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Mitteldeutschland Dresden nimmt Abschied von Peter Schreier
Region Mitteldeutschland Dresden nimmt Abschied von Peter Schreier
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19:39 08.01.2020
Hunderte Dresdner haben am Trauergottesdienst für Peter Schreier in der Kreuzkirche Dresden teilgenommen. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Wegbegleiter, Freunde und Verehrer haben am Mittwoch in Dresden Abschied von dem Sänger Peter Schreier genommen. Unter den Gästen beim Trauergottesdienst in der Kreuzkirche waren auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU). Kreuzkantor Roderich Kreile würdigte das Leben und Schaffen des vielseitigen Künstlers.

„Ein wahrhaft Großer ist von uns gegangen“, sagte Kreile, ein „Mann größter musikalischer Gestaltungskraft.“ Als Evangelist habe er die Musik Johann Sebastian Bachs lebendig gemacht. Seine „äußerste Hingabe“ sei Vorbild für junge Menschen. Der weltbekannte Sänger sei zutiefst menschlich sowie seiner Familie und Heimat verbunden geblieben. Superintendent Christian Behr sprach von einem „Verkünder des Evangeliums und großen Musiker“.

3.000 Menschen erwiesen dem Sänger die letzte Ehre

Schreier war am ersten Weihnachtsfeiertag im Alter von 84 Jahren nach langer Krankheit in Dresden gestorben. Die Beisetzung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Familienkreis. Seine Ehefrau und seine beiden Söhnen sowie weitere Familienmitglieder nahmen am Abschiedsgottesdienst in der Kreuzkirche teil. Mehr als 3.000 Menschen erwiesen dem Sänger in der voll besetzten evangelischen Kreuzkirche die letzte Ehre.

Musikalisch gestaltet wurde der Trauergottesdienst vom Dresdner Kreuzchor, dem Schreier in seiner Schulzeit selbst angehört hatte. Dort konnte er früh auch sein Talent als Solist entfalten. Später studierte der gebürtige Sachse in Dresden Gesang und Dirigieren. Der gefragte lyrische Tenor gestaltete mehr als 60 Partien auf weltweit angesagten Opernbühnen.

Bilder aus dem Leben von Peter Schreier

Bühnendebüt 1959 mit dem Dresdner Opernensemble

Die Leitung des Gottesdienstes hatte der Dresdner Superintendent Christian Behr, die Predigt hielt Pfarrer Markus Deckert aus der Kirchgemeinde in Dresden-Loschwitz, der sich Schreier stets verbunden fühlte. Es erklangen Werke von Heinrich Schütz, Johann Sebastian Bach und Rudolf Mauersberger.

Der deutsche Sänger und Dirigent Peter Schreier war am ersten Weihnachtsfeiertag im Alter von 84 Jahren nach langer Krankheit in Dresden gestorben. Quelle: dpa

Schreier sang unter anderem an der Mailänder Scala und an der Metropolitan Opera in New York. Auch bei den Bayreuther und den Salzburger Festspielen war er oft zu Gast. Als Mozart- und Schubertinterpret setzte er Maßstäbe und war auch als Dirigent tätig. Sein Bühnendebüt feierte Schreier 1959 mit dem Dresdner Opernensemble als Erster Gefangener in Beethovens Oper „Fidelio“.

Zur Person Peter Schreier

Der Ende 2019 gestorbene Dresdner Sänger Peter Schreier hat weltweit in mehr als 60 Partien brilliert. Der lyrische Tenor wurde für seine Mozart- und Schubertinterpretationen besonders geschätzt, aber auch als Evangelist in den Oratorien Johann Sebastian Bachs.

Schreier wurde 1935 im sächsischen Meißen geboren und wuchs als Sohn eines evangelischen Kantors im nahe gelegenen Dorf Constappel auf. Mit acht Jahren kam er zum Dresdner Kreuzchor. In der Nachkriegszeit sang er dort unter Kreuzkantor Rudolf Mauersberger (1889-1971), der ihn früh als Solist förderte.

Schreier studierte in Dresden Gesang und Dirigieren. Erstmals auf der Opernbühne stand er 1959 in Dresden als Erster Gefangener in Beethovens „Fidelio“. Seinen Durchbruch schaffte er 1962 mit Belmonte in Mozarts „Entführung aus dem Serail“.

25 Jahre lang war er bei den Salzburger Festspielen engagiert. Auch bei den Bayreuther Festspielen war er wiederholt zu Gast. Einen Namen machte er sich zudem als Liedinterpret. Mit 70 Jahren verabschiedete sich der Tenor 2005 in Prag von seinem Publikum und sang ein letztes Mal das Weihnachtsoratorium von Bach. Bereits fünf Jahre zuvor hatte er seine Opernkarriere beendet. Danach war er weiter als Dirigent tätig. Der Familienvater, Großvater und Urgroßvater lebte in Dresden-Loschwitz.

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Von epd

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