Dresden beispielsweise erhält sogar 1,78 Millionen Euro Förderung. Bei SNIFFBot geht es darum, intelligente Roboter zu entwickeln, die Gas schnüffeln und Gefahren abwehren können.

Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) sagte der LVZ, es klinge vielversprechend, wenn kommunale Energieversorger durch die Verwendung eines digitalen Zwillings in die Lage versetzt würden, wirtschaftlichen Erfolg und Risiken zu bewerten. „Das macht diese Vorhaben planbarer, denn sie erfordern oft sehr hohe Investitionen“, so die Ministerin. Derartige Modellsimulationen würden auch bei der Prognose von Szenarien des Klimawandels angewendet.

Schon viele Interessenten

Zusätzlich zur Energieversorgung wird auch der Bereich der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung betrachtet, der durch den Klimawandel und demografische Veränderungen ebenfalls vor großen Herausforderungen steht. Bereits im Vorfeld haben deshalb mehrere kommunale Versorger und Unternehmen Interesse an den Forschungsergebnissen des Forschungsverbundes gezeigt und ihre Bereitschaft zur Kooperation erklärt. Dazu gehören neben den Industriellen Werken Basel beispielsweise auch die Stadtwerke Leipzig, die Kommunalen Wasserwerke Leipzig und die Westsächsische Abwasserentsorgungs- und Dienstleistungsgesellschaft.

Der hochschul- und fakultätsübergreifende Forschungsverbund mit dem Titel „Smart Utilities and Sustainable Infrastructure Change“ wird von Professor Thomas Bruckner, Direktor des Instituts für Infrastruktur und Ressourcenmanagement der Universität Leipzig, geleitet. Der Verbund umfasst insgesamt acht Professuren.

Durch die Zusammenführung der Expertise im Bereich der Infrastrukturforschung und der Digitalisierung soll der Grundstein für die Schaffung eines Research Centers for Smart and Sustainable Infrastructures (RCI) gelegt werden, um als Teil von „Smart Infrastructure Leipzig“ sowohl den internationalen Ruf als auch die regionalwirtschaftliche Wirksamkeit der vor Ort vorhandenen Forschung weiter zu erhöhen.

Von Roland Herold

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