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Mitteldeutschland Dioxinbelastetes Fleisch in Thüringen in Handel gelangt
Region Mitteldeutschland Dioxinbelastetes Fleisch in Thüringen in Handel gelangt
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22:48 06.01.2011

Welche Mengen an Dioxin die Tiere aufgenommen hätten, sei nicht klar. Es gebe aber keinen Grund zu größerer Sorge, da sich das Gift im Fett anlagere und Geflügel mager sei. Auf zwei Thüringer Höfen war in den vergangenen Tagen dioxinverseuchtes Futter gefunden worden.

Die Auswertung der in beiden Betrieben genommenen Proben dauert laut Agrarministerium etwa sechs Arbeitstage. Erst dann könne genau gesagt werden, wie stark das Futter mit dem Gift belastet sei. Zudem könne nicht ausgeschlossen werden, dass weitere Betriebe verseuchtes Futter erhalten und verfüttert haben. Erst nach Auswertung der Proben sollen die betroffenen Betriebe in Thüringen öffentlich genannt werden.

Unbekannt ist ebenfalls noch, wie viele Hähnchen in dem betroffenen Mastbetrieb das verdächtige Futter überhaupt erhalten haben. Der Betrieb habe rund eine Million Tierplätze. Die noch nicht verkauften Tiere würden nun beobachtet und vorerst nicht geschlachtet, sagte Taubert. Auch Futterreste seien sichergestellt. Bereits geschlachtete Tiere wurden eingefroren. „Ein Teil des Hähnchenfleisches ist verbraucht, alles, was noch vorhanden war, ist sichergestellt“, versprach Taubert.

Nach bisherigen Erkenntnissen seien in Thüringen keine Betriebe von dem Skandal betroffen, die Eier erzeugten. Zudem gebe es keine Informationen, dass möglicherweise belastete Eier nach Thüringen geliefert wurden.   

Bekannt ist zudem, dass etwa 9500 Ferkel bei einem Ostthüringer Schweinezüchter dioxinbelastetes Futter erhalten haben und inzwischen deutschland- und europaweit verkauft wurden. Rund 1000 von ihnen seien zur Aufzucht und Mast in drei Betrieben in Thüringen geblieben. „Die Ferkel werden beobachtet, müssen aber nicht getötet werden“, betonte Taubert. Erst wenn sie fertig gemästet seien und geschlachtet würden, müsse man die Dioxinkonzentration ermitteln. „Wahrscheinlich sind sie unter dem Grenzwert“, sagte Taubert.

In Osthessen wurde unterdessen ein Betrieb gesperrt, der 320 Tiere aus Thüringen erhalten hatte. Kein Ferkel sei bislang in den Handel oder zur Weiterverarbeitung gekommen, teilte das hessische Verbraucherschutzministerium mit. Die Schweine hätten das verseuchte Futter seit der achten Lebenswoche bekommen.   

Derweil fürchtet die Geflügelwirtschaft, dass vielen Verbrauchern der Appetit auf Eier und Geflügelfleisch vergeht. „Momentan spüren wir davon noch nichts“, sagte Silvio Schmidt, Geschäftsführer des Geflügelwirtschaftsverbandes, der Nachrichtenagentur dpa. „Aber wir rechnen damit, dass in den kommenden Tagen die Nachfrage zurückgehen wird.“ Er sprach sich für häufigere Kontrollen des Futters durch die Hersteller selbst, aber auch seitens der Behörden aus. Die Bauern könnten dies nicht leisten, weil eine Untersuchung auf das giftige Dioxin etliche Tage dauere.

dpa

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