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Mitteldeutschland Drei-Länder-Treffen zum Kampf gegen Crystal
Region Mitteldeutschland Drei-Länder-Treffen zum Kampf gegen Crystal
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17:28 24.04.2016
Deutschland, Tschechien und Polen wollen beim Kampf gegen Crystal kooperieren.
Deutschland, Tschechien und Polen wollen beim Kampf gegen Crystal kooperieren. Quelle: dpa
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Spindlermühle

Der grenzüberschreitende Kampf gegen die Droge Crystal steht im Zentrum eines Treffens von Justizvertretern aus Tschechien, Polen und Deutschland. Auf Einladung des tschechischen Justizministers Robert Pelikán kommen dazu am Montag in Spindlermühle im Riesengebirge die Justizminister aus Bayern und Sachsen, Winfried Bausback (CSU) und Sebastian Gemkow (CDU), und der Chef der Abteilung für organisierte Kriminalität und Korruption in der Nationalen Staatsanwaltschaft Polens, Mieczysław Śledz, zusammen. Auch die Generalstaatsanwälte Tschechiens, Bayerns und Sachsens nehmen teil.

Gemkow betonte die gute Zusammenarbeit bei der Drogenbekämpfung mit Tschechien. „Diese Zusammenarbeit hat sich hervorragend entwickelt. Die Herstellungs- und Vertriebswege der Crystal-Schmuggler und -Händler werden auf diese Weise empfindlich gestört“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Bausback ergänzte, durch regelmäßigen Erfahrungsaustausch in den vergangenen Jahren gebe es inzwischen einen „wahrlich kurzen Draht“. Straftäter machten nun einmal vor keinen Grenzen halt. „Nur wenn wir gemeinsam den Verfolgungsdruck beiderseits der Grenzen hochhalten und noch weiter intensivieren, können wir dem Problem Crystal nachhaltig die Stirn bieten.“

Drogenküchen oft in Tschechien

Die relativ leicht und billig herzustellende Droge stammt meist aus tschechischen Drogenküchen. Allein 2015 wurden nach sächsischen Angaben dort von den Sicherheitsbehörden 263 Drogenküchen geschlossen und mehr als 100 Kilogramm Metamphetamin sichergestellt. Auch in Sachsen stieg demnach die Menge der entdeckten Crystal-Mengen.

Ein weiteres Thema soll diesmal die illegale Einfuhr von Pyrotechnik nach Deutschland sein. Diese werde zunehmend bei hierzulande verübten Straftaten verwendet, sagte Gemkow. „So wurde diese Pyrotechnik mit teils unberechenbarer Sprengwirkung gegen Flüchtlingsunterkünfte oder bei Demonstrationen eingesetzt.“ Hier wolle er „mit den tschechischen Strafverfolgungsbehörden in einen Dialog eintreten, um geeignete Maßnahmen zur Eindämmung dieser Gefahr zu finden“.

Sprechen wollen die Justizminister und Generalstaatsanwälte auch über das Geschäft der Schleuser mit Flüchtlingen. „Polizei und Staatsanwaltschaften auf beiden Seiten der Grenze stehen in einem intensiven Informationsaustausch. Nur wenn Schleuserrouten frühzeitig erkannt werden, sind zielgerichtete Maßnahmen möglich, und zwar über Grenzen hinweg“, sagte Gemkow.

LVZ