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Mitteldeutschland Dresden braucht eine neue Elbbrücke
Region Mitteldeutschland Dresden braucht eine neue Elbbrücke
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07:37 02.11.2018
Das Blaue Wunder sieht gut aus, ist aber stark sanierungsbedürftig. Aber auch nach einer Sanierung ist die Nutzungsdauer endlich und Dresden braucht einen Plan für eine neue Elbquerung. Quelle: Foto: Dietrich Flechtner
Dresden

Tragfähigkeit nicht mehr zeitgemäß, Korrosionsschutz verwittert und örtlich unwirksam, großflächige Vandalismusschäden, permanente erhebliche Verschmutzung durch Taubenkot, Hochwassersicherheit eingeschränkt, Mauerwerk mit Rissen – eine regelrechte Horrorliste hat die Stadtverwaltung auf Anfrage von Linke-Fraktionsvorsitzendem André Schollbach zusammengestellt. Es handelt sich um die Zustandsbeschreibung des Blauen Wunders, das dringend sanierungsbedürftig ist.

In den nächsten Jahren soll die Brücke saniert werden. Weil sie alternativlos ist als Elbquerung für ÖPNV, Fahrzeugverkehr, Fahrradfahrer und Fußgänger im Osten, muss die Sanierung im laufenden Betrieb erfolgen. Heißt: Eine Fahrspur wird wegfallen. Heißt auch: Die Sanierung wird lange dauern. Bis 2030 sind rund 40 Millionen Euro geplant, die Nutzungsdauer der Brücke könnte sich nach Abschluss der Arbeiten um 30 Jahre verlängern.

Und dann? Auf einer aktuellen Stunde des Stadtrats forderten mehrere Stadträte ein Konzept von der Verwaltung für den Zeitpunkt, wenn das Blaue Wunder nicht mehr genutzt werden kann. „Wir brauchen einen Plan“, erklärte SPD-Stadträtin Kristin Sturm, und Thoralf Gebel (FDP) wurde deutlicher: „Die Verwaltung muss eine Strategie vorlegen für eine weitere Elbquerung in mittlerer oder weiterer Zukunft.“ CDU-Bauexperte Gunter Thiele sagte, die Christdemokraten seien gesprächsbereit, wenn es um eine weitere Brücke für den Dresdner Osten gehe. „Langfristig werden wir an einer weiteren Querungslösung nicht vorbeikommen. Die Lebensdauer des Blauen Wunders ist endlich“, so Thiele.

Linke-Bauexperte Tilo Wirtz sagte, der Verkehr werde auch auf einem zweispurigen Blauen Wunder funktionieren. „Es wird langsamer gehen“, so Wirtz, „und es wird die Autofahrer dazu zwingen, sich an das Fahrrad anzupassen.“ Denn Fahrradfahrer sollten nicht auf die Gehbahnen verdrängt werden, weil dies zusätzliche Konflikte schaffen würde. „Fahrradfahrer gehören auf die Fahrbahn, und daran müssen sich die Autofahrer gewöhnen“, so der Linkenpolitiker.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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